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Nach acht Jahren durchgefault

"Wir müssen handeln": Ortsbürgermeister Oswald Disch vor dem morschen Rest eines Spielgerätes.Foto: Peter Hacker
"Wir müssen handeln": Ortsbürgermeister Oswald Disch vor dem morschen Rest eines Spielgerätes.Foto: Peter Hacker
RALINGEN-WINTERSDORF. Mit dem Bretterzaun und dem Löwenzahn erinnert der Platz an eine Weide - kaum zu glauben, dass dort einst Kinder fröhlich auf der Schaukel saßen. Obwohl erst vor acht Jahren angelegt, musste der einzige Kinderspielplatz in Wintersdorf nun aus Sicherheitsgründen geschlossen werden. ARRAY(0xf296f190)

Die Nachricht sei wie ein kleiner Schock gewesen, sagt Oswald Disch, Ortsbürgermeister von Ralingen. Anfang Mai hatte die Dekra Frankfurt im Auftrag der Verbandsgemeinde (VG) Trier-Land den Spielplatz in Wintersdorf routinemäßig überprüft - und danach kurzerhand geschlossen. "Die Gutachter stellten fest, dass die Holzpfosten der Spielgeräte durchgefault waren", sagt Disch. Diese Sicherheitsmängel hätten die Experten der Dekra veranlasst, den Spielplatz sofort zu schließen. Der Ortsbürgermeister: "Uns war klar, dass sofort gehandelt werden musste." Schon am nächsten Tag habe der Gemeindearbeiter alle Geräte abgebaut. Wieso die neu angeschafften Spielgeräte nach nur acht Jahren unbrauchbar und sogar gefährlich werden konnten, sei nicht nachvollziehbar. "Außerdem", so versichert der Ortsbürgermeister "ist mir nicht bekannt gewesen, dass die Geräte womöglich schon seit Monaten marode waren." Die Einzelheiten zu den Untersuchungsergebnissen der Dekra liegen auch der VG-Verwaltung noch nicht vor. Man warte noch auf das Eintreffen des schriftlichen Gutachtens, heißt es dort. Eine möglich Erklärung für die schnelle Fäulnis könne jedoch sein, dass die "örtlichen Gegebenheiten" dem Holz arg zugesetzt hätten. Die Wintersdorfer hat die Nachricht von der Schließung des Spielplatzes offenbar nicht aus der Ruhe gebracht. Eine Mutter erzählt, die Geräte hätten schon vor Monaten gewackelt. Also habe sie ihren Kindern verboten, sie zu benutzen. Eine andere Frau wundert sich: "Ich habe noch vor wenigen Wochen mit dem Kind auf der Schaukel gesessen und keine Schäden feststellen können." Und ein Anwohner erklärt, dass der Spielplatz schon länger "in einem erbärmlichen Zustand" gewesen sei - schließlich müsse er ja einem Baugebiet weichen.Eine Lösung dank Vertrages mit Baufirma

Tatsächlich soll der Spielplatz schon in den nächsten Tagen abgerissen werden, wenn die Arbeiten für das angrenzende Baugebiet beginnen. Doch auf einen Spielplatz verzichten müssen laut Disch die Wintersdorfer Kinder auch in Zukunft nicht. Die Ortsgemeinde habe mit der Immobilienfirma, die unmittelbar hinter dem Spielplatzgelände 13 Häuser errichten werde, einen Vertrag abgeschlossen. Darin verpflichte sich das Unternehmen, in dem Baugebiet einen neuen Spielplatz anzulegen. "Das neue Gelände soll sogar als Erlebnis-Spielplatz gestaltet werden, mit Hügeln und einem Betonrohr zum Durchkrabbeln", betont Disch. Der neue Spielplatz werde noch im Laufe des Sommers fertig gestellt sein.Morgen: Bootsfahren auf der Sauer - von Luxemburg aus erlaubt und auf deutscher Seite untersagt.