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Nägel mit Köpfen im Baugebiet

Der Endausbau des Neubaugebiets „In der Acht“ scheiterte bislang am Geld besser gesagt an fehlenden Zuschussmitteln vom Land, mit denen die Gemeinde gerechnet hatte. TV-Foto: Hermann Pütz
Der Endausbau des Neubaugebiets „In der Acht“ scheiterte bislang am Geld besser gesagt an fehlenden Zuschussmitteln vom Land, mit denen die Gemeinde gerechnet hatte. TV-Foto: Hermann Pütz
Rund zehn Jahre nach Ende der Erschließungsarbeiten hat die Gemeinde Irsch den Endausbau des Baugebiets "In der Acht" nun auf den Weg gebracht. Spätestens im kommenden Frühjahr sollen die Bagger rollen. Dabei hofft die Gemeinde, dass ihr das Land finanziell unter die Arme greift.

Irsch. (hpue) Wenn der Irscher Gemeinderat tagt, sind gewöhnlich auch einige Besucher im Sitzungssaal zu finden. So groß wie bei der jüngsten Ratssitzung ist das Bürgerinteresse allerdings selten. Mehr als ein Dutzend Zuhörer waren gekommen. Grund war das einzige Hauptthema des Abends: das Neubaugebiet "In der Acht". Letzteres beschäftigt sowohl die Irscher Ratsleute als auch die Anwohner schon seit geraumer Zeit. Nachdem das Gebiet zwischen 1994 und 1998 erschlossen worden war, beabsichtigte die Gemeinde bereits mehrfach, den Endausbau der Erschließungsstraßen anzugehen. Das Problem war und ist der Gemeindeanteil an den Ausbaukosten: rund 102 000 Euro von insgesamt 704 000 Euro. Um die Summe stemmen zu können, hofft die Gemeinde auf Zuschüsse aus dem Investitionsstock des Landes. Wiederholt wurden entsprechende Anträge gestellt, die gewünschten Fördermittel blieben aber bislang aus - "aufgrund der beim Land nur begrenzt zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel", wie es in der Sitzungsvorlage hieß.Zehn Jahre nach Abschluss des Vorstufenausbaus will die Gemeinde Irsch im Baugebiet "In der Acht" nun "Nägel mit Köpfen" machen. Noch in diesem Jahr soll ein Ingenieurbüro mit der Planung des Endausbaus beginnen. Gleichzeitig sollen erneut Investitionsstock-Mittel und darüber hinaus die Genehmigung zum vorzeitigen Baubeginn beantragt werden. Außerdem sollen die Anwohner, die rund 602 000 Euro und damit den größten Teil der Ausbaukosten tragen müssen, in die Planungen einbezogen werden. So ist unter anderem eine Anliegerversammlung vorgesehen. Laut Ortsbürgermeister Jürgen Haag könnte die Ausschreibung der Maßnahme noch im Winter über die Bühne gehen. "Baubeginn könnte dann im Frühjahr sein", sagte Haag.Der Beschluss, den Endausbau noch 2008 planerisch anzugehen, fiel einstimmig. Einigkeit herrschte dabei nicht nur hinsichtlich der Notwendigkeit des Vorhabens. So betonten die Vertreter sämtlicher Fraktionen, man müsse alle Anstrengungen unternehmen, die zu Kosteneinsparungen führen. Ratsmitglied Helmut Steuer stellte fest: "Die Leute wollen, dass ihre Straßen gemacht werden. Dem Wunsch sollte die Gemeinde nachkommen." Und: "Je länger wir mit dem Endausbau warten, desto teurer wird die Sache." Der endgültige Ausbaubeschluss, der den Baggern den Weg frei macht, soll erst nach Abschluss der Planungsarbeiten fallen.