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Dorfentwicklung
Netzausbau in Merzkirchen: „Die Zeit des Trommelns ist vorbei“

Ein Mann mit großen Plänen: Ortsbürgermeister Martin Lutz rechnet nicht mit dem Ausbau der Ortsdurchfahrten von Körrig und Merzkirchen vor 2020.
Ein Mann mit großen Plänen: Ortsbürgermeister Martin Lutz rechnet nicht mit dem Ausbau der Ortsdurchfahrten von Körrig und Merzkirchen vor 2020. FOTO: Herbert Thormeyer
Merzkirchen. Das Glasfaserkabel rückt in greifbare Nähe. Außerdem stellt der Landesbetrieb Mobilität in Ratssitzung geplante Straßenausbaupläne vor. Von Herbert Thormeyer

„Als unsere Ortsdurchfahrt hier in Körrig zum letzten Mal ausgebaut wurde, ging ich noch zur Schule“, erinnert sich der Merzkircher Ortsbürgermeister Martin Lutz. „Doch jetzt ist die Zeit des Trommelns vorbei“, sagt er weiter.

Jetzt hatte der heute 68-Jährige den Landesbetrieb Mobilität (LBM) aus Trier in der Ortsgemeinderatssitzung zu Gast. Vorgestellt wurden die Ausbaupläne für die Ortsdurchfahrten seines Heimatdorfes auf der Kreisstraße 112 und der K 120 in Merzkirchen, Richtung Kelsen. Beide Trassen zeigen deutliche Risse, die sich im Winter bei frierendem Wasser noch stark vergrößern werden.

LBM-Planer Marc Kuhn konnte bei der Frage nach dem baldigen Baubeginn wenig Hoffnung machen: „Das wird voraussichtlich 2020.“ Beim jetzigen Planungsstand sei es auch noch viel zu früh, irgendwelche Kosten zu nennen. Was aber feststeht, ist, dass sich die Körriger und Merzkircher Grundstückseigner wegen des Wiederkehrenden Beitrages an den Kosten für Gehwege und Beleuchtung beteiligen müssen. Den Ausbau der Straße selbst trägt der Kreis. Wenn Kanäle und Wasserleitungen marode sind, wird das von den Verbandsgemeindewerken Saarburg übernommen, die ja auf das Geld ihrer Beitragszahler zurückgreifen können.

Deutlich schneller geht es beim Breitbandausbau mit Glasfaserkabel. Hier bewegen sich die Baustellen bereits auf Merzkirchen und Körrig zu. Datum und Ort einer ersten Infoveranstaltung dazu stehen auch schon fest: Dienstag, 15. Januar 2019, um 19 Uhr im Bürgerhaus Merzkirchen. Auch über die Straßenausbauten werden die Anlieger vorher ausführlich informiert.

Bei der Glasfaser geht es deshalb so schnell, weil die Wasserversorgung Obermosel (WSO) derzeit an einem Wirtschaftsweg eine neue Leitung verlegt. Parallel dazu legt der Energieversorger RWE eine 20-Kilovolt-Leitung in die Erde und dazu gleich das Leerrohr für die Glasfaseranbindung. Damit der Wirtschaftsweg in voller Breite wieder instand gesetzt werden kann, muss sich die Ortsgemeinde allerdings mit 25 565 Euro als überplanmäßige Ausgabe beteiligen.

Bei dem kleinen Baugebiet im Herzen von Kelsen hat die Ortsgemeinde in der Planung auf eine von fünf Baustellen verzichtet. „Dadurch entfällt eine Zuwegung, die 360 000 Euro gekostet hätte“, erklärt Lutz diese Entscheidung. Direkt daneben wartet das neue Kelsener Feuerwehrhaus mit Dorfgemeinschaftsraum gerade auf seine Fenster. Die sollen bald eingesetzt werden. Bei diesem Bau engagiert sich Merzkirchen mit einem Anteil von 70 000 Euro.