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Verkehr
Ortsdurchfahrt B 407 in Trassem wird für 20 Monate zur Baustelle

Die blühenden Tulpen am Ortseingang Richtung Saarburg sind derzeit der Blickfang in Trassem. In diesem Bereich wird ab Montag eine Ampel den Verkehr regeln.
Die blühenden Tulpen am Ortseingang Richtung Saarburg sind derzeit der Blickfang in Trassem. In diesem Bereich wird ab Montag eine Ampel den Verkehr regeln. FOTO: Marion Maier
Trassem. Kurz vor dem geplanten Baubeginn an der B 407 in Trassem überrascht die Behörde mit einer Nachricht: Statt am Montag geht es erst Mitte der Woche los. Von Marion Maier
Marion Maier

Es ist nicht das erste Mal, dass der Ausbau der Trassemer Ortsdurchfahrt verlegt wird.

Das Vorspiel Ursprünglich sollten die Arbeiten im Ort im Herbst 2017 beginnen. Doch musste an der B 407 Richtung Kirf dringend der Hang gesichert werden. Also wurden diese Arbeiten vorgezogen. Dann sollte der Ausbau der Ortsdurchfahrt am Montag, 16. April, beginnen. Doch der Landesbetrieb Mobilität (LBM) Trier teilte am Freitag auf TV-Anfrage mit, dass der Baubeginn auf Mitte nächster Woche verschoben sei. Grund seien Restarbeiten an der B 407 zwischen Trassem und Meurich. Auf diesem Abschnitt soll der Verkehr laut LBM ab Ende kommender Woche wieder fließen, sofern bis dahin die Schutzplanken eingebaut werden können.

Hauptakt, Teil eins und zwei Sicher ist jedenfalls, dass der Ausbau der Ortsdurchfahrt mit dem harmloseren Teil beginnt. Denn in den ersten beiden Bauabschnitten ist die Straße nur halbseitig gesperrt, der Verkehr wird per Ampel geregelt. Diese Phase soll laut LBM fünf Wochen dauern. Die Abschnitte reichen jeweils vom Ortseingang Richtung Saarburg bis zur Brückenstraße (siehe Karte).

Hauptakt, Teil drei und vier Erst während der Arbeiten an den beiden folgenden Abschnitten muss die Fahrbahn komplett gesperrt werden. Der LBM teilt mit, dass dies aufgrund der geringen Fahrbahnbreiten und der umfangreichen Tiefbauarbeiten „unumgänglich“ sei. Die Arbeiten werden sich laut LBM voraussichtlich bis Ende 2019 hinziehen. Die Straßenbaubehörde weist darauf hin, dass der dritte Bauabschnitt, der von Juni 2018 bis August 2019 dauert, in vier Unterabschnitte unterteilt wurde, um den Zeitbedarf zu verringern. Die beiden Firmen Junk und Backes würden dabei gestaffelt in zwei Bauabschnitten parallel jeweils Kanal- und Leitungsverlegearbeiten sowie Straßen- und Gehwegebau ausführen.

Sanierung_Ortsdurchfahrt_Trassem
Sanierung_Ortsdurchfahrt_Trassem FOTO: Lambrecht, Jana / TV

Umleitung ab Juni Während der Vollsperrung wird der Verkehr von Saarburg über die L 132 nach Kahren und Merzkirchen und anschließend über Portz bis zur B 407 bei Meurich umgeleitet. Anwohner und Anlieger bittet der LBM, unumgängliche Anlieferungen frühzeitig mit dem Tiefbauunternehmen vor Ort abzustimmen. Der Ortsgemeinderat hat sich mit der Frage beschäftigt, wie die Busse für die derzeit 117 Schüler und 23 Kindergartenkinder aus Trassem sowie 170 Kinder anderer Orte während der Vollsperrung fahren sollen. Ergebnis: Der Rat hat sich laut Ortsbürgermeister Roland Konter dafür ausgesprochen, die Busfahrten durch Brücken- und Kirchstraße, die sonst verboten sind, zu dulden.

Ortschef und Geschäftsleute Ortsbürgermeister Roland Konter sagt zu den bevorstehenden mehr als 20 Monaten: „Das wird eine schwierige Zeit für uns alle, aber das haben auch schon andere Orte geschafft.“ Er ist froh, dass der LBM die Bauzeit verkürzen konnte, denn ursprünglich war von drei Jahren die Rede. Konter betont: „Wir sind bemüht, dass den Geschäftsleuten ihre Kundschaft erhalten bleibt.“ Er stehe deshalb in ständigem Kontakt mit Baufirmen und LBM. Ewald Boesen, Geschäftsführer des Hotels St. Erasmus, rechnet mit hohen Einbußen, weil sein Haus zeitweise schwierig zu erreichen sein wird. Doch ist er sicher, dass die langjährige Geschichte seines Unternehmens weitergeht. Zudem sagt er, dass der Ausbau aufgrund der maroden Fahrbahn nötig sei. Letzteres sieht auch Rita Boesen von der Bäckerei Dietz so. Angesichts ihres ein Jahr alten Geschäfts ohne allzu großes Polster spricht sie allerdings von einer „düsteren Zukunft“.

Das wird gemacht Auf einer Länge von rund 1300 Metern wird die B 407 sowie ein Teil der L 131 in Trassem ausgebaut. Beidseitig werden Gehwege angelegt. Ab der Einmündung der Kehrbachstraße nach Merzkirchen wird der Gehweg linksseitig Richtung Saarburg als 2,5 Meter breiter Geh- und Radweg fortgeführt. Abwasser- und Wasserleitungen werden saniert, die Straßenbeleuchtung erneuert. Im Auftrag von Innogy werden Versorgungsleitungen verlegt.

Die Kosten Die Arbeiten kosten  3,37 Millionen Euro. Die Summe teilen sich der Bund (1,56 Millionen Euro), das Land (140 000 Euro), die Verbandsgemeindewerke (1,195 Millionen Euro) und die Ortsgemeinde (475 000 Euro).