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Dorfentwicklung
Neuer Schwung für Trassem

 Ein Angebot mit viel Bewegung für die kleinsten Trassemer: Trainerin Carolin Holz (rechts) hat die Aufsicht. Die Vorstände des Fördervereins Mir senn’ Trassem freuen sich über den Erfolg mit den Spielgeräten.
Ein Angebot mit viel Bewegung für die kleinsten Trassemer: Trainerin Carolin Holz (rechts) hat die Aufsicht. Die Vorstände des Fördervereins Mir senn’ Trassem freuen sich über den Erfolg mit den Spielgeräten. FOTO: Herbert Thormeyer
Trassem. Der seit 2016 laufende Aufbau der aktiven Dorfgemeinschaft wirkt sich positiv auf das Gemeindeleben aus. Über einen Förderverein werden die Aktionen finanziert. Von Herbert Thormeyer

„Mir senn’ Trassem“ klingt sehr selbstbewusst. Der Förderverein, der im November 2017 gegründet worden ist, versteht sich als Dach, unter dem alle Aktionen laufen, die es im Rahmen des Projekts Aufbau einer aktiven Dorfgemeinschaft seit 2016 gegeben hat. Und das sind bislang nicht weniger als 34. Vier Arbeitsgruppen mit den Schwerpunkten Kulturlandschaft, Senioren/ Mobilität, Gesundheit und Nachbarschaft sind fleißig. „Darüber hinaus gibt es die Helfenden Hände und die Eltern-Kind-Gruppe“, sagt Vorsitzender Jan Pukall.

Schriftführerin Barbara Schramm erklärt: „Wenn Geld benötigt wird, fragen die Gruppen beim Förderverein nach. Bei größeren Beträgen gibt es dafür einen Vorstandsbeschluss.“ Alles müsse ja für das Finanzamt belegt werden, das die Gemeinnützigkeit ausgesprochen habe. Geplant sei, auch andere Ortsvereine zu unterstützen. Voraussetzung dafür sei jedoch, dass genügend Geld vorhanden ist und es sich um ein Projekt handele, mit dem das Vereins- und Dorfleben nachhaltig aufgewertet und gestärkt werde.

Schramm sagt: „Bei allen Treffen, Festen und Vorträgen bleibt immer ein bisschen Geld unterm Strich übrig. Mit Spenden fließt es wieder direkt in neue Aktivitäten.“ Sichtbares Beispiel sind die neuen Spielgeräte für die Eltern-Kind-Gruppe, die für 2500 Euro angeschafft wurden. Die jüngsten Trassemer haben sichtlich Spaß, egal ob sie noch krabbeln oder schon laufen können.

Trainerin und Vorstandsmitglied Carolin Holz sieht das für die Entwicklung der Kleinen als sehr wichtig an: „Hier werden die Motorik und die Beweglichkeit geschult. Das hilft auch, Unfälle zu vermeiden.“ Das Zusammensein mit anderen Kindern fördere ein emotionales Lernen.

Die derzeit 55 Mitglieder im Förderverein zahlen nur je zwölf Euro im Jahr. Aber es gibt auch noch Spender. Gerade ist jeder Haushalt in einer Werbeaktion per Faltblatt auf die Vorteile einer aktiven Dorfgemeinschaft aufmerksam gemacht worden. Vor allem Neubürger sollen so möglichst schnell ins Dorfleben integriert werden.

„Trassem lebendiger und zukunftsorientiert zu gestalten, war von Anfang an unser Ziel. Das mit dem Aufbau der aktiven Dorfgemeinschaft erreicht werden sollte“, sagt Ortsbürgermeister Roland Konter. Und die Dorfgemeinschaft wird tatsächlich immer aktiver. „Die einzelnen Gruppen entscheiden selbst über ihre Aktivitäten. Aber alle stimmen sich untereinander ab“, sagt der Vorsitzender Pukall.

„Das Dorf rückt näher zusammen. Es herrscht Aufbruchstimmung und Veranstaltungen wie Konzerte, Feste, Seniorentreffen sind auf einmal richtig gut besucht“, sagt Kassierer Reinholz Maes erfreut. Erstmals soll die Kirmes von vier Ortsvereinen organisiert werden, ein Experiment, wie Ortschef Konter zugibt.

Helfende Hände, meist rüstige Rentner mit viel handwerklichem Geschick, renovieren Parkbänke, kümmern sich um die Schutzhütte oder erstellen eine Infotafel über seltene Baumarten an der Kreuzkapelle.

Wie geht es weiter? Da lassen die Antworten nicht lange auf sich warten. Vorsitzender Pukall zählt auf: „Wir wollen einen Defibrilator für Notfälle mit dem Herzen am Bürgerhaus installieren, sogenannte Notfalldosen an ältere Menschen verteilen, damit Helfer im Ernstfall wissen, welche Medikamente eingenommen werden und eine alte Telefonzelle soll zum Bücherschrank werden.“ Auch Mitfahrerbänke sind im Gespräch. Die Vereinsmitglieder von „Mir senn’ Trassem“ sind der Meinung, dass sich der Aufbau einer  Dorfgemeinschaft in ihrem 1200 Einwohner-Ort richtig gelohnt hat.

Wer Fragen hat, kann sich per Mail an Barbara Schramm unter schramm-trassem@t-online.de wenden. Der Verein „Mir senn’ Trassem“ kann auch Spendenquittungen ausstellen.