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Organist und ortsverbunden

Mehr als nur ein Nebenverdienst: Mario Wenzel spielt in den Kirchen in Fisch und Wasserliesch Orgel und leitet den Kirchenchor. Foto: Kerstin Smirr
Mehr als nur ein Nebenverdienst: Mario Wenzel spielt in den Kirchen in Fisch und Wasserliesch Orgel und leitet den Kirchenchor. Foto: Kerstin Smirr
FISCH. Mario Wenzel ist erst 26 Jahre alt. Das ist für ihn aber kein Hindernis, sich in seinem Heimatort Fisch zu engagieren. Schon mit 20 Jahren wurde er in den Gemeinderat gewählt und ist seitdem das jüngste Mitglied. ARRAY(0x75a35300)

"Ich wollte hinter die Kulissen schauen und sehen, wie Kommunalpolitik funktioniert", erklärt Mario Wenzel seine Motivation für die Arbeit im Gemeinderat. Über die Tatsache, dass er jünger ist als alle anderen Mitglieder, hat er sich noch nie viele Gedanken gemacht. Mario Wenzel ist allerdings nicht nur im Gemeinderat tätig: Seit 2003 leitet er auch den Pfarrgemeinderat, in dem er seit sechs Jahren sitzt. Den Fischern ist Mario Wenzel auch durch seine Tätigkeit als Organist bekannt. Klavier spielt er seit dem neunten Lebensjahr, seit sieben Jahren auch Orgel. Sein Vorgänger lernte ihn an, und "so war klar, dass ich das übernehme". Nun spielt er jedes Wochenende bei den Gottesdiensten in Fisch und Wasserliesch. Doch damit nicht genug: Auch den Kirchenchor leitet Mario Wenzel seit 1998. Seit seiner frühen Jugend singe er dort schon mit, erzählt er. Jeden Montag probt er mit den knapp 20 Sängern für die Auftritte. Für ihn ist beides aber nicht nur ein Nebenverdienst: Er mache es auch aus "religiöser Überzeugung" und "Verbundenheit mit dem Ort". Sein Engagement sei auch gleichzeitig eines seiner Hobbys: "Ich möchte mich für möglichst viele Bereiche in meinem Dorf einsetzen." Weggezogen aus Fisch habe es ihn noch nie, sagt Mario Wenzel. "Durch die vielen Tätigkeiten wächst das Verhältnis zum Ort. Da fällt es schwer, alles liegen zu lassen." Aber auch "die vielen Erinnerungen" halten ihn im Ort: "Die, die hier groß geworden sind, identifizieren sich stark mit der Gemeinde." Auch für das Studium wollte er seine Heimat nicht verlassen. An der Universität Trier studierte er Latein und Geschichte für das Lehramt und schloss im vergangenen Oktober mit dem Staats-Examen ab. Derzeit gibt er an der Uni für Studenten einen Intensivkurs in Latein. Im Sommer will er sein Referendariat an einem Gymnasium beginnen. In der Freizeit geht Mario Wenzel gerne joggen und oder fährt Rad, sobald es wärmer wird: "Diese Gegend bietet sich für sportliche Tätigkeiten an." Außerdem bezeichnet sich Wenzel als "naturverbunden". An Fisch schätzt er aber nicht nur die Landschaft, sondern auch seine Bewohner. "Das ist ein besonderer Menschenschlag", sagt er. "Die Fischer engagieren sich ehrenamtlich sehr viel, aber feiern natürlich auch sehr gerne."