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Antisemitismus
Mit „Augen auf!“ gegen Antisemitismus

Saarburg. Da Antisemitismus noch immer oder wieder präsent ist, organisiert die Kulturgießerei Saarburg zusammen mit ihrem Projektpartner, dem Institut für Geschichte und Soziales Luxemburg, Bildungsangebote um sich gegen Vergessen, Verleugnung und Verharmlosung stark zu machen.

Zu diesem Zweck wurde die Initiative „Augen auf!“ ins Leben gerufen, diese umfasst Vorträge, Führungen, Gedenkstättenbesuche und Zeitzeugengespräche, um dem wieder aufstrebenden Antisemitismus in der Gesellschaft Paroli zu bieten.

Anlässlich des Besuches des Konzentrationslagers Hinzert am Samstag, 29. September, findet morgen in der Kulturgießerei eine Sensibilisierung mit Georg Mertes statt. Anschließend wird der Dokumentarfilm „Dir sid nët vergiess!“ von Julian Weinert gezeigt. Der Regisseur wird ebenfalls persönlich vor Ort sein. Er begleitet in dem Film eine luxemburgische Schülergruppe während einer Besichtigung des Konzentrationslagers Hinzert. Wie begegnen die Jugendlichen den Gräueln der Vergangenheit? Welche Lehren ziehen sie aus der Geschichte?

In die Begleitung werden unter anderem Interviews mit Historikern und Zeitzeugen, darunter einer der letzten Überlebenden des KZ Hinzert, eingebettet. Dabei wird deutlich, dass es sich zwar um ein vergleichsweise kleines Lager handelte, welches jedoch über einige Besonderheiten und Merkmale verfügte, die es innerhalb des deutschen Lagersystems einzigartig machten.

Edith van Eijck führt außerdem am Sonntag, 23. September, entlang der Stolpersteine in Saarburg und erzählt von den Menschen, die in der Stadt gelebt haben und denen Leid zugefügt wurde. Treffpunkt ist die DRK Sozialstation Saarburg-Beurig um 14 Uhr.

Am Samstag, 29. September, geht es dann zur KZ-Gedenkstätte in Hinzert, dort wird es unter anderem eine Führung geben. Dazu treffen sich die Teilnehmer um 10 Uhr an der Saarburger Kulturgießerei und fahren von dort aus mit dem Bus nach Hinzert. Die Veranstaltung ist kostenlos.

In ihrem Vortrag stellt Historikerin Sabine Hering am Montag, 1. Oktober, 19 Uhr, im Rahmen der Ausstellung „100 Jahre jüdische Wohlfahrtspflege zwischen 1917 und 2017“ die Geschichte der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland vor. Veranstaltungsort ist die Kulturgießerei.

Am Sonntag, 7. Oktober, führt Historiker Günter Heidt über den jüdischen Friedhof in Freudenburg. Dieser war seit etwa 1620 zentraler Begräbnisort für mindestens 300 Tote der jüdischen Gemeinschaften von Freudenburg, Merzig und Hilbringen (bis 1770) sowie Kirf und Meurich (bis 1929). Treffpunkt ist der Freudenburger Marktplatz um 14.30 Uhr.

Auf ihm sind noch 111 Grabsteine aus vier Jahrhunderten erhalten, der älteste von 1697/98, der letzte von 1971. Als Denkmal ist er Ort der Erinnerung für die Nachkommen der Juden von Freudenburg aus aller Welt sowie Ort des Gedenkens an die aus ihrer Heimat Vertriebenen, Deportierten und Ermordeten.

Informationen und Anmeldungen bei der Kulturgießerei Saarburg, Telefon 06581/2336, E-Mail mitarbeiter@saarburg-vielfalt.de oder www.initiative-augenauf.de