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Internet
Schnell, schneller, Schoden

Großer Andrang im Schodener Bürgerhaus bei der Informationsveranstaltung zum Thema schnelles Internet.
Großer Andrang im Schodener Bürgerhaus bei der Informationsveranstaltung zum Thema schnelles Internet. FOTO: Dirk Tenbrock
Schoden. In Schoden soll das Internet erstmals in einem kompletten Dorf so flott wie in Ballungszentren werden. Bei einer Bürgerversammlung wurden die offenen Fragen beantwortet. Von Dirk Tenbrock

Den inoffiziellen Titel „schnellstes Dorf Deutschlands“, zumindest was die Übertragungsraten im Internet angeht, möchte sich die 700-Einwohner-Gemeinde Schoden aus der Verbandsgemeinde Saarburg sichern. Die Idee und der Anstoß dazu kommt vom saarländischen Internet-Versorger Inexio, der in Schoden schon seit über zehn Jahren aktiv ist.

Ortsbürgermeister Andreas Pauly hatte am Donnerstag eine Bürgerversammlung zu dem Thema einberufen. Über 100 Schodener waren gekommen, um ihre Fragen an die Gemeinde, die Firma Inexio und die Vertreter der ausführenden Baufirma Gross zu stellen.

Das verdeutlicht, wie wichtig heutzutage schnelles Internet als Standortfaktor ist. Ab dem 1. Oktober sollen nun die Arbeiten beginnen, dazu werden über 200 Schodener Häuser, das sind etwa 80 Prozent aller Haushalte, mit Glasfaserkabeln versorgt, die die alten Kupferkabel ersetzen werden.

„Wer allerdings seinen alten Anschluss behalten will, dem steht das frei“, sagt Inexio-Vertreter Boris Kühn. Alle Straßen, beziehungsweise bevorzugt die Bürgersteige, werden nach und nach auf einer Tiefe von bis zu 80 Zentimetern geöffnet, beginnen werden die Arbeiter am Sportplatz sowie in der Saarstraße und Irminenstraße. Größere Verkehrs-Einschränkungen soll es nicht geben. Ungefähr zwei Hausanschlüsse pro Tag können laut des Vertreters der Baufirma Gross, Herrn Darmstädter, gelegt werden: „Danach wird wieder zugemacht, und es geht weiter, die Straßen bleiben weitestgehend befahrbar“, sagt er.

Die einzelnen Haushalte werden einige Tage vorher persönlich informiert, um die Arbeiten abzustimmen, zusätzlich werde ein Vorarbeiter ständig vor Ort sein, um Fragen zu klären. Schäden an intakten Straßen sollen vermieden werden. „Normalerweise müssten die neu geteerten Straßen nachher besser aussehen als vorher“, sagt Bürgermeister Pauly.

Insgesamt seien vier Monate für die Gesamt-Maßnahme geplant, das Wetter spielt dabei natürlich eine Rolle. Alle Parzellen des Dorfes werden erschlossen, auch unbebaute Grundstücke. Kosten entstehen den Besitzern allerdings erst, wenn ein Vertrag mit Inexio geschlossen wird. Diese belaufen sich im ersten Jahr auf 24,95 Euro pro Monat, ab dem zweiten Jahr auf 49,95 Euro.

Damit möchte Inexio die Investitionen refinanzieren, die sich laut Kühn auf über eine Million Euro belaufen. Dafür fließt das Internet dann nicht mehr „tröpfchenweise“, wie ein Neubürger während der Versammlung moniert – sondern als breiter und schneller Datenstrom, mit Datenmengen von einem Gigabyte. Damit können dann problemlos Filme, Streaming oder Fernsehen blitzschnell übertragen werden können.