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Feiern
Spaß kennt keine Behinderung

Wassergekühlt: Kathrin Jager (links) und Caspar Suder beim Rennen mit den Wasserbechern.
Wassergekühlt: Kathrin Jager (links) und Caspar Suder beim Rennen mit den Wasserbechern. FOTO: Herbert Thormeyer
SAARBURG. Bei Spiel ohne Grenzen während der Aktionswoche für gelebte Inklusion feiern die Gäste das, was sie verbindet.

Schwitz, stöhn, ächz – für jeden ist es gleich heiß, ohne Unterschied zwischen Menschen mit und ohne Behinderung. Beim Spiel ohne Grenzen, einem der Höhepunkte der Aktionswoche für mehr Inklusion, macht es den rund 100 Teilnehmern dennoch viel Spaß, dabei zu sein. Die Veranstalter versprühen genügend Wasser, damit niemand bei den neun Wettbewerben überhitzt.

Alt und Jung, mit Handicap oder ohne, alles egal. „Es geht darum, Berührungspunkte zu schaffen“, erklärt Kilian Zender, Vorstand der Lebenshilfe Trier-Saarburg. Jeder soll sich mitten in der Gesellschaft gut aufgehoben fühlen. Das klappt prima mit sechs Spielen im Stadion Kammerforst des TuS Fortuna und drei weiteren Aufgaben mit Ponys auf der benachbarten Reitanlage der Reitsportgemeinschaft.

Was vor acht Jahren mit einer Wanderung in Wiltingen mit gemeinsamem Essen und einem Wettbewerb auf der Sportschießanlage begann, hat sich immer weiter entwickelt. „Abgebaut haben sich nur die Berührungsängste“, stellt Zender fest. Stetig hat sich der Kreis der Teilnehmer vergrößert. Organisiert hat die Aktionswoche nun zum zweiten Mal das Trio aus Kolpingsfamilie St. Marien Beurig, TuS Fortuna Saarburg und Reitsportgemeinschaft Saarburg.

Auf dem Programm standen unter anderem eine Wanderung und am Freitagabend das Abschlussfest mit Livemusik. Doris Eck, Verantwortliche des Robert-Walser-Haus des Caritas-Verbandes in Saarburg-Beurig, sagt: „Erfolgreich war auch das Bemalen von Töpfen. Mit den Samen in der Erde darin hat jetzt jeder etwas, um zu Hause zu beobachten, wie es wächst.“ Bewegung kam mit Tanzeinlagen in die Veranstaltung.

Beeindruckend wirkt wohl der Ausflug nach Merzig nach, wo der Garten der Sinne und der Wolfspark besichtigt werden konnten, ein Angebot der Saar-Obermosel-Touristik. „Da habe ich gelernt, dass Wölfe nur Tiere jagen, die selbst Pflanzenfresser sind“, beschreibt Eck ein Ergebnis.

Erst zum zweiten Mal gab es ein Spiel ohne Grenzen. Keine Grenzen in den Köpfen und keine im Sport. „Rund 50 Helfer der Vereine haben wir hier im Einsatz“, rechnet Karl-Josef Zimmer von der Kolpingsfamilie Beurig vor. Jedes der Spiele, ob mit Pony oder ohne, muss ja betreut werden.

Die Organisatoren wollen sich nach Abschluss der Woche zusammensetzen und sehen, wo aus der neuen Erfahrung heraus im nächsten Jahr noch etwas verbessert werden kann. „Alle Angebote stehen auf dem Prüfstand, und alle Änderungswünsche werden berücksichtigt“, versichert Kilian Zender. „Wir haben die Angebote über die Jahre immer wieder angepasst“, sagt Doris Eck. Und sie hofft, dass sich weitere Gruppierungen und Organisationen melden, damit die Aktionswoche mit immer neuen interessanten Angeboten noch vielfältiger wird.