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Kultur
Saarburger Serenaden zu Gast bei der Liedertafel Irsch

Wenn die Saarburger Serenaden in Irsch gastieren, kann Gottfried Sembdner seine Liedertafel auch mit Streicherbegleitung dirigieren.
Wenn die Saarburger Serenaden in Irsch gastieren, kann Gottfried Sembdner seine Liedertafel auch mit Streicherbegleitung dirigieren. FOTO: Herbert Thormeyer
Irsch. Viele Talente und eine Uraufführung: Die Saarburger Serenaden gastieren zum fünften Mal bei der Liedertafel in Irsch. Von Herbert Thormeyer

Bei der neunten Auflage der Saarburger Serenaden sind 61 Musikstudenten und mehr als 20 Künstler und Professoren aus aller Welt nach Saarburg gekommen, um sich dem gemeinsamen Musizieren zu widmen. Unbekannte Werke aufzuführen ist die Grundidee von Semyon Rozin, im neunten Jahr Festivalleiter der Serenaden.

Ein Werk ist nun hinzugekommen: Der Leiter der Irscher Liedertafel, Gottfried Sembdner, hat Theodor Storms Gedicht „Abseits“ vertont. Die vertonte Lyrik von 1847 erklingt interpretiert von Streichern, Chor und drei Solostimmen von Sopranistinnen.

„Ich liebe dieses Gedicht, es ist so entspannend“, findet der Dirigent und empfiehlt jedem, sich einmal die letzten beiden Zeilen näher anzusehen: „Kein Klang der aufgeregten Zeit / drang noch in diese Einsamkeit“ – eine Art Meditation sei das, meint Sembdner.

Die Zusammenarbeit zwischen den jungen Talenten, die Profis werden wollen, und dem engagierten Laienchor geht nun schon in die fünfte Auflage, denn der Festivalleiter ist der festen Überzeugung: „Was Gottfried mit diesem Chor macht, ist ein Wunder.“

Für die Irscher Sänger ist es eine Umstellung, wie ihre Sprecherin, Gerlinde Zender, erklärt: „Bei reinem Chorgesang stehen wir ja immer vorne, jetzt aber, mit Streicherbegleitung, mehr im Hintergrund.“ Auch für Sembdner ist das ungewohnt: „Ich dirigiere sonst immer vom Flügel aus.“ Das Klavier könne da schon mal Antreiber sein, wenn zu langsam gesungen werde. Beim reinen Dirigieren sei das schwieriger.

Wie professionell Chor und Musiker sind, zeigt schon, dass nur kurz geprobt werden konnte – das letzte Mal unmittelbar vorm Konzert.

Rund 150 Zuhörer genießen die Internationalität der Musik in Irsch. Für die Sängerinnen ist wichtig, dass sie die deutsche Sprache akzentfrei singen, auch wenn sie Chinesinnen sind. „Dafür gibt es eigene Sprachcoaches“, erklärt Rozin. Wer später mal von Musik leben will, müsse das beherrschen. An diesem Abend ist deutsches, englisches, französisches und italienisches Liedgut zu hören.

Jedes Mal gehen bei Gottfried Sembdner beide Daumen hoch, was bedeutet: klasse gemacht! Das findet auch Klaus Wagner. Der Schatzmeister des Kreischorverbandes lässt sich diesen Abend nicht entgehen und sagt: „Da wird Schwieriges leicht gemeistert.“ Alles klinge so harmonisch, und die Werke passten wunderbar zu den Streichern.

Als Zugabe gibt es Bon Jovis „It’s my Life“. Da werden die Noten unter den jungen Gastsängerinnen verteilt, und los gehts, gemeinsam mit den Irscher Sängern – eine spontane Sangesfreude.  

Das Abschlusskonzert der Serenaden ist am Sonntag, 29. Juli, um 19.30 Uhr in der Saarburger Stadthalle.