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Kahren macht sich fein

Millimeterarbeit: Wilhelm Steinbach (links) und Björn Kiefer weisen Johann Hirt im Gabelstapler ein, damit das Garagentor für das Feuerwehrgerätehaus beim Anliefern keinen Schaden nimmt. TV-Foto: Alexander Schumitz
Millimeterarbeit: Wilhelm Steinbach (links) und Björn Kiefer weisen Johann Hirt im Gabelstapler ein, damit das Garagentor für das Feuerwehrgerätehaus beim Anliefern keinen Schaden nimmt. TV-Foto: Alexander Schumitz FOTO: (h_sab )
Saarburg-Kahren. Der Saarburger Stadtteil Kahren hat sich viel vorgenommen. Seine Einwohner wollen die Fachjury des Landes für den Wettbewerb Unser Dorf hat Zukunft am Donnerstag, 3. September, von der Lebensqualität des Saargaus überzeugen. Alexander Schumitz

Saarburg-Kahren. Millimeterarbeit ist gefragt: Johann Hirt, stellvertretender Ortsvorsteher von Kahren, sitzt auf dem Gabelstapler. Präzise folgt er den Anweisungen von Björn Kiefer. Die zwei neuen Tore für das künftige Feuerwehrgerätehaus wollen heil durch die schmale Toröffnung gelotst werden. Die alte Scheune in Kahren, in der künftig die Feuerwehr und eine Dorfkelter ihr Domizil haben, ist in den vergangenen Wochen verputzt worden. "Die sieht jetzt richtig gut aus", sagt Hirt stolz. Seit Monaten sind er und viele Helfer des Orts dabei, das Gebäude in vielen Stunden zu sanieren. Auch in den künftigen Sanitärräumen wird fleißig geschafft. So schleppt Jörg Funk schon mal das Material zur Dämmung des Dachs nach nebenan.
Von Aufregung ist in dem Saarburger Stadtteil bislang nichts zu spüren. Obwohl es allen Grund dafür gäbe. Am Donnerstag, 3. September, kommt die Landesjury für den Wettbewerb Unser Dorf hat Zukunft in den Saargau. Nach dem Sieg im Gebietsentscheid, dem früheren Regierungsbezirk Trier, (der TV berichtete am 14. Juli) geht es jetzt darum, auf Landesebene zu überzeugen. Sollte das gelingen, hätte sich Kahren für den Bundesentscheid qualifiziert. Denn ein Ziel hat nicht nur Silke Fuchsen vor Augen: "Wir wollen nach Berlin."
Ob dieser Traum weiter geträumt werden darf, entscheidet sich am Donnerstag ab 9 Uhr. Um sich der Wettbewerbskommission zu präsentieren, hat sich der Ortsbeirat um Ortsvorsteher Reinhardt Paulus eine abwechslungsreiche Tour durch und rund um das Dorf ausgedacht.
Gestartet wird nach der Begrüßung der Jury um 9 Uhr auf dem Altfuchshof, der in Kooperation mit dem Riedhof in Mannebach eigenen Käse herstellt und ihn in der Region vermarktet. Im Anschluss geht es weiter zum Saargauhof der Familie Hirt. Der Hof vermarktet neben Eiern von Freilandhühnern auch Schweine- und Rindfleisch aus eigener Aufzucht.
Danach geht es für einen Teil der Besucher aus Mainz weiter zum neuen Dorfzentrum mit der zum Feuerwehr- und Kelterhaus umgebauten Scheune, einem Dorfbrunnen sowie einem Bouleplatz. Auf dem Besichtigungsprogramm dieser Gruppe steht zudem die Filialkirche St. Matthias, die von den Kahrenern mit viel Engagement kürzlich restauriert wurde.
Der andere Teil der Kommission fährt über die ehemalige Ferienhaussiedlung auf dem Hosteberg und schaut sich das Naturdenkmal Alte Eiche sowie das Kahrener Kapellchen an.
Zum Schluss treffen sich beide Gruppen im Bürgerhaus, wo sich die Dorfgemeinschaft nochmal präsentiert und es eine erste, kurze Manöverkritik der Kommission gibt. Nach zwei Stunden reist die Kommission weiter (siehe Extra). Und die Kahrener zittern und hoffen weiter, dass sie die Reise nach Berlin führt.Extra

Für den Landesentscheid des Wettbewerbs Unser Dorf hat Zukunft in der Hauptklasse haben sich außerdem folgende Orte qualifiziert: Schmißberg (Landkreis Birkenfeld), Reil (Landkreis Bernkastel-Wittlich), Gehlert (Westerwaldkreis), Urbach (Landkreis Neuwied), Senheim (Landkreis Cochem-Zell), Reckershausen (Rhein-Hunsrück-Kreis), Guldental (Landkreis Bad Kreuznach), Weyher (Landkreis Südliche Weinstraße), Freckenfeld (Landkreis Germersheim), Maßweiler (Landkreis Südwestpfalz) sowie Oberwiesen (Donnersbergkreis). In der Sonderklasse, an der Gemeinden teilnehmen, die in dem Wettbewerb früher schon mal erfolgreich waren, vertritt Wolsfeld (Eifelkreis Bitburg-Prüm) die Region. Die Jury will bis Oktober entscheiden, welche Kommunen Gold-, Silber- und Bronzemedaillen überreicht bekommen. itz