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Ist billig auch gut?

Der Ortsgemeinderat traut dem Anbieter nicht, der die Fassade des Bürgerhauses dämmen soll. TV-Foto: Herbert Thormeyer
Der Ortsgemeinderat traut dem Anbieter nicht, der die Fassade des Bürgerhauses dämmen soll. TV-Foto: Herbert Thormeyer
Trassem. Die Ortsgemeinde Trassem will 343 000 Euro in die Renovierung des Bürgerhauses stecken. Der Umbau und die Erweiterung des Kindergartens verteuert sich wegen hinzugekommener Arbeiten im vorhandenen Gebäude auf 530 000 Euro.

Trassem. "Wie ist es möglich, dass der günstigste Anbieter die Wärmedämmung des Trassemer Bürgerhauses 28 000 Euro günstiger durchführen kann als der teuerste?", fragt sich der Trassemer Ortsbürgermeister Wolfgang Benter. Dieser Frage will Architekt Udo Baumann im Auftrag des Ortsgemeinderates nachgehen.
Die Gleichwertigkeit der verwendeten Materialien, eine plausible Kalkulation und angemeldete Mitarbeiter, die den Mindestlohn (11,05 Euro pro Stunde) verdienen, will das Gremium gesichert wissen. Insgesamt 343 000 Euro steckt die Ortsgemeinde in ihr Jugend- und Bürgerhaus. Nach Zuweisungen im Investitionsstock (175 000 Euro) und Eigenleistung (10 000 Euro) sind noch 158 000 Euro zu stemmen.
Eine neue Heizung für 60 000 Euro ist bereits ins Bürgerhaus eingebaut. Ortschef Benter hofft auf zügigen Baubeginn: "Die Fenster und die Außendämmung sollten im Juni und Juli geschafft sein."
Nicht schaffen wird die Ortsgemeinde das Ziel, bis August den Kindergarten St. Erasmus für den Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz für unter Zweijährige fertigzustellen. Den Ortsgemeinderäten liegen Zahlen vor, wonach sich das Projekt um 58 000 Euro auf insgesamt 529 200 Euro verteuert. Der Grund sind Umbauarbeiten im Bestandsbau, wo Fenster erneuert, Maler-, Klempner-, Heizungs-, Sanitär- und Elektroarbeiten hinzukamen um den Bau zukunftssicher zu machen.
"Das Bistum hat sich bereiterklärt, sich mit 35 Prozent an diesen Mehrkosten zu beteiligen", freut sich Benter. Wenn die Gemeinde die hinzugekommenen Arbeiten erst im nächsten Jahr durchführt, verfalle dieser Zuschuss.
FWG-Ratsmitglied Raimund Boquoi ist enttäuscht von den früheren Kalkulationen aus der Bauabteilung der Verbandsgemeindeverwaltung: "Da sind enorme Mehrkosten entstanden." Einige Posten seien ja da noch nicht aufgetaucht, kontert Benter. "Preise können sich auch jetzt noch verändern", ergänzt Architekt Baumann.
"Der Zuschuss des Bistums sollte jetzt genutzt werden", findet SPD-Sprecher Bernd Koewenig, und Beigeordneter Roland Konter (CDU) kritisiert: "Bund und Land machen Gesetze, und die Kommunen müssen sehen, wie sie klarkommen."
Als Eigenanteil an der Investition in den Kindergarten bleiben an den beiden beteiligten Kommunen Trassem und Merzkirchen 307 000 Euro hängen, die nach der Kinderzahl von 40 in Trassem und 25 in Merzkirchen anteilmäßig geschultert werden. Ortschef Benter rechnet für das Frühjahr 2014 mit der Fertigstellung des Kindergartens. doth