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Kirfer Rockville: Erhoffter Besucheransturm bleibt aus

FOTO: Hermann Pütz
Kirf. Statt der erhofften 1500 Besucher sind nur rund 800 Rockmusikfans auf die grüne Wiese oberhalb von Kirf gekommen. Sie wurden nicht enttäuscht: Bei der zweiten Auflage des Rockville-Festivals gaben die 13 Bands Vollgas und boten eine starke Show. Anja Fait

Samstagabend, 20 Uhr. Knapp 350 Interessierte haben sich in Gruppen über das 2300 Quadratmeter große Feld- und Wiesenareal oberhalb von Kirf verteilt. Durch das große Gelände wirkt es auf den ersten Blick, als sei wenig los bei der zweiten Auflage des Rockville-Festivals.

Sofern die Hände der Besucher keine Getränkebecher halten, sind sie tief in den Taschen ihrer Jeans oder Lederhosen vergraben. Die Rockfans blicken zur Bühne. Von dort oben hämmert das Schlagzeug, dröhnen die Bassgitarren und röhren die Stimmen der Bandsänger. Weiße Nebelschwaden und bunte Lichteffekte sorgen zusätzlich für das typische Festival-Gefühl.

Mehr und mehr rücken die Menschen auf einmal zusammen und stehen schließlich direkt vor der Bühne. Während die einen nur langsam anfangen, sich zu den Rhythmen zu bewegen und mit teils geschlossenen Augen erst ihre Köpfe, dann die Oberkörper und zum Schluss ihre Knie wippen lassen, tanzen andere bereits ausgelassen.
Die Füße in Turnschuhen zappeln am Boden, die von dicken Pullis und warmen Jacken umhüllten Arme sind in die Luft gerissen. Die Haare der Rockfans flattern in wildem Durcheinander zum Rhythmus der Musik.
Spaß auf dem Campingplatz

Es folgen lautstarker Applaus, Gejohle und anerkennende Pfiffe für die Musiker. Die Gäste, die zu der rockigen Open-Air-Veranstaltung auf die große grüne Wiese nach Kirf gekommen sind, fühlen sich sichtlich wohl.
Der von den Veranstaltern Johannes (30) und Matthias Rathmann (27) erhoffte Besucheransturm bleibt allerdings aus. Dennoch kommt die zweite Auflage des Rockville-Festivals gut an. An beiden Tagen lassen sich insgesamt 800 Musikfans die Töne um die Ohren fliegen und zeigen sich sowohl vom Bühnenprogramm als auch von der Kulisse mitten in der Natur begeistert.

Matthias Backes (39), der mit seiner Freundin Uschi Cieczyk (33) und seinem Bruder Hennig (32) aus dem saarländischen Marpingen zum Festival gekommen ist, sagt: "Ich bin gerne auf Festivals. Ich höre Livemusik, sitze auf der Decke und trinke mein Bier. Ein Open Air ist immer etwas Gutes."

Das bestätigt auch Tobias Schmitt (28), der mit Freunden aus Greimerath und Reinsfeld nach Kirf gekommen ist: "In unserer Region ist eh nichts los, da finde ich so etwas hier mal richtig gut. Die Musik ist stark, und das Gelände liegt abseits von Häusern."

Marco Ockfen aus Freudenburg findet, dass die Veranstalter Unterstützung verdient haben. Er hat daher gleich seine ganze Freundesschar mitgebracht: "Weil es einfach super ist, dass hier so ein Festival stattfindet", erklärt der 20-Jährige. "Wir zelten seit Freitagabend hier. Auch auf dem Campingplatz geht es sehr lustig und kunterbunt zu."

Veranstalter Johannes Rathmann zieht Bilanz: "Ich hätte mich gefreut, wenn noch mehr Leute gekommen wären. Aber es ist auch so alles gut. Es gab während der beiden Tage keine Zwischenfälle, Bands und Besucher sind glücklich."

Extra

An beiden Tagen der zweiten Auflage des Kirfer Rockville-Festivals lieferten insgesamt 13 Bands handgemachte Rockmusik. Live gaben ihre eigenen Lieder zum Besten: die Kirfer Band At the cutting Edge, die Trierer Rockmusiker Sechster Sinn und The Bandgeek Mafia. Mit dabei auch: Daus to Turn aus Gerolstein, Schulz aus Merzig und Hallo bomb aus Köln, außerdem die Hamburger Band 4Lyn sowie Emil Bulls aus München. Internationale Rockmusikvertreter waren: Versus You und Eternal Tango aus Luxemburg, Supperbutt aus Ungarn, Boy Hits Car aus Los Angeles und The Sunpilots aus Australien. Die Kölner Band "Lauter Leben" musste kurzfristig wegen ihres verletzten Schlagzeugers absagen. Mehr zum Festival unter www.rockville-festival.de