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Soziales
Mannebacher Verein fördert Tawerner Projekt

Erster Vorsitzender Bernd Gard.
Erster Vorsitzender Bernd Gard. FOTO: h_sab <h_sab@volksfreund.de>
Mannebach/Tawern/Filsch. Das Geld fließt in die Betreuung alter Menschen. Die Kita Filsch soll ebenso viel bekommen: 1000 Euro. Hinter den Spenden steckt ein junger Verein, mit einem so ungewöhnlichen wie einleuchtenden Ansatz.
Benedikt Laubert

Die größte Summe, die der Förderverein Zukunft Mannebach und der Region derzeit spendet, bleibt zwar in der Gemeinde Mannebach: 3200 Euro sind kürzlich in den Kauf von Geräten für einen Matschspielplatz geflossen, auf dem Kinder mit Wasser planschen und Staudämme bauen können. Auch das Dorfmobil der Gemeinde bekommt 1000 Euro. Beides sind bemerkenswerte Unterstützungen. Aber ein Förderverein, der ein Projekt aus dem eigenen Dorf finanziert – das ist nichts Ungewöhnliches. Was die Mannebacher Initiative aber zu etwas Besonderem macht: Sie unterstützt auch Projekte in den Nachbargemeinden mit Geld. So bekommt etwa der Zeitgarten Tawern, der alte Menschen im Alltag betreut, am Dienstag 1000 Euro überreicht; genauso die Kita Fisch.

Der im November 2016 gegründete Verein verfolgt das Ziel, „die Entwicklung der dörflichen Infrastruktur zu fördern“, wie es in der Satzung heißt – sowohl im Dorf als auch in der Region. Für den Mannebacher Ortsbürgermeister Bernd Gard, der Vorsitzender des Vereins ist, geht es vor allem um die Gesundheit der Bürger. In einer alternden Gesellschaft werde das Thema immer wichtiger. „Und da politische Veränderungen nur sehr langsam vonstattengehen, wollen wir uns nun selbst darum kümmern“, sagt er.

Im Dorf gefällt nicht jedem, was der Verein tut. Das Geld solle doch bitteschön in Mannebach bleiben und nicht an die Nachbarn verschenkt werden, hören Gard und seine Mitstreiter manchmal. Was die Kritiker dabei aber vergessen: Das Geld kommt auch von außerhalb. Weniger als ein Drittel der Vereinsmitglieder kommt laut Schriftführer Werner Weber überhaupt aus Mannebach. Und was der Verein in den Nachbardörfern Gutes bewirkt, kommt auch den Mannebachern zugute. Zum Beispiel, weil ihre Kinder in die geförderte Kita Fisch gehen. Oder weil der geförderte Betreuungsverein Zeitgarten Tawern auch Mannebacher Senioren offensteht. Die SPD-Politikerin und ehemalige Pflegeassistentin Karla Kroon hat den Zeitgarten vor einem Jahr gegründet, um alten Menschen zu ermöglichen, möglichst lange zu Hause zu leben. Sie hat zwölf ehrenamtliche Helfer ausbilden lassen, die inzwischen die ersten Kunden in ihrem Alltag begleiten. Von den 1000 Euro schafft der Verein Medizinbälle, Fitnessbänder, Fachliteratur und andere Materialien an. Kroon sagt: „Wir sind überglücklich über die finanzielle Unterstützung. Sie hilft uns, älteren Menschen in der Region mehr Selbstwertgefühl zu geben und ihre Angehörigen zu entlasten.“ Der Tawerner Verein Zeitgarten schert sich übrigens genauso wenig um Gemeindegrenzen: Bislang kommen alle betreuten Kunden von außerhalb.

Bernd Gard vom Förderverein Zukunft Mannebach und der Region findet derweil immer mehr Mitstreiter. Auch Politiker wie der ehemalige Bürgermeister der Verbandsgemeinde Saarburg, Leo Lauer, sind dabei. Genau 150 Menschen sind bereits in den jungen Verein eingetreten und bewirken mit ihrem Geld Gutes – für alle in der Region.