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Paddeln wie die alten Chinesen

Saarburg. Vier Rennen musste das Team gewinnen, das den Wanderpokal im vierten Drachenbootwettbewerb auf der Saar mit nach Hause nehmen wollte. Die Vorjahressieger MS Lyoda, eine Straßenmannschaft mit originellen Mützen, schaffte es auf Rang drei. Im Finale unterlagen die Zweitplatzierten vom Karnevalsverein Hau Ruck nur knapp. Gewonnen haben Handballer, die nicht nur Tore werfen können. Herbert Thormeyer

Saarburg. Der Pokal der Sieger im vierten Drachenbootrennen auf der Saar wandert weiter zu den Handballern des TuS Fortuna. Die Titelverteidiger aus dem letzten Jahr, MS Lyoda, eine Spaßmannschaft mit originellen Mützen, musste sich mit dem dritten Platz zufriedengeben.
Rund 2000 Zuschauer genossen die Rennen, in denen zehn Teams leidenschaftlich um den Sieg paddelten.Schwere Glückssymbole


Der Organisator, Christof Kramp von Station-K, konnte wieder den Kanuclub Merzig (KCM) gewinnen, der nicht nur die beiden Boote, sondern auch elf Leute bereitstellte, um die Rennen sicher ablaufen zu lassen. "Das Steuer übernimmt immer eines unserer Clubmitglieder", erklärt Vorsitzender Volker Weber. In China werde dieser Sport seit zwei Jahrtausenden betrieben. Die genormten Boote mit dem markanten Drachenkopf, dem chinesischen Glückssymbol schlechthin, sind 12,30 Meter lang und 250 Kilogramm schwer. Mit Besatzung wiegt es rund zwei Tonnen.
250 Meter mussten auf der Saar zurückgelegt werden. Die Schlagzahl der 16 Paddler wird dabei von einem Trommler bestimmt. Wie schnell und vor allem wie synchron gepaddelt wird, bestimmt er. Ebenso wie das Tempo, das ungefähr bei 13 Stundenkilometern liegt.
Mit dem Kommando: "Are you ready? Attention, Go", schickte Heidi Wurzer vom KCM die Boote per Megafon auf die Strecke. Sie ist amtierende Weltmeisterin in dieser Sportart. Gewonnen haben zunächst alle Teams erst einmal die Erkenntnis, dass diese Art der Fortbewegung unheimlich anstrengend ist, dass sie dennoch jede Menge Spaß macht und man als Erstes einen "Meter Bier" fürs Team bekommt. Das sind Gläser, die aneinandergereiht diese Länge haben. "Das Gefühl als Team ist einfach klasse", fand denn auch Stefan Vennemann (13) von den Beenger Drachentötern, einer zusammengewürfelten Straßenmannschaft, die sich diese Gaudi nicht entgehen lassen wollte.Jubel im Finale


Streng auf die Zeiten der Teams achteten Christian Messemer und Kai Louis. "Wir messen mit der Stoppuhr, mit dem Smartphone und nehmen ein Video auf, damit eindeutig klar ist, wer gewonnen hat", sagt Messemer. Während mit Karussells die kleinen Festgäste ihren Spaß hatten und Boule-Freunde auf ihrem Platz eine ruhige Kugel schoben, wurde es im Finale richtig spannend. Die Fans jubelten den beiden Teams von beiden Ufern der Saar aus zu, und Moderator Jürgen Folz feuerte die Drachenboot-Sportler zusätzlich an. Schließlich holten die Handballer den Pokal mit einem hauchdünnen Vorsprung. "Im nächsten Jahr ist auch die Stadt mit einem Team dabei", versprach Bürgermeister Jürgen Dixius. Er würde am liebsten trommeln. Volksbank-Chef und Sponsor Werner Dellwing überreichte gemeinsam mit ihm die Pokale. Philipp Hoffmann vom Team MS Lyoda sah beim Verteidigen des Titels einen hohen Druck: "Der dritte Platz ist auch gut." Yannick Morin von den siegreichen Handballern erklärte das vorgelegte Tempo so: "Wir hatten ein Super-Teamgefühl und die beste Stimmung im Boot."
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Erster Platz: Handball 1- Finale in 1:03:98 Minuten; Zweiter Platz: KV Hau Ruck- Finale in 1:04:69 Minuten; Dritter Platz: MS Lyoda-Spaßteam, Platzierungsrennen in 1:07:18; Vierter Platz: Die Woltis vom Reitsportverein Saarburg in 1:09:29 Minuten. Auf die weiteren Plätze kamen das X-Team aus Saarburg, Handball 2 der TuS Fortuna, die Ockfener Stromschnellen, der Fight Club Serrig, die Beenger Drachentöter und VR-GO. doth