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Tanz
Moderner Tanz in düsterer Atmosphäre

Die Schlussszene spielte auf der Terrasse, mit wenig Licht, dunkler Kleidung und sehr niedriger Außentemperatur.
Die Schlussszene spielte auf der Terrasse, mit wenig Licht, dunkler Kleidung und sehr niedriger Außentemperatur. FOTO: Herbert Thormeyer
Saarburg. Die Compagnie Irene K setzt in der Kulturgießerei die Schwere der früheren Arbeit in Bewegung um. Von Herbert Thormeyer

„Dieser Ort ist unheimlich inspirierend“, erzählt Irene Kalbusch begeistert. Die belgische Choreografin und Tanzlehrerin brachte vier Tänzerinnen, zwei Tänzer und eine Musikerin in die Kulturgießerei, um sie mit Bewegung und Musik zu füllen. Passend zum Thema des Kultursommers in Rheinland-Pfalz, der die Industriekultur zum Schwerpunktthema erhoben hat.

„Au fer et à la fonte“, also Eisen und Guss, hat sie ihre Schöpfung genannt. „Eisen- und Stahlindustrie gibt es auch in meiner Heimat Belgien“, erklärte sie den Zuschauern, genau fünf an der Zahl, die sie im Café der Kulturgießerei abholt.

Die kleine Schar wird auf die Bühne gestellt, denn Stühle waren keine aufgestellt worden. „Hier ist es jetzt anders herum. Sie folgen den Tänzern“, erklärt die Choreografin. Die gesamte Kulturgießerei wurde in Szene gesetzt.

Es erscheint eine Geigerin und ein Tanzpaar. „Hier wird die schwere Arbeit dargestellt“ lautet die Erklärung, warum beide keine Berührungsängste mit dem Staub auf dem Boden haben, diesen sogar aufwirbeln und husten müssen.

Zusätzliches Licht wurde nicht in die Szenerie eingebaut. Es folgten Tanzszenen im Bereich der ehemaligen Werkstätten, im Innenhof und zuletzt auf der Außenterrasse. Dort standen zwar Scheinwerfer, sie strahlten jedoch die Tänzer, ganz in Schwarz gekleidet, nur von einer Seite an. Überall floss imaginäres, heißes Metall in Bewegungen hinein. Auch einige Glocken wurden angeschlagen, die Choreografie dem Spielort angepasst. Aber eine Beschreibung der Arbeit an diesem historischen Ort war es ausdrücklich nicht.

Der Abend wurde frisch, die Temperatur sank spürbar. Die Zuschauer froren. Die künstlerische Leiterin bemerkte das und fragt: „Sollen wir wieder hineingehen?“ Ob sich der Raum mit dieser Performance ändert, will sie von ihrem kleinen Publikum wissen.

Konrad Wiesner aus Saarburg lobte die Köperbeherrschung der Tänzer, aber: „Das Thema ist mir schwer gefallen.“ Auch wegen der Kunstsprache, die von Geigerin Dominica Eyckmans in stellenweise schrillen Tönen ausgestoßen wurde. Sehr metallisch, und daher passend, waren die Klänge, eine Art Industriegeräusche, die vom Computer abgespielt wurden. Aber ist das Musik?