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Millionen für Bahnhof, Tourismus und Straßen

An diesen Stellen in Saarburg soll 2016 investiert werden: die Schiffsanlegestelle, der Bahnhof und das Kasernengelände in Beurig. Fotos (3): Archiv/Marion Maier, Archiv/Portaflug, Archiv/Privat
An diesen Stellen in Saarburg soll 2016 investiert werden: die Schiffsanlegestelle, der Bahnhof und das Kasernengelände in Beurig. Fotos (3): Archiv/Marion Maier, Archiv/Portaflug, Archiv/Privat FOTO: (ClickMe)
Saarburg. Die Schiffsanlegestelle in Saarburg wird ausgebaut und der Bahnhof als Anlaufstelle für Jugendliche und Jugendarbeit umgebaut. Die Burgsanierung geht weiter. Fünf Millionen Euro will die Stadt 2016 investieren. Marion Maier

Saarburg. 63 Einzelinvestitionen sind im Haushalt 2016 der Stadt Saarburg vorgesehen. Von einem "Rieseninvestitionspaket" sprach Saarburgs Bürgermeister Jürgen Dixius in der Stadtratssitzung. Es umfasst rund fünf Millionen Euro. Hinzu kommen weitere fünf Millionen Euro der städtischen Gesellschaften. Dazu gehören die Gebäudegesellschaft, die sich um die Bauten im Konversionsgebiet kümmert, und die Entwicklungsgesellschaft, die für die Flächen der Stadt zuständig ist.
Casino wird saniert


Zu den Investitionsschwerpunkten zählen die Kitas. Größter Posten sind Umbau und Sanierung des Casinos, in dem die Kita St. Laurentius untergebracht ist (250 000 Euro). Auch ein Neubau für das alte Kita-Gebäude von St. Laurentius, in dem sich der Schimmel breitgemacht hat, ist in den Haushalt eingeplant (200 000 Euro).
Recht bald soll der Umbau des Bahnhofsgebäudes beginnen. Der offene Treff und das Internetcafé der Fachstelle Kinder- und Jugendpastoral, die Gruppenarbeit der Gewalt- und Suchtprävention und die sozialraumorientierte Jugendarbeit des Kreises sollen dorthin umziehen (550 000 Euro). Mit Hilfe des Förderprogramms Stadtumbau Beurig wird zudem das Bahnhofsumfeld inklusive Parkplatz umgestaltet (275 000 Euro).
Die Saarburger Schiffsanlegestelle soll laut Planung 2016 ausgebaut (110 000 Euro) und die Burgsanierung fortgeführt werden. 35 000 Euro sind für die Felssicherung eingeplant. Große Chancen sieht Dixius, wenn sich die Stadt per Fördermittel für barrierefreien Tourismus (der TV berichtete) fit macht. In die Friedhöfe sollen 2016 rund 100 000 Euro fließen. Auch in den Straßenausbau wird einiges investiert, größter Batzen: der Gehwegausbau in der Trierer Straße (580 000 Euro). Weitere Investitionen: Mitfahrerparkplatz an der B 407 (150 000 Euro) und eine neue Heizung für die Stadthalle (50 000 Euro).
In Sachen Konversion steht in diesem Jahr die Aufstellung des Bebauungsplans für das Kasernengelände (100 000 Euro) an. Auf dem Areal soll in erster Linie Wohnbebauung entstehen.
Der Stadtrat hat sich einstimmig für den Haushaltsplan ausgesprochen, obwohl die Verschuldung damit wieder ansteigt. Dixius erklärte, dass nach zwei Jahren die Konsolidierung unterbrochen werden müsse (siehe Extra). Hintergrund dafür seien der Mehraufwand für die Kitas, eine umfangreiche Bauleitplanung und Ausgaben für die Flüchtlingsunterkünfte, die aber über Mieten wieder zurückflössen.
Erinnerung an Jugendherberge


Dixius sprach von hohen Steuereinnahmen 2015, die auch auf die Entwicklung von Bauland und Gewerbeflächen zurückzuführen seien. Mehr als Dreiviertel der Einnahmen gingen der Stadt als Umlagen jedoch wieder verloren. Für die CDU kritisierte Gabi Thebach die hohen Abgaben, die Saarburg mit seinen Mehreinnahmen an das Land zahlen müsse. Angesichts geplanter Investitionen in Schilder und Verkehrslenkung forderte sie dazu auf, die Gestaltungssatzung der Stadt zu verabschieden.
Hans Georg Götze (SPD) sprach von vielen Maßnahmen, die "gut für unsere Touristen sind". Er forderte jedoch: "Wir sollten uns auch dafür starkmachen, dass wir wieder eine Jugendherberge bekommen." Er lobte, dass die Kindergartenpläne am Cityparkplatz, die die SPD vor einem halben Jahr vorgeschlagen habe, Gehör gefunden hätten.Extra

Investitionen: Fünf Millionen Euro (6,8 Millionen Euro im Vorjahr) Fehlbetrag: 730 000 Euro Verschuldung Ende 2016: 6,6 Millionen Euro (6,1 Millionen Euro) Pro-Kopfverschuldung: 821 Euro (851 Euro)Extra

+++ Das Land will das Justizausbildungszentrum im Blümchesfeld in Saarburg, in dem auch Lehrer fortgebildet werden, ab 2017 nicht mehr nutzen. Das Gebäude soll verkauft werden. Stadtbürgermeister Jürgen Dixius sagte, er habe der Ministerpräsidentin in einem Brief mitgeteilt, dass er darüber enttäuscht sei. Das Zentrum habe 3000 Übernachtungen pro Jahr gebracht. Dixius: "Das Land hat zugesagt, die Stadt bei der Konversion zu unterstützen. Aber Unterstützung sieht anders aus. Wir hoffen, dass die Entscheidung noch mal überdacht wird." Vorsorglich hat der Stadtrat für diesen Bereich eine Veränderungssperre beschlossen, die im Hinblick auf den geplanten Straßenausbau ausgedehnt wurde. +++ Im Bereich Cité Süd befindet sich ein Bunker, der im Rahmen des Westwalls errichtet wurde. Dieser steht unter Denkmalschutz. Damit die Fläche nicht weiter als Bauland ausgewiesen ist, hat der Stadtrat eine entsprechende Änderung des Bebauungsplans Cité Süd beschlossen. mai

FOTO: (h_sab )
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