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Soziales
Lebenshilfe: Bewohner feiern 25-Jähriges ihrer Einrichtung

Hier kommt keine Langeweile auf: Boule-Spiel in einer Gruppe mit Auszubildender Anne Jaeger (hinter der Rollstuhlfahrerin) und Erzieherin Kathrin Schmitz (rechts).
Hier kommt keine Langeweile auf: Boule-Spiel in einer Gruppe mit Auszubildender Anne Jaeger (hinter der Rollstuhlfahrerin) und Erzieherin Kathrin Schmitz (rechts). FOTO: Herbert Thormeyer
Saaburg. Das Lebenshilfe-Wohnheim Gesellenhaus Saarburg feiert am Samstag 25-jähriges Bestehen mit Nachbarn, Angehörigen und allen anderen Interessierten bei einem Tag der offenen Tür. Von Herbert Thormeyer

Jan Versteegen hat sich und der Einrichtung, die er führt, hohe Ziele gesteckt. Er sagt: „Wir wollen ein Zuhause, Heimat und Familie für Menschen mit geistiger Behinderung sein.“, Er ist Leiter des Wohnheimes Gesellenhaus Saarburg, das Samstag, 9. Juni, sein 25-jähriges Bestehen feiert.

35 Bewohner werden in dieser Einrichtung der Lebenshilfe Trier-Saarburg von 31 Mitarbeitern, Pädagogen, Heilerziehungspflegern und Hauswirtschaftlern, betreut und versorgt. Im Herzen von Saarburg, in der Graf-Siegfried-Straße 45 (gegenüber Volksbank) sorgt nach der Arbeit, beispielsweise auf dem Hofgut Serrig oder in den Lebenshilfe- Werken Trier, ein umfangreiches Freizeitangebot für Abwechslung. „Einige sind schon in Rente und können hier in Würde alt werden“, fügt der Leiter im Gespräch mit dem TV hinzu.

„Das Freizeitangebot kann individuell auf die Bedürfnisse der Bewohner zugeschnitten werden“, sagt Versteegen. Es gibt eine Schwimmgruppe, Kreativgruppe, Musikgruppe, Fußballgruppe, therapeutisches Reiten, Kegeln, Radfahren, Kochen und ganz neu auch eine Zeitungsgruppe, die Ideen für Artikel liefert. Kinobesuche, Spaziergänge oder ein Stadtbummel sind beliebte Wochenendbeschäftigungen.

Von Beginn an wurde die Lebenshilfe mit ihren Betreuten von den Nachbarn und in der Stadt mit offenen Armen empfangen. Stolz ist der Leiter darauf, dass die Bewohner zum festen Bestandteil der Gemeinde wurden und gern gesehene Gäste in Lokalen und bei Veranstaltungen sind.

„Wir betreiben Inklusion ganz offensiv“, sagt Versteegen. Es gebe kaum noch Kontaktschwierigkeiten.

Im Bewusstsein für behinderte Menschen hat sich in 25 Jahren viel getan. „Insbesondere hat sich die Blickweise weg von einem helfenden hin zu einem eher unterstützenden Charakter unserer Arbeit bewegt“, erklärt der 42-Jährige. Die Betreuten sollen dabei so viel wie möglich selbst machen, auch wenn das mal etwas länger dauert. Das führt zu einem gestärkten Selbstbewusstsein.

Zu den Höhepunkten der letzten zweieinhalb Jahrzehnte zählen die Urlaubsfahrten, auch zu einem Fußballturnier in Spanien, an der die Lebenshilfe-Mannschaft teilnahm. Das Zeltlager auf dem Jugendzeltplatz in Saarburg ist ein weiterer Höhepunkt im Jahr, einschließlich Lagerfeuerromantik. Seit ein paar Jahren wird vor Weihnachten ein lebendiger Adventskalender gestaltet, ein Stück Öffentlichkeitsarbeit der Einrichtung. In diesem Jahr der Weltmeisterschaft wird die Fußballmannschaft an einem internationalen Turnier in Regensburg teilnehmen. Bei den Drachenbootrennen auf der Saar sind die Gesellenhausbewohner ganz selbstverständlich dabei.