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Kommunalpolitik
Neuer Bürgermeister der VG Saarburg-Kell kündigt Fusionsfeier an (Update/Video)

FOTO: Marion Maier
Saarburg. Die erste Sitzung des Verbandsgemeinderats Saarburg-Kell war ungewöhnlich – und das nicht nur, weil die wichtigste Urkunde zunächst fehlte. Von Marion Maier
Marion Maier

Von einem historischen Ereignis spricht Siegfried Büdinger, als er am Mittwochabend die konstituierende Sitzung des Verbandsgemeinderats Saarburg-Kell eröffnet. Büdinger war Leiter der Wahl zu diesem Rat. Er leitet nun auch die Sitzung, weil sich die beiden Verbandsgemeinden Saarburg und Kell zum Anfang des Jahres aufgelöst haben und ihr Führungspersonal nicht mehr im Amt ist.

Dem Anlass entsprechend ist die Sitzung anders als sonst. Die Stühle stehen in Reihen – nicht in Hufeisenform. Das Brass-Ensemble des Beuriger Musikvereins umrahmt das Geschehen. Zu den Gästen zählen die Landtagsabgeordneten der Region, der ehemalige Bundestagsabgeordnete Bernhard Kaster, Bürgermeister der benachbarten Verbandsgemeinden sowie ihre Kollegen aus dem Saarland und Luxemburg.

 Bürgermeister Jürgen Dixius ernennt Martin Alten zum hauptamtlichen Beigeordneten der VG Saarburg—Kell. Foto: Marion Maier
Bürgermeister Jürgen Dixius ernennt Martin Alten zum hauptamtlichen Beigeordneten der VG Saarburg—Kell. Foto: Marion Maier FOTO: Marion Maier

Die drei Tagesordnungspunkte sind relativ flott erledigt. Büdinger, verpflichtet die Ratsmitglieder per Handschlag. Trotz Urlaubszeit fehlen nur vier der 40 Kommunalpolitiker, zu denen im Übrigen gerade mal sechs Frauen gehören. Dann will Büdinger den einstigen Saarburger Verwaltungschef Jürgen Dixius (CDU) zum Bürgermeister der fusionierten VG ernennen. 80,9 Prozent der Wähler hatten für ihn votiert. Büdinger lobt seinen Ideenreichtum, seinen Willen, Ziele zum Wohl der Bürger zu erreichen, seinen Tatendrang und sein unermessliches Gespür, neue Türen zu öffnen. Als der Wahlleiter zur Tat schreiten will, fehlt jedoch etwas Wesentliches: die Urkunde.

Büdinger reagiert souverän – und kündigt ein weiteres Musikstück an. Im Saal wird geschmunzelt. Nach der Musik ist die Urkunde da, der Bürgermeister wird ernannt. Als solcher kündigt Dixius für das Frühjahr ein Bürgerfest zur Fusion an. Er dankt seinen „toll motivierten Mitarbeitern“ für die Vorbereitung des Zusammenschlusses, bei dem viele deutlich über ihre Leistungsgrenzen hinausgegangen seien. Dixius erinnert daran, dass diese Arbeit zum Alltagsgeschäft hinzukam – neben anderen Herausforderungen, von denen der Brand des Verwaltungsgebäudes, der die räumliche Planung zunichte machte, die größte war. Im üblichen Tempo umreißt er die vielen Aufgabenfelder in der neuen VG vom Zusammenführen der Feuerwehren bis zum Erhalt der Grundschule in Zerf.

Dann führt Dixius Martin Alten (CDU), den ehemaligen Bürgermeister der VG Kell am See, in das Amt des hauptamtlichen Beigeordneten ein. Auch dieser dankt Mitarbeitern und Kommunalpolitikern für die in zwei Jahren und zahlreichen Sitzungen ermöglichte Fusion. Landrat Günther Schartz sagt der jungen VG die Unterstützung des Kreises zu. Sascha Kohlmann (CDU), der für alle im Rat vertretenen Parteien spricht, wünscht sich in der neuen VG dauerhaft stabile Beiträge für die Bürger.

 

Umfrage: Was erwarten/befürchten Sie im Hinblick auf die neue Verbandsgemeinde Saarburg-Kell?

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Tim Kohley (CDU), Ortsbürgermeister von Mandern: Ich habe keine Befürchtungen. Alle Orte der neuen Verbandsgemeinde sind im Rat gut vertreten. Und so weit ich die Kollegen kenne, herrscht da kein Kirchturmdenken, sie denken an die Gesamtheit der VG. Das Thema Keller – Saarburger ist für mich schon länger abgeschlossen. Ich bin optimistisch, dass es auch mit den anderen Fraktionen keine Rolle mehr spielen wird. Die Arbeit als Ortsbürgermeister mit der Verwaltung wird wahrscheinlich etwas anders als vorher, aber das wird sich finden. Touristisch und kulturell finden wir sicherlich gut zusammen und können den Touristen einiges bieten. Positiv finde ich auch, dass wir durch die Größe im Kreis nun ein gewisses Gewicht haben und Themen eventuell besser umsetzen können.

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Patrick Krantz (SPD): Befürchtungen habe ich keine, es ist ja auch einiges im Fusionsvertrag geregelt. Für uns ist es wichtig, die Bürger miteinzubeziehen und anstehende Projekte gemeinsam im Sinne der Bürger zu entscheiden. Man kann immer viel in der Sache diskutieren, aber die Entscheidungen sollten wir zusammen treffen.

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Gerd Benzmüller, Ortsbürgermeister von Ockfen (FDP): Die Verbandsgemeinde muss sich noch mehr den Problemen der Kitas in Händen der Ortsgemeinden annehmen, beispielsweise bei Krankheit der Mitarbeiter. Das Büro der Verwaltung in Kell muss dauerhaft gesichert werden. Die Wassergebühren müssen angeglichen werden.