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Konzert
Wenn der Geiger mit der Fiddle zum Publikum kommt

Ein Geiger mit Auslauf: Dank Funkübertragung begeistert Thomas Kramer die Zuhörer aus nächster Nähe mit seinem Spiel auf der Fiddle.
Ein Geiger mit Auslauf: Dank Funkübertragung begeistert Thomas Kramer die Zuhörer aus nächster Nähe mit seinem Spiel auf der Fiddle. FOTO: Herbert Thormeyer
SAARBURG. Rambling Rovers gastieren auf dem Boemundhof mit irischer und amerikanischer Folkmusik. Von Herbert Thormeyer

Sie spielen locker auf, wenn sie ihre Instrumente in die Hand genommen haben. So auch beim Mittwochskonzert auf dem Saarburger Boemundhof. Die Rambling Rovers aus Trier, eine Formation, die sich dem irischen Folk und der amerikanischen Countrymusic verschrieben hat, verbreiten immer gute Laune – und wenn’s mal ein trauriges Lied ist, eine ganz besondere Stimmung.

„Wir sind schon zum vierten Mal hier“, sagt Andreas Sittmann erfreut. Was ihn am Boemundhof fasziniert: „Das ist zwar Open Air, aber trotzdem haben wir den direkten Kontakt zum Publikum und stehen nicht auf einer hohen Bühne.“ Es sei nicht wichtig, dass Englisch gesungen wird, denn worum es in den Liedern geht, wird jedes Mal erklärt. „Das kann mal Dur klingen, aber auch manchmal Moll sein“, sagt der Sänger. Will heißen, die Lieder sind aus dem Leben gegriffen, und das ist nicht immer lustig, sondern schon mal traurig.

Die Band verzichtet dabei auf die Nachahmung von Dialekten oder einem Slang. 25 Titel spielt sie an dem Abend, darunter der Klassiker „Dirty old Town“, der den „Spaß off da Gass’“ beschreibt, das berühmte „What shall we do with the drunken Sailor“, das der Frage nachgeht, was mit einem betrunkenen Matrosen anzufangen ist und Paul Simons „Feeling Groovy“, dem ersten Entschleunigungssong. Andächtig gelauscht wurde beim Hit „Folsom Prison Blues“ von Johnny Cash, den dieser einst auch vor Gefangenen dieser amerikanischen Haftanstalt gespielt hat.

„Die Rambling Rovers sind auf dem besten Weg, Stammgäste bei uns zu werden“, sagt die Vorsitzende des Verkehrs- und Verschönerungsvereins, Eva Schmitz, lächelnd. Es wäre doch auch dumm, eine Gruppe auszutauschen, die in Saarburg so erfolgreich ist. Gut 350 Zuhörer sind gekommen, darunter auch viele Fans der Band von außerhalb. War am Anfang noch viel Platz auf dem Boemundhof, folgten viele Menschen den Klängen, die sie in der Innenstadt hörten, – und blieben.

Es dauerte nicht lange, und die Zuhörer klatschten rhythmisch mit. Für einen sehr direkten Publikumskontakt sorgt immer Thomas Kramer mit seiner Fiddle, die er mit Funkübertragung auf dem ganzen Platz spielen und dabei den Zuhörern aus der Nähe in die Augen schauen kann. Freudenrufe wie „Juchu“ sind da zu hören.

Da störte auch ein bisschen Tröpfeln vom Himmel nicht. Bald waren dort oben wieder blaue Streifen zu sehen. Besucher Jürgen Etzel aus Saarburg, ein Fan der Rambling Rovers, sagt: „Wir sind nicht zum ersten Mal da.“ Das sei hier auf dem Boemundhof immer eine solch schöne Atmosphäre. Seine Gattin Ingrid ergänzt: „Und bringt richtig Urlaubsstimmung.“ Die Besetzung: Thomas Kramer: Fiddle (Geige); Walter Jaeger: Mandoline, Banjo, Dudelsack und Akkordeon; Werner Schloeder: Bass; Andreas Sittmann: Gitarre, Mundharmonika, Gesang.

Am nächsten Mittwoch, 11. Juli, gastieren um 19.30 Uhr alte Stammgäste auf dem Boemundhof: die Bauers Brass Band, spezialisiert auf Lieder im James Last-Sound. Richard Bauer hat für seine Formation neue Arrangements von bekannten Welthits geschrieben. Der Eintritt ist wie immer frei. Bei einer Verlosung gibt es schöne Preise zu gewinnen.