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Kultur in der Region
Fettes Kulturprogramm in Saarburg und Umgebung

Der Trierer Andreas Sittmann ist mit seinem Reinhard-Mey-Programm am 13. Mai zu Gast in der Synagoge Wawern.	  Foto: Veranstalter
Der Trierer Andreas Sittmann ist mit seinem Reinhard-Mey-Programm am 13. Mai zu Gast in der Synagoge Wawern. Foto: Veranstalter FOTO: h_servi <h_servi@volksfreund.de>+SEP+h_servi <h_servi@volksfreund.de>
Saarburg / Konz. Christof Kramp ist Chef der Veranstaltungsagentur Station K. Der Schwerpunkt beim diesjährigen Programm liegt auf besonderen Orten in und um Saarburg und einem sehr persönlichen Genre. Von Nicolaj Meyer
Nicolaj Meyer

Es sollte ein ganz normales Konzert der irischen Songwriterin Wallis Bird werden am 22. Juli 2017. Christof Kramp, Gründer der Station K, hatte sich mit dem Saarburger Boemundhof wieder einen besonderen Konzertort ausgesucht. Eine leichte Brise weht vor einem Jahr durch den Hof, 200 selig dreinblickende Besucher lauschen mit Weingläsern in der Hand der handgemachten Gitarrenmusik. Für rund die Hälfte der Besucher wird der Abend eine kleine Enttäuschung, für die andere womöglich eines der besten Konzerte ihres Lebens.

Erst kommt der Blitz, dann der Donner und dann zwingt prasselnder Regen die Gäste zur Zuflucht ins anliegende Gebäude des Hofs. Während rund die Hälfte der Gäste leider nicht mehr reinpasst, erlebt die andere ein spontanes Akustik-Konzert von Bird und ihrer Band in intimster Nähe. Alle Zuschauer aneinander gekuschelt, keine Mikros, keine Verstärkung. Bird und Band singen und spielen noch gut eine Stunde in einem Raum kleiner als die meisten Wohnzimmer. „Auch Wallis war nach diesem Abend total beseelt und sprach am nächsten Tag noch viel davon“, sagt Kramp, der das spontane Konzert selbst nicht miterleben konnte, weil er den Gästen den Vortritt in die beengten Räumlichkeiten lassen wollte.

Seit 2010 macht Kramp Kultur mit der Station K in Saarburg, aber auch darüber hinaus. Mit zwei besonderen Schwerpunkten – einer: „Mein Herz hängt besonders an den eigenen und jungen Sachen“, sagt der Wiltinger und meint junge Künstler, die selbst Songs schreiben. Auch davon hat Kramp 2018 wieder einiges im Programm: „Flüsternde Gitarrenklänge, die in tiefere Hautschichten vordringen“, das sind die Brüder Jakob und Matti Bruckner aus Bayern, glaubt man deren Selbstbeschreibung. Am 7. April spielen die zwei in der Synagoge in Wawern.

Der zweite Schwerpunkt sind die besonderen Spielorte, eben auch die Synagoge. Kramp ist überzeugt: „Die Leute kommen nicht nur wegen der Künstler, sondern auch wegen der Locations.“ Da probiert Kramp dann auch mal eine alte Schreinerei aus wie beim Konzert von Astrid North in  Wiltingen in der Schreinerei Drangmeister am 18. Mai 2018. In Losheim lädt Kramp seine Gäste in eine alte Eisenbahnhalle und in Saarburg etwa in den Pflanzgarten Steffens Gewächshaus und die bekannte Kulturgießerei. Musikalisch freut er sich besonders auf Awa Ly. Immer wieder kommt er auf sie zu sprechen. Teilweise singt die französische Songwriterin Afropop, teils jazzartig. Nicht nur musikalisch sondern auch mit ihrer offenen Art habe sie die Herzen der Saarburger beim letzten Konzert im April 2017 erobert. „Da war einfach eine besondere Nähe zum Publikum“, sagt Kramp und beschreibt, wie sich Künstlerin und Gäste buchstäblich in den Armen lagen. Künstler wie sie möchte er regional aufbauen. Das bedeutet, Musiker, die andernorts vielleicht schon etwas bekannter sind, auch in Saarburg und darüber hinaus eine Plattform zu bieten. „Ich hoffe darauf, auch Wallis Bird wieder nach Saarburg zu locken“, sagt der Kulturmacher. Und weiterhin möchte Kramp nach neuen interessanten Spielorten suchen, um Saarburg und die Region als Kulturstandort zu stärken.