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Saarburger Stadtrat debattiert kontrovers über Stromversorgung

Saarburg. Seltene Schärfe im Saarburger Stadtrat: Ratsmehrheit und Opposition werfen sich gegenseitig „Effekthascherei“ und „Pfennigfuchserei“ vor. Der Rat hat über die Teilnahme an einer Ausschreibung des Gemeinde- und Städtebunds für die städtische Stromversorgung gesprochen. Dabei ging es bei der Frage nach der Stromquelle heiß her.

Der Gemeinde- und Städtebund Rheinland-Pfalz bietet den Gemeinden an, sich an einer europaweiten Bündelausschreibung der kommunalen Stromlieferverträge zu beteiligen. Dabei geht es um den Strom, der in die stadteigenen Gebäude fließt - Jahresverbrauch zurzeit rund 10.500 Euro. Die Verwaltung schlägt dem Stadtrat aufgrund des komplexen und aufwendigen Verfahrens vor, sich an der gemeinsamen Ausschreibung zu beteiligen, die sich auf die Stromlieferungen ab Januar 2013 bis Ende 2015 bezieht.

SPD-Fraktionsvorsitzende Edith van Eijck beantragte, dass sich die Stadt für den Bezug von Ökostrom entscheiden sollte - dies ist im Rahmen der Ausschreibung grundsätzlich möglich: "Wir können nicht in Sonntagsreden die Abschaffung von Atomkraftwerken fordern und uns werktags mit Strom aus diesen Werken beliefern lassen." Natürlich sei Ökostrom etwas teurer. Die Grünen stimmten dem zu.

Die Mehrheitsfraktion im Rat, die CDU, hielt dagegen. "Wir sind nicht grundsätzlich gegen Ökostrom. Wir wollen aber sehen, wie viel Mehrkosten wir genau dadurch hätten und wo wir diese anderswo im Haushalt einsparen können", sagte Fraktionsvorsitzende Gabriele Thebach.

Die Mehrheit entschied sich anders: Mit neun Stimmen, sechs Gegenstimmen und drei Enthaltungen wurde der Vorlage der Verwaltung zugestimmt, in der für die Ausschreibung keine Vorgaben zur Stromquelle gemacht werden. jka