| 18:14 Uhr

Kommunalpolitik
SPD denkt über einen eigenen Bürgermeisterkandidaten nach

Auch die Schilder am Verwaltungsgebäude müssen für die Fusion noch ergänzt werden. Der Name der neuen Verbandsgemeinde lautet schließlich Saarburg-Kell. Das Wappen kann bleiben, da das von Saarburg übernommen wird.
Auch die Schilder am Verwaltungsgebäude müssen für die Fusion noch ergänzt werden. Der Name der neuen Verbandsgemeinde lautet schließlich Saarburg-Kell. Das Wappen kann bleiben, da das von Saarburg übernommen wird. FOTO: marion Maier / Marion Maier
Saarburg/Kell am See . Ende kommender Woche entscheidet sich, ob die Sozialdemokraten einen Bewerber für den Chefposten in der künftigen Verbandsgemeinde Saarburg-Kell stellen. Die CDU will ihren Kandidaten Mitte August nominieren. Von Marion Maier
Marion Maier

Es dauert keine drei Monate mehr bis zu den Wahlen für die Verbandsgemeinde Saarburg-Kell, die erst ab 1. Januar 2019 existieren wird. Die Einwohner der künftigen fusionierten Kommune sind für den 14. Oktober 2018 aufgerufen, einen Bürgermeister und einen Verbandsgemeinderat mit 40 Mitgliedern per Kreuz zu bestimmen. Gerade für die Keller bedeutet Letzteres eine Umstellung. Zählt ihr Rat doch bislang 24 Köpfe, in der VG Saarburg sind es derzeit 36. Wer sich jetzt schon orientieren möchte, kann dies allein bei der SPD. Denn sie hat als einzige der bisher in den beiden Räten vertretenen Parteien ihre Kandidaten bereits gemeinsam nominiert. Zu den ersten vier auf der Liste gehören Ulf Milanese und Anja Wambach (beide VG Saarburg) sowie Manfred Rauber und Dieter Engelhardt (beide VG Kell am See). Engelhardt ist Vorsitzender des SPD-Arbeitskreises, in dem die Ortsvereine zusammengeschlossen sind. Bislang hat die SPD noch keinen Bewerber für den Chefsessel der Verwaltung bestimmt, doch das könnte sich ändern und dann auch die Listenaufstellung durcheinander wirbeln.

Die Frage der Bürgermeisterkandidaten Engelhardt erklärt: „Wir haben in unseren Reihen einen möglichen Kandidaten, und er ist auch nicht abgeneigt. Aber er wollte sich noch mal überlegen, ob er antritt.“ Ende kommender Woche soll die Entscheidung fallen. Auch auf Nachbohren verrät Engelhardt nur so viel: „Der mögliche Kandidat stammt aus der Verbandsgemeinde Saarburg.“

Sagt er Ja, dann wäre eine echte Wahl im Sinne von Auswahl ab diesem Zeitpunkt gesichert. Denn bislang ist die CDU die einzige Partei, die angibt, einen Bewerber benennen zu wollen. Kein Wunder, hat sie doch mindestens die Auswahl zwischen den beiden amtierenden Verwaltungschefs Jürgen Dixius (VG Saarburg) und Martin Alten (VG Kell am See), beide Christdemokraten. Konkretes zur Kandidatenkür der CDU wird wohl erst am 17. August publik. Dann nämlich, wenn die beiden Gemeindeverbände Saarburg und Kell am See in einer gemeinsamen Mitgliederversammlung in Mandern alle Bewerber, also die für den VG-Rat und das Amt des Verwaltungschefs, nominieren. Simone Thiel, Vorsitzende des Gemeindeverbands Saarburg, erklärt auf Nachfrage: „Ich sage jetzt nichts zum Thema Bürgermeister-Kandidaten. Das sollen die Mitglieder als Erstes erfahren. Ich glaube auch nicht, dass der oder die möglichen Bewerber vorher etwas sagen.“

Auch bei der Saarburger Verwaltung – der dortige Chef ist Wahlleiter – hat sich laut Pressesprecherin Susanne Rendenbach noch kein Interessent für das Bürgermeisteramt gemeldet. Die Verwaltung hat die Stelle vor zwei Wochen ausgeschrieben. Allerdings hat ein möglicher Bewerber auch noch Zeit, denn die Ausschreibungsfrist endet am 27. August. Bewerber, die sich den Parteien vorstellen wollen, sind aufgerufen worden, sich bis zum 3. August zu melden.

So fusionieren die Parteien In der lokalen Parteienlandschaft wird sich bis zur Existenz der VG Saarburg-Kell noch einiges ändern. Denn nicht nur die Kommunen, sondern auch die Parteien müssen fusionieren. Bei der FWG ist dieser Akt bereits vollzogen. Michael Lauer, einstiger Vorsitzender der FWG in der VG Kell am See, erklärt: „Bei den Treffen mit der Lenkungsgruppe, die sich ein Jahr lang hingezogen haben, sind sich die beiden FWG-Fraktionen nähergekommen.“ Schließlich sei man zur Erkenntnis gelangt, dass zwei Listen keinen Sinn mehr machten. So hätten die beiden Vereine beschlossen, zusammenzugehen.

Da eine Verschmelzung zweier Vereine viel Aufwand bedeutet hätte, habe man der Einfachheit halber den Keller Verein aufgelöst und die Mitglieder in den Saarburger Verein aufgenommen. Der Name wurde ebenfalls geändert in FWG Saarburg-Kell. Erster Vorsitzender des neuen Vereins ist Rudolf Funken aus Schoden, zweiter Vorsitzender Michael Lauer aus Schömerich. Die Kandidatenliste für den VG-Rat wollen die Freien Wähler am 10. August festzurren. Die Listenplätze sollen laut Lauer nach dem Verhältnis der Einwohnerzahlen der beiden Kommunen verteilt werden, also 60 Prozent aus der VG Saarburg, 40 Prozent aus der VG Kell am See.

Bei CDU und SPD funktioniert der Zusammenschluss etwas anders. Sie sind keine Vereine, sondern eben Parteien. In ihren Satzungen steht jeweils, dass nur ein Gemeindeverband (CDU) beziehungsweise ein Arbeitskreis (SPD) pro Verbandsgemeinde existieren darf. Also tritt dort die Fusion zum Jahreswechsel automatisch in Kraft, allerdings muss zuvor ein neuer Vorstand gewählt werden.

Die Grünen waren bislang allein in der Verbandsgemeinde Saarburg vertreten, eine Fusion bleibt ihnen also erspart. Stefanie Jacoby-Spengler bekräftigt aber, dass die Gruppierung bei der Wahl in der fusionierten Kommune antreten will. Allerdings räumt die Vorsitzende ein, bislang noch keine Grünen-Mitglieder aus der VG Kell am See kennengelernt zu haben. Nicht ganz ernst gemeint sagt Jacoby-Spengler: „Ich habe das Gefühl, das Gebiet ist noch nicht erschlossen.“ Allerdings habe sie bei den Fusionsgesprächen generell einen guten Eindruck von den Vertretern der VG Kell gewonnen.

So weit sind die Verwaltungen Auch der Zusammenschluss der beiden Verwaltungen ist noch in der Diskussion. Längst geklärt ist, dass der Hauptsitz auf dem Saarburger Schlossberg angesiedelt wird und in Kell am See ein erweitertes Bürgerbüro bleibt. Zu den offenen Punkten sagt Pressesprecherin Rendenbach: „Der Prozess ist noch im Gang, es geht vor allem um die Zuschnitte in den einzelnen Fachbereichen.“ Auch über die Leitungsfunktionen sei noch nicht überall endgültig entschieden. Bei den VG-Werken beispielsweise sei das Prozedere auch ein anderes. Nach der Eigenbetriebsverordnung müsse dort der Werksausschuss zustimmen.