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Dorfentwicklung
Hilfe in den eigenen vier Wänden

Barrierefreies Wohnen in Irsch: So könnte der Bau, von der Dorfseite aus betrachtet, aussehen.
Barrierefreies Wohnen in Irsch: So könnte der Bau, von der Dorfseite aus betrachtet, aussehen. FOTO: Herbert Thormeyer
Irsch. Planer stellen dem Ortsgemeinderat Irsch ihr Konzept für den Bau seniorengerechter, barrierefreier Eigentumswohnungen vor. Noch sind allerdings einige Fragen offen. Von Herbert Thormeyer

„Das hier ist ein Konzeptentwurf, keine fertige Planung!“: Auf diese Feststellung legt Jürgen Breiling von der Vertriebs- und Service GBR Immohoch3 in Bitburg besonderen Wert.

Zusammen mit Architekt Armin Lauck aus dem saarländischen Schmelz hat Breiling im Auftrag der Bitburger HP Projektentwicklungsgesellschaft mbH dem Ortsgemeinderat Irsch seine Idee für den Bau seniorengerechter Eigentumswohnungen inklusive Serviceangeboten von Dienstleistern vorgestellt. Errichtet werden soll der Bau in Irsch neben der Mehrzweckhalle.

Manfred Görgen, erster Beigeordneter der Gemeinde, leitete die Gemeinderatssitzung stellvertretend für den erkrankten Ortsbürgermeister Jürgen Haag.

Zielgruppe des Wohnprojekts sollen Menschen zwischen 50 und mehr als 80 Jahren sein.

In Irsch fallen in diese Alterskohorte laut statistischem Landesamt 687 der 1571 Einwohner. „Auch Jüngere könnten einziehen, denn auch sie machen sich bereits Gedanken darüber, wie sie im Alter wohnen wollen“, berichtet Breiling aus seiner Erfahrung.

Den Standort findet er ideal – zentral und doch im Grünen: „Das soll ja keine Waldesruh’ werden, irgendwo am Ortsrand.“ Das Konzept stattdessen: selbstbewusstes Leben, barrierefrei und – für diejenigen, die es benötigen – mit der Unterstützung von Dienstleistern für Betreuung und Pflege.

Anzahl und Größe der Wohnungen stehen noch lange nicht fest. „Wir wollen in einer eigenen Veranstaltung das Konzept Interessenten vorstellen und damit feststellen, was wirklich gebraucht wird“, kündigt Beiling an, ohne jedoch ein Datum zu nennen.

Bedarfsorientiert sollen die Wohnungen zugeschnitten werden, zwischen 60 und 95 Quadratmetern, mit zwei oder drei Zimmern. Einen eigenen Bereich für Dienstleister, Versorgung und Service soll es geben, vom Arzt über die Massage, Friseur oder Fußpflege zu festen Terminen. „Diese Angebote muss man allerdings nicht nutzen“, betonen die Initiatoren.

In der Gemeinschaft des Hauses mit Räumen, die von allen zusammen genutzt werden können, sieht Breiling eine Steigerung der Lebensqualität: „Das gibt auch ein Sicherheitsgefühl, und man kann sich in seinen eigenen Bereich zurückziehen.“

Architekt Armin Lauck hat 16 Wohneinheiten eingezeichnet, davon fünf rollstuhlgerecht, die übrigen ebenfalls barrierefrei.

Um das Haus könnten 24 Parkplätze entstehen, auch für Besucher und die Dienstleister.

Die Renaturierung des verrohrten Irscher Baches und das Anlegen einer Wasserfläche sollen für ein ansprechendes Umfeld sorgen. Auch ein Dachgarten ist im Plan vorgesehen.

„Da müsste der Bebauungsplan der Ortsgemeinde schon wieder angepasst werden“, sagt Breiling. Er sieht ein Jahr als Planungsphase aus seiner Erfahrung als realistisch an.

Bürgermeister Jürgen Dixius fragt: „Wer wird bei so vielen Eigentümern der Betreiber?“ Breiling antwortet: „Es wird nach dem Wohneigentumsgesetz eine Hausverwaltung geben.“ Manfred Kurz (FWG) gibt zu bedenken: „Wir sind vom betreuten Wohnen ausgegangen und dass ein Träger dahinter steht.“

Helmut Steuer (CDU) will wissen: „Was ist, wenn junge Leute eine Wohnung kaufen und weitervermieten?“. Dann sei sie doch nicht mehr für Senioren verfügbar. Darin sieht Breiling kein Problem.

Die offenen Fragen sollen in einer Bürgerversammlung noch einmal detailliert erläutert werden.

Über Quadratmeterpreise und Nebenkosten könne zum jetzigen Zeitpunkt allerdings noch keine Angaben gemacht werden. „Wir wissen ja noch nicht einmal, wie viel das Grundstück kosten wird“, erklärt Breiling.