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Musikerduo ParisBerlin stellt in Freudenburg seine erste CD vor (Video)

Deutschland trifft Frankreich: Christian Kaiser (links) und Christophe Schoepp sind zusammen ParisBerlin. Fotos (2): Privat
Deutschland trifft Frankreich: Christian Kaiser (links) und Christophe Schoepp sind zusammen ParisBerlin. Fotos (2): Privat FOTO: (h_sab )
Freudenburg. Seit drei Jahren machen Klimaschocksänger Christian Kaiser und Christophe Schoepp als ParisBerlin zusammen Musik. Am Sonntag stellen sie ihre erste CD vor. Für beide ein besonders emotionales Ereignis - aus mehreren Gründen. Marion Maier

Über ParisBerlin sagt Christian Kaiser: "Wir sind wohl die ältesten Newcomer der Region" und lacht. ParisBerlin - das ist ein Herzensprojekt des in der Region bekannten Klimaschocksängers, der mit seinen energiegeladenen Auftritten das Publikum mitreißt und des Franzosen Christophe Schoepp. Beide sind Jahrgang 1968 und veröffentlichen nun ihre erste CD.

Über ihre Jobs in der Werbebranche haben sie sich vor mehr als 20 Jahren kennengelernt. Heute sind sie Freunde. Kaiser: "Es ist ein großes Glück, dass wir uns getroffen haben. Wir inspirieren uns gegenseitig." Vor ein paar Jahren haben sie einfach mal zusammen Musik gemacht. Sie haben sich gegenseitig ihre Musikwelten erklärt - der Franzose kannte beispielsweise die deutsche Rockmusik nicht - dann ein paar Lieder zusammen gecovert. Da passierte es: Ein Nachbar des Franzosen kam vorbei - und war vom Vorspiel berührt. "Ab da war klar: Wir wollen zusammen auf die Bühne", sagt Kaiser, der in Kirf lebt.

Auch dort fingen die Musiker mit Coversongs an, dann kamen die eigenen Lieder. Sie entstehen in Arbeitsteilung. "Christophe ist ein sehr kreativer Musiker", sagt Kaiser. Er nehme immer mal Songfragmente auf. Christian Kaiser hört sie sich dann an und textet dazu. "Manchmal fällt mir drei Wochen lang nix ein, manchmal ist ein Text ganz schnell da."

Gesungen wird teils zweisprachig. Die Musik besteht aus einer wilden Mischung aus Pop, Chanson und Elektro. Bei ParisBerlin, einem der ganz wenigen deutsch-französischen Musikprojekte, geht es darum, Grenzen zu überwinden - musikalisch, sprachlich, in jeder Hinsicht. Denn Musik kennt keine Grenzen. Rein physisch überwindet der 49-jährige Kirfer die Ländergrenze derzeit fast jede Woche, wenn er Richtung Metz fährt. Dort lebt Christophe Schoepp, der mittlerweile seinen Werbejob an den Nagel gehängt und die Musik zum Beruf gemacht hat. Er spielt in einer Hardrockband und hat einen Proberaum sowie ein Studio.

Im Nachbarland taucht Chris Kaiser dann voll ins französische Leben ein - nicht nur mit anderen Essgewohnheiten, sondern auch mit anderem Miteinander, das er als relaxter bezeichnet. Kaiser: "Es kann schon mal sein, dass ich drei Stunden hin- und zurückfahre und wir keinen Ton spielen. Am Anfang habe ich gedacht ,komm' in die Puschen', aber das habe ich abgelegt. Ich genieße das jetzt." Dann werde eben geredet über Probleme, die Familie, wie man das so unter Freunden mache.

Die Botschaft von ParisBerlin ist im Prinzip dieselbe wie die der Coverband Klimaschock. Kaiser formuliert sie so: "Lass uns zusammen eine gute Zeit verbringen." Aber mit ParisBerlin ist es auch anders. Kaiser: "Das ist ein ganz anderes Gefühl, wenn man eigene Themen und eigene Texte singt und dann spürt, dass die Leute Freude daran haben." Die Texte seien zu 100 Prozent persönlich, da mache er sich "naggisch", sagt Kaiser. Berührungsängste haben Kaiser und Schoepp offensichtlich keine, wenn sie ihre Botschaft unters Volk bringen wollen. So haben sie es vergangene Woche sogar geschafft, Helfer in einem französischen Wahlbüro, in das sie einfach mal rein sind, zum Mitsingen zu bringen. Das belegt ein kleines Video auf ihrer Facebookseite. Eine Gitarre, zwei Stimmen - mehr brauchen Kaiser und Schoepp nicht, um Stimmung zu machen. Die anderen Instrumente, die auf der CD zu hören sind wie Schlagzeug beispielsweise, haben sie selbst eingespielt. Die CD haben sie auch selbst produziert. Kaiser: "So was kostet einen Haufen Energie und Geld." Auflage: 500 Stück.

Am Sonntag stellt ParisBerlin die Disc im Ducsaal in Freudenburg vor. Dort gibt es sie zu kaufen, auf den Markt kommt sie ab Juni. Kaiser, der auf der Bühne eine Rampensau ist, im sonstigen Leben aber äußerst umgänglich wirkt, schränkt ein: "Die CD ist nur ein Teil von uns, ein Appetithappen. Live gibt es uns ganz."
Doch vorher steht das Lampenfieber. Der 49-Jährige sagt voraus: "Wir werden am Sonntag schlotternd hinter der Bühne stehen." Zum Herzensprojekt gesellen sich nämlich besondere Gäste: Die Mütter der Musiker, beide um die 80, werden da sein. Kaiser: "Das wird ganz emotional für uns."

ParisBerlin tritt am Sonntag, 30. April, ab 19 Uhr im Ducsaal auf. Einlass ist ab 18 Uhr. Eintritt (inklusive kleinem Snack): 13 Euro im Vorverkauf bei Ticket-Regional-Vorverkaufsstellen, 16 Euro an der Abendkasse.

FOTO: (h_sab )