| 17:52 Uhr

Irsch
Musikverein Irsch startet mit fröhlichen Klängen in den Frühling

So fängt man beim Musikverein Irsch an, Bühnenerfahrung zu sammeln: Nele Benzschawel, Melina Pietruschka, Jonna Zenner und Larsa Mousa (von links) treten als Flötenensemble mit dem Jugendorchester auf.
So fängt man beim Musikverein Irsch an, Bühnenerfahrung zu sammeln: Nele Benzschawel, Melina Pietruschka, Jonna Zenner und Larsa Mousa (von links) treten als Flötenensemble mit dem Jugendorchester auf. FOTO: Herbert Thormeyer
Irsch. Der Verein, der dieses Jahr sein 110-jähriges Bestehen feiert, weckt beim Konzert zu Beginn des Jubiläumsjahres Lust auf das große Fest im Sommer. Von Herbert Thormeyer

Der Musikverein 1908 Irsch hat keine Mühe, die rund 400 Plätze in der Turn- und Mehrzweckhalle mit aufmerksamen Konzertbesuchern zu füllen. Der stattliche Verein mit 20 Jungmusikern im Jugendorchester und 50 im Gesamtorchester steht bei seinem Frühjahrskonzert bereits mitten im Jubiläumsjahr.

Zwei Monate haben sich die Dirigenten Silke Lattwein und Martin Bodem Zeit zum Proben genommen und musikalische Glanzstücke einzustudieren. Dabei wurden die Musiker getestet, was möglich ist. Gefragt nach dem schwierigsten Stück im Programm sagt Vorsitzender Rainer Pütz: „Ganz klar Children of Sanchez von Chuck Mangoine.“ Es sind Rainer Pütz’ Soloparts am Flügelhorn, Aline Schmitt am Altsaxophon und Johannes Pütz am Horn, die diese rhythmische Komposition so besonders klingen lassen. Auch der Ungarische Tanz Nr. 5 von Johannes Brahms hat es in sich, genau wie die Musik aus dem Musical La La Land, die einen Oscar gewann.

Für Dirigentin Silke Lattwein ist es das fünfte Frühlingskonzert mit dem Irscher Verein. Auch sie gewann in dieser Zeit an Erfahrung: „Ich achte heute mehr auf Details und Kleinigkeiten und auf das bewusste Zusammenspiel.“ Erfahrung sei durch nichts zu ersetzen.

Mit Sophia Jäckels (18) an der Querflöte und Marius Maximini (13) am Schlagwerk hat die Dirigentin  zwei Debütanten im Orchester. „Ich bin schon ein bisschen aufgeregt“, sagt Marius Maximini, aber es helfe, wenn die Großen ringsum gut spielten. Ganz entspannt geht Sophia Jäckels ins Konzert: „Ich habe keine schlaflose Nacht gehabt.“ Es sei gut, wenn man wisse, dass man es könne.

Beide kommen aus dem Jugendorchester, das Martin Bodem leitet. Seine 20 Nachwuchsmusiker sind neun bis 27 Jahre alt. Diesmal kommen mit Larsa Mousa, Jonna Zenner, Melina Pietruschka und Nele Benzschawel vier junge Blockflötistinnen dazu, die im Zusammenspiel mit dem Jugendorchester erste Bühnenerfahrung sammeln.

„Ein bis zwei Jahre sollte das Instrument geübt werden, bis man bei der Jugend mitspielt“, erklärt Bodem. Über den Sprung ins große Orchester entscheiden er und die Instrumentalausbilder. Wer Interesse hat, ein Instrument zu erlernen, dem kann zunächst entweder eines gestellt oder ein Leih-Instrument vermittelt werden.

Wie lustig es bei den Irscher Jungmusikern zugehen kann, zeigt der Titel „Rummel Bummel“ von Thiemo Kraas, zu dem jeweils Verse gedichtet wurden, um die musikalische Szenerie noch besser zu beschreiben. „Ich bin begeistert, dass so viele bekannte Melodien gespielt wurden, gerade vom Jugendorchester“, freut sich Franz Rommelfanger aus Irsch, ein bekennender Fan zackiger Märsche. Helga Wagner singt im Irscher Kirchenchor und kann beurteilen: „Hier werden die einzelnen Stimmen harmonisch zusammengeführt.“

Am Schluss des Frühlingskonzerts wird es noch einmal richtig witzig, mit einem Ausflug zu den Hits der 1980er Jahre, den Zeichentrickfiguren Bugs Bunny und seinen Freunden sowie dem Steigerlied mit eigenem Text – eine Einladung, nur ja nicht das Jubiläumsfest zum 110-jährigen Bestehen im Sommer zu verpassen.