| 21:07 Uhr

Kühles Nass noch zu kühl

Zwar war der Himmel zur Eröffnung der Freibadsaison in Schweich noch ein bisschen grau. Die Badegäste, die sich davon nicht abschrecken ließen, hatten trotzdem ihren Spaß.Foto: Rebecca Schaal
Zwar war der Himmel zur Eröffnung der Freibadsaison in Schweich noch ein bisschen grau. Die Badegäste, die sich davon nicht abschrecken ließen, hatten trotzdem ihren Spaß.Foto: Rebecca Schaal
SCHWEICH/LEIWEN. (bec) Mal sonnig, mal bewölkt - aber nie wirklich badetauglich: so hat sich das Wetter am Tag der Eröffnung der Freibadsaison in Schweich und Leiwen präsentiert. Einige Hartgesottene ließen sich aber auch davon nicht abschrecken.

Wochenlang hat er auf diesen Tag gewartet, und jetzt ist er doch enttäuscht. Zitternd steigt Sebastian (11) aus Trier aus dem Becken des Schweicher Erlebnisbades. "Ich hatte schon gehofft, dass es ein bisschen wärmer ist", gesteht er, während er sich in sein großes Badetuch hüllt. Zwar hatte ihn seine Mutter gewarnt, bei diesen Temperaturen schwimmen zu gehen, aber "als ich heute morgen aus dem Fenster geguckt habe, hat die Sonne geschienen. Da musste ich einfach ins Freibad". An der Wassertemperatur ist nichts auszusetzen, denn das Thermometer zeigt angenehme 25 Grad. Dirk Kettern, Fachangestellter für Bäderbetriebe, hat eine andere Erklärung: "Hier draußen ist es eben noch nicht richtig warm, und es war die ganze Woche über wechselhaft." So kommen nur wenige Badegäste ins Freibad. Für ihn jedoch kein Grund zur Sorge: "Das ist für uns ein ganz normaler Anfang. Unsere Stammgäste waren heute Morgen schon da, und insgesamt sind wir mit dem Start in die Badesaison zufrieden." Zu diesem Ergebnis kommt auch Doris Merten, die nach einem Pächterwechsel in dieser Badesaison zum ersten Mal im Imbiss des Erlebnisbades arbeitet. "Ich finde es toll, dass der Himmel an meinem ersten Arbeitstag gleich strahlt. Wir haben schon ein bisschen Eis verkauft und können uns über den Betrieb heute nicht beklagen, auch wenn noch nicht so viel los war."Viel Platz zum Bahnen ziehen

Ginge es nach Renée Franke (13) aus Schweich, so könnte dies auch ruhig weiterhin so bleiben. Für sie ist der Eröffnungstag der perfekte Tag zum Baden. "Ich hab's lieber ein bisschen kühler und habe deshalb auch schon lange auf die Eröffnung gewartet. Außerdem finde ich es besser, dass es am Anfang hier noch nicht so voll ist und man viel Platz hat", sagt sie, und springt unerschrocken ins kühle Nass. Viel Platz - den hätte sie auch im Panoramabad "Römische Weinstraße" in Leiwen gehabt. Dort bietet sich nämlich ein ähnliches Bild: Vereinzelt ziehen Rentner ihre Bahnen oder sausen Kinder und Jugendliche die Rutschbahn hinunter. "Das Wetter in den letzten Wochen war nicht so toll. Deshalb waren unsere Erwartungen an den heutigen Tag auch nicht sehr hoch", erklärt Schwimmmeister Frank Heid. Nur auf ein paar Badegäste ist immer Verlass: "Unsere Frühschwimmer kommen schon seit Gründung des Bades vor 30 Jahren regelmäßig her. Die kennen einfach keinen Respekt vor den Außentemperaturen und stehen jedes Jahr auf der Matte, wenn es losgeht." Rund 25 Leute waren es an diesem Morgen. Dabei gab es auch schon ganz andere Zeiten: "Wir hatten Jahre, in denen an den ersten beiden Tagen 800 Gäste da waren. Nur war damals das Wetter in den Wochen zuvor auch viel besser", erinnert er sich. Deshalb setzt Frank Heid in diesem Jahr auf die Ferienzeit und "dann vor allem auf die Niederländer, die hier in Urlaub sind". Ob viel Betrieb oder wenig - das ist Verena Freudenreich (13) aus Papiermühle ziemlich egal. Sie hat eine Freundin mitgenommen, um den ersten Freibad-Tag in diesem Jahr zu genießen. "Das Wasser ist eigentlich ganz okay. Am Anfang war es noch ein bisschen kalt, aber dann ging es", sagt sie. Ein wenig frieren nimmt sie gerne in Kauf - schließlich kann sie anschließend sagen, als eine der Ersten im Freibad gewesen zu sein. Unterdessen häufen sich auch über dem Schweicher Erlebnisbad die Wolken, doch eine Sache muss Sebastian noch erledigen, bevor er nach Hause fährt. Das kann ihm heute selbst das mäßige Wetter nicht vermiesen. Er bestellt bei Doris Merten ein großes Eis und grinst: "Dafür ist es nämlich nie zu kalt".