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Schutz und Sicherheit für das Wahrzeichen

Ständig sanierungsbedürftig: die Mauern der Saarburg. TV-Foto: Mandy Radics
Ständig sanierungsbedürftig: die Mauern der Saarburg. TV-Foto: Mandy Radics
Die jahrhundertealte Saarburg bedarf ständiger Pflege, denn am Wahrzeichen der Stadt nagt der Zahn der Zeit. Seit Mitte Juli wird deshalb das südöstliche Mauerstück in Richtung Saar saniert (der TV berichtete). In zwei Wochen soll alles fertig sein. Von unserem Redaktionsmitglied Mandy Radics

Saarburg. "Die Sanierung unserer Burg ist sehr aufwendig und kostenintensiv", erklärt Saarburgs Stadtbürgermeister Jürgen Dixius. Deshalb muss die Erneuerung der Burganlage über viele Jahre verteilt werden. 155 000 Euro kostet allein die Sanierung des etwa 50 Meter langen Mauerstücks auf der nordöstlichen Seite in Richtung Saar, das derzeit bearbeitet wird.

"Wir liegen gut in der Zeit", sagt Dixius. Das bestätigt auch der zuständige Architekt Franz Niespor: "Die Arbeiten sind in zwei Wochen abgeschlossen." Insgesamt wurde an dem 220 Quadratmeter großen Mauerstück rund fünf Monate gearbeitet. Nach Angaben Niespors wurden die losen Mauersteine der äußeren Schale neu vermauert. Teilweise mussten alte poröse Steine durch neue Steine ersetzt werden.

Arbeiten an Hang und Bergfried stehen an



Momentan wird die Mauer verfugt. Weil die Temperaturen auch im Oktober stark sinken können, musste der Mörtel nach einem speziellen Rezept des Instituts für Steinkonservierung modifiziert werden. Der angedachte Mörtel war nur bis zu Temperaturen von plus fünf Grad gedacht. "Der Mörtel wird im Trockenspritzverfahren in die Fugen gespritzt. Wenn er angetrocknet ist, wird das Mauerwerk mit einem leichtem Sandstrahl von überflüssigen Resten befreit." Beim Trockenspritzverfahren vermischt sich der Mörtel erst am Ende des Druckschlauches mit Wasser in dosierter Menge. Durch dieses Verfahren bleibt der Mörtel nahezu trocken.

Laut Stadtbürgermeister Jürgen Dixius müssen als Nächstes der Bewuchs deutlich zurückgeschnitten und der Hang gesichert werden. Am dringendsten sind nach Niespors Ansicht dann die Sanierung von Teilen des Bergfrieds und die weitere Ausbesserung der Mauer.

Ob und wie viel Geld für die weitere Sanierung des Wahrzeichens der Stadt im nächsten Jahr zur Verfügung steht, kann Dixius noch nicht sagen. "Wir müssen einen Antrag auf finanzielle Unterstützung beim Denkmalamt stellen. Dazu kommen Eigenmittel, die wir erst erwirtschaften müssen. Und die Situation der Kommunen ist nicht rosig."

Bei der Sanierung gehe es nicht nur um die Erneuerung, sondern auch um die Sicherung der Anlage. "Wenn Steine abstürzen, gefährden sie Einwohner und Besucher der Burg", sagt Niespor.

Auf die Frage, wie lange die gesamte Erneuerung der alten Dame dauert, sagt er: "Es hört sich komisch an, aber so eine Burg ist eine ständige Baustelle."