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Saarburger Sesselbahn weiter auf Bergfahrt

Alois Marx beobachtet wie Hans Werlberger, Richard Bletsch und Andreas Kessler (von links) das Stahlseil kürzen, an dem die Gondeln hängen.TV-Foto: Alexander Schumitz
Alois Marx beobachtet wie Hans Werlberger, Richard Bletsch und Andreas Kessler (von links) das Stahlseil kürzen, an dem die Gondeln hängen.TV-Foto: Alexander Schumitz
Saarburg. Die Saarburger Sesselbahn bereitet sich auf die neue Tourismussaison vor. Dazu musste diese Woche das Seil um vier Meter gekürzt werden. 2013 sind etwa 80 000 Gäste mit der Seilbahn auf den Warsberg gefahren. Alexander Schumitz

Saarburg. Hans Werlberger konzentriert sich ganz auf seine Arbeit: Er ist dabei, ein gerades, mit Seil umwickeltes Stahlkabel - die sogenannte Seele - mit den Kardeelen zu einem Stahltross zu verflechten. Der Spleißer aus Kufstein (Österreich) hatte kurz zuvor noch das 1440 Meter lange Drahtseil um vier Meter verkürzt.
"Das ist eine übliche Wartungsarbeit", sagt Alois Marx, der Geschäftsführer der Saarburger Sesselbahn. Durch den Betrieb länge sich das Seil, weshalb es regelmäßig gekürzt werden müsse. Nach der Erneuerung des Stahltrosses vor fünf Jahren war dies das zweite Mal, dass Werlberger nach Saarburg gekommen ist, um diese Arbeit zu machen.
Die Winterpause hat Marx zusammen mit seinen Mitarbeitern genutzt, um den Bahnhof auf der Bergstation tieferzulegen. "Das war wegen der neuen Sessel nötig. So können die Leute jetzt wieder einfacher ein- und aussteigen", sagt Marx. Die Fahrgäste hätten die 50 neuen Sessel "gut" angenommen. Dafür hatte die Saarburger Sesselbahn GmbH, die eine 100-prozentige Tochter der Stadt Saarburg ist, im Frühjahr 2013 rund 250 000 Euro investiert. "Möglich war das, weil wir mit unserer Versicherung ausgehandelt hatten, dass wir einen Teil der Leistungen, die sie uns wegen des vom Sturm Xyn thia verursachten Schadens zahlen mussten, für die Neuanschaffung von Sesseln verwenden dürfen", sagt der Seilbahnchef.
Rund 80 000 Gäste sind 2013 mit der Sesselbahn gefahren; verkauft wurden etwa 125 000 Tickets (2012: 120 000). "Aber es gibt viele Besucher, die nur hier hochfahren und dann zu Fuß wieder in die Stadt laufen", erklärt Marx die Diskrepanz zwischen verkauften Fahrscheinen und Fahrgastzahen.
Obwohl die Saison 2013 nur langsam anlief, war das Jahr am Ende noch ein Rekordjahr. Marx wundert sich noch immer: "Vorher hätte ich nicht geglaubt, dass man mit nur zwei sonnigen Monaten einen Umsatz von 250 000 Euro macht", sagt Marx. Beförderungsengpässe habe es trotzdem kaum gegeben.
Positiv bewertet der Sesselbahnchef, dass zwei Drittel der Gäste aus der Stadt kommen. "Das macht uns auch ein Stück weit unabhängig von den Touristen im Landal-Ferienpark auf dem Warsberg." Dass die Bahn so gut angenommen wird, liegt laut Marx auch daran, dass der Warsberg mit der Rodelbahn eine weitere Attraktion zu bieten habe.
Regelmäßig nimmt die Sesselbahn ihren Betrieb wieder am zweiten Aprilwochenende auf. "Vorher lassen wir an den Wochenenden die Sesselbahn fahren, wenn das Wetter mitspielt", verspricht Marx.