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Saarburger ziehen wieder durch ihre Stadt

Nach zehn Jahren gibt es bei diesem Saarweinfest erstmals wieder einen großen Umzug am Sonntag. Dieses Bild entstand beim kleinen Umzug im vergangenen Jahr. Foto: Susanne Windfuhr
Nach zehn Jahren gibt es bei diesem Saarweinfest erstmals wieder einen großen Umzug am Sonntag. Dieses Bild entstand beim kleinen Umzug im vergangenen Jahr. Foto: Susanne Windfuhr
SAARBURG. Zwischen 10 000 und 15 000 Menschen werden sich am kommenden Wochenende wohl wieder in Saarburg tummeln. Der Grund: Zum vierten Mal lockt das "Sagenhafte Saarweinfest" mit einer Kombination aus traditionellem Weinfest und Geschichts-Spektakel für die gesamte Familie. ARRAY(0x209554640)

Viele Familien in der Region haben sich das kommende Wochenende rot angestrichen im Kalender. Leicht zu merken, laden die Stadt, der Verein der Saarweinfreunde, der Saarburger Gewerbeverband und der Verein "Churbelun" seit 2003 stets am ersten September-Wochenende zu der Groß-Veranstaltung unter dem Titel "Sagenhaftes Saarweinfest" ein. Nach Auskunft der Kulturbeauftragten Anette Barth zieht das Fest Jahr für Jahr mehr Besucher aus dem direkten Umfeld, aber auch aus dem Saarland und von weiter her an. Attraktionen gebündelt an einem Ort

Dabei geht das Fest deutlich über den Rahmen herkömmlicher Wein- und Heimatfeste hinaus. Vor allem: Die gesamte Familie kommt auf ihre Kosten. Los geht es morgen Abend mit einem Konzert im Burghof der Saarburg, die ansonsten - anders als in den Vorjahren - im Laufe des dreitägigen Festes nicht mehr als Veranstaltungsort einbezogen wird. Musik und Tänze des Mittelalters werden die "Spielleut von Ranunculus" und das "Tanzvolk von Lavandula" bei trockenem Wetter vor der einmaligen Burg-Kulisse aufführen. Das Konzert wird im Rahmen der "Moselfestwochen" aufgeführt. "Der Vorverkauf ist ganz gut gelaufen", frohlockt Anette Barth. Sollte sich der Himmel über Saarburg morgen vor Konzertbeginn um 20 Uhr ungnädig zeigen, wird das Konzert in die Glockengießerei Mabilon verlegt. Apropos verlegen: Eine der beiden großen Neuerungen des "Sagenhaften Saarweinfestes" ist, dass die verschiedenen Attraktionen auf einen Veranstaltungsort konzentriert werden. Sind die Besucher in den Vorjahren zwischen Burg, Ländchen und anderem Saarufer gependelt, wird in diesem Jahr die mittelalterliche Aktionszone ausschließlich auf einer Saarufer-Seite eingerichtet. Die Weinstraße zieht sich nach wie vor entlang des Stadens. "Das ist logistisch besser auf die Reihe zu kriegen und auch eine Reaktion auf Rückmeldungen von Besuchern aus den Vorjahren", sagt Anette Barth im Gespräch mit dem TV. Zweite große Neuerung: Statt der international besetzten Formation "Die Löwenritter", die in den Vorjahren auf der Festwiese in Beurig Kämpfe hoch zu Ross geboten hatte, werden in diesem Jahr Rittergruppen aus der Region auf der Festwiese um die Saarburg kämpfen. Zimmermann Andreas Becker aus dem Saarland hat das "Objekt der Begierde" getreu dem Original im Klein-Format nachgebaut. Zwischen 20 und 30 tapfere Männer aus dem Dreiländereck, unter anderem von der Trierer Mittelaltergruppe "Alt Luxemburg" und dem "Veldenzer Aufgebot", werden sich "auf historischen Daten basierend" (Anette Barth) eine sehenswerte Schlacht liefern, an deren Ende die Burg abgefackelt wird. Neben dieser Attraktion können sich Kinder wie in den Vorjahren bei historischen Spielen und Wettbewerben die Zeit vertreiben. Auch ein Handwerkermarkt, bei dem sich Besucher ein Bild von traditionellen Berufen wie dem Lederer oder Schmied machen können, wird in diesem Jahr wieder in der Festzone zu finden sein. Hauptattraktion am Samstag wird für viele sicherlich die Inthronisation der zweiten Saar-Obermosel-Weinkönigin, Angela Thurn aus Konz, um 19.40 Uhr auf der Bühne an der Schiffsanlegestelle sein. An 14 Ständen von bekannten Saarwinzern in der Weinstraße sowie an Essensständen und den Anlaufstellen der heimischen Gastronomie stürzen sich unzählige Feierlustige anschließend "ins Getümmel". Einen Blick auf die Saar sollten die Besucher um 21.15 Uhr werfen: Dann nämlich wagen sich Mutige des Tauchsportclubs Saarburg zum Fackelschwimmen ins kühle Nass. Eine zwischenzeitlich eingeschlafene Tradition lebt erfreulicherweise in diesem Jahr wieder auf: Erstmals seit 1996 wird es am Sonntag wieder einen Umzug durch die Stadt geben. Rund 30 Gruppen, darunter voraussichtlich fünf Wagen, starten um 13.30 Uhr am Feuerwehrgerätehaus und ziehen dann in etwa eineinhalb Stunden bis in den "Hagen". "Das wird ein bunter Mix aus mittelalterlichen Gruppen, die ohnehin beim Saarweinfest mitmachen, und hiesigen Vereinen sowie einigen Winzern und Bürgermeistern", verspricht Organisator Richard Fuhs. Reaktiviert worden sei der Umzug auch, um die ansonsten eher leere Innenstadt am Sonntagnachmittag zu beleben. Das freut schließlich auch die Einzelhändler, die von 13 bis 18 Uhr ihre Geschäfte öffnen. Das detaillierte Programm entnehmen TV-Leser morgen den Sonderseiten.