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Tourismus
Jugendherberge Saarburg eröffnet erst 2020

Die Grafik zeigt, wie die Jugendherberge später von außen aussieht.
Die Grafik zeigt, wie die Jugendherberge später von außen aussieht. FOTO: Landesverband der Jugendherbergen
Saarburg. Die Stadt muss damit ein halbes Jahr länger ohne das Übernachtungsangebot auskommen. Das dürfte spürbare Folgen für den Tourismus haben. Von Benedikt Laubert
Benedikt Laubert

Touristen, die nach Saarburg kommen, müssen ein halbes Jahr länger als gedacht mit einem beschränkten Übernachtungsangebot auskommen. Denn die Sanierung der Saarburger Jugendherberge dauert wohl nicht, wie zuletzt bekannt, bis Herbst 2019 – sondern mindestens bis Frühjahr 2020. Das bestätigte Jacob Geditz, Vorsitzender des Landesverbands der Jugendherbergen in Rheinland-Pfalz/Saarland. Bereits im vergangenen Dezember hatte der Verband den Eröffnungstermin von Frühjahr 2019 um ein halbes Jahr später verschoben (der TV berichtete).

Das dürfte dazu führen, dass touristische und kulturelle Einrichtungen in Saarburg länger mit weniger Kundschaft auskommen müssen. Laut Bürgermeister Jürgen Dixius sind seit Schließung der Jugendherberge zum Beispiel die Buchungen von Schulklassen bei den Stadt- und Gästeführungen stark zurückgegangen. Einrichtungen wie die Sesselbahn, die städtischen Museen, die Sommerrodelbahn, die Fahrgastschifffahrt und die Saartalbahn haben seither weniger Gäste.

Aufgeräumt und modern: So sehen später die Zimmer der Jugendherberge aus.
Aufgeräumt und modern: So sehen später die Zimmer der Jugendherberge aus. FOTO: Landesverband der Jugendherbergen

Dixius, der auch dem Tourismusverein Saar-Obermosel-Touristik vorsteht, sagt: „Wir brauchen dringend eine Jugendherberge in Saarburg.“ Es fehlen vor allem in der Hauptsaison und an den verlängerten Wochenenden Betten. Darüber hinaus sind bereits zu vielen Veranstaltungen wie etwa dem Saarweinfest alle Betten frühzeitig vollständig belegt.

Dixius bedauert die spätere Neueröffnung. Er sagt: „Wir hätten uns sehr über die zusätzlichen Gäste wie Schulklassen, Familien oder Tagungsgruppen gefreut.“ Die anderen Einrichtungen mit Übernachtungsmöglichkeit können das Angebot der seit 2015 wegen Mängeln beim Brandschutz geschlossenen Jugendherberge nur bedingt kompensieren. Denn die Jugendherberge ist besonders auf die Bedürfnisse von Schulklassen, Ferienfreizeiten, Vereinen, größeren Gruppen und Familien ausgelegt.

Laut Jacob Geditz vom Landesverband der Jugendherbergen haben mehrere Gründe dazu beigetragen, dass sich der Eröffnungstermin abermals verschiebt. Die Planung habe zum Beispiel länger gedauert, und der Bebauungsplan habe geändert werden müssen. Die Kreisverwaltung Trier-Saarburg wird wohl in den kommenden Tagen die Bauge­nehmigung erteilen. Nach der Sanierung soll die Herberge deutlich anders aussehen: Die neue Küche der Einrichtung ist als sogenannte Frontcookingküche ausgerichtet, so dass die Gäste dem Koch beim Kochen und Zubereiten der Speisen zusehen können.

Statt zuletzt 102 Betten wird es nach jetzigem Stand 173 Betten geben. Alle Zimmer verfügen dann über ein eigenes Duschbad mit WC. Die Bäder haben alle eine bodengleiche Dusche und einen Waschtisch mit einem Kinder- und einem Erwachsenenwaschbecken. Das Haus ist nach dem Umbau in allen Geschossen barrierefrei zu erreichen, zwei der Zimmer sind barrierefrei.

Auch der Brandschutz – ursprünglicher Grund der Schließung – wird modernisiert. Die voraussichtlichen Kosten bleiben laut Geditz unverändert bei 6,35 Millionen Euro. Der Landesverband der Jugendherbergen trägt die Kosten komplett.