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Nachruf
Saarburg hat ein Original verloren

Saarburg. Jeder in Saarburg hat ihn gekannt: Heiner Biermann. Seine Fritten mit Soße aus der Imbissbude in der Graf-Siegfried-Straße waren weit über die Stadtgrenzen hinweg beliebt. Von Marion Maier
Marion Maier

Nun ist Heinrich Biermann, wie er eigentlich hieß, im Alter von 73 Jahren plötzlich gestorben. 1968 hat der Saarburger, der zunächst noch bei Villeroy und Boch gearbeitet hat, zusammen mit seinem Vater die Imbissbude eröffnet. Damals war eine solche Bude noch eine Besonderheit. Wenige Jahre später war er dort der Chef, Qualität war ihm immer wichtig. Nach seiner Hochzeit 1978 hat auch seine Frau Ursula mitgeholfen. Viele sahen den Fritten-Heiner über Jahrzehnte hinweg täglich an der Theke stehen – immer im weißen Kittel. Stefan Müller vom Gewerbeverband sagt: „Er war ein Original. Wenn wir im Karneval mit dem früheren Sorglos-Theater die Graf-Siegfried-Nummer aufgeführt haben, war er als Figur immer dabei.“ Seine Gelassenheit sei kennzeichnend gewesen. Nie habe es Hektik in der Bude gegeben. Kundenschlangen seien in Ruhe von vorne abgearbeitet worden. Für die legendären Fritten wurden die Kartoffeln noch bis 1996 von Hand geschnippelt. Das hat sich geändert. Doch die Bude ist immer noch in Familienhand. Tochter Petra Haas, eins von drei Kindern, hat sie 2010 übernommen. Zumindest zu Beginn hat Heiner Biermann da noch ab und an geholfen.