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Sehen, probieren und kaufen

Erhoffen sich vom "Mannebacher Käsemarkt" ein gutes Geschäft: (von links) Peter Büdinger, Malte Keil und Herbert Stors. Foto: Hermann Pütz
Erhoffen sich vom "Mannebacher Käsemarkt" ein gutes Geschäft: (von links) Peter Büdinger, Malte Keil und Herbert Stors. Foto: Hermann Pütz
MANNEBACH. Künftig soll in Mannebach jeder Samstag ein Markttag sein – oder besser: ein Käsemarkttag. In der "Kässtuff" auf dem Hof von Peter Büdinger soll es allerdings weitaus mehr zu sehen, zu probieren und zu kaufen geben, als das mitunter recht geruchsintensive Milchprodukt. ARRAY(0x19ab6c7a8)

Wer schon einmal das in dem idyllischen Wiesental gelegene Dorf besucht hat, kennt sicherlich den "berühmten" Mannebacher Käse - wenn auch nur vom Hörensagen. Urheber des teils recht geruchsintensiven Milchprodukts ist Peter Büdinger. Als Landwirt hatte er vor Jahren damit begonnen, aus der Milch seiner Kühe Käse herzustellen. Inzwischen bringt er seinen Schnitt-, Hart- und Frischkäse erfolgreich an den Mann - im eigenen kleinen Hofladen, aber auch über heimische Winzer, die Büdingers Erzeugnisse in ihren Weinstuben anbieten. "Es ist kein Bauernmarkt"

Doch Mannebach hat eine weitaus breitere Palette landwirtschaftlicher Erzeugnisse zu bieten. Da gibt es beispielsweise den Viez, dessen Herstellung in der Region eine lange Tradition hat, oder aus diversen Obstsorten gebrannte Schnäpse. Auch Apfelessig und Honig sind bei Erzeugern aus dem Ort zu bekommen. Das Problem: "Viele Leute stellen gute Produkte her, aber nicht jeder besitzt geeignete Räumlichkeiten, in denen er seine Sachen anbieten kann", erklärt Herbert Stors, der ebenfalls Erzeugnisse aus der Landwirtschaft - beispielsweise Viez und Edelbrände - verkauft. Peter Büdinger besitzt für den Verkaufszweck geeignete Räumlichkeiten. Außer dem kleinen Laden gibt es seit einiger Zeit auf seinem Hof eine "Kässtuff" (Käsestube), in der beispielsweise Reisegruppen die Möglichkeit haben, unter fachlicher Anleitung Käse zu probieren. "Irgendwann habe ich mich gefragt, wie ich den großen Raum auch anderweitig nutzen kann", berichtet der Landwirt. So sei die Idee entstanden, dort eine Art Bauernmarkt zu veranstalten. "Recht schnell haben sich Leute gefunden, die sich daran beteiligen wollen." Insgesamt rund zehn Erzeuger aus Mannebach und umliegenden Ortschaften haben sich inzwischen zusammen getan. Auf der Suche nach einer passenden Bezeichnung habe man allerdings bewusst das Wort "Bauernmarkt" vermieden. "Wir wollten uns schließlich von ähnlichen Veranstaltungen abheben", heißt es. Viez, Schnaps, Apfelessig und mehr

Statt dessen habe man sich für "Mannebacher Käsemarkt" entschieden, wenngleich das den Tatsachen nur zum Teil entspreche. Denn außer Käse solle in Büdingers "Kässtuff" unter anderem Viez, Schnaps, Apfelessig, hausgemachte Wurst und Wein zu finden sein. "Da künftig jeder Samstag ein ‚Käsemarkttag' sein soll, wollen wir abwechselnd Mosel- oder Saarwein anbieten", erklärt Büdinger, der - sollte alles klappen - seinen Käseverkauf künftig schwerpunktmäßig auf den Markttag konzentrieren will. Auch eine Live-Aktion soll es geben: "In einem mobilen Holzofen wollen wir vor Ort frisches Brot backen", stellt Herbert Stors in Aussicht. "Unser Ziel ist, einerseits den Erzeugern aus dem Ort und der näheren Umgebung eine Plattform für den Verkauf ihrer Waren zu bieten, andererseits den Besuchern viele verschiedene Produkte an einem zentralen Ort präsentieren zu können", so Stors. "Vor allem soll die Möglichkeit zum Gespräch zwischen potenziellen Käufern und den Erzeugern bestehen." Außerdem könne jeder nach Belieben ungeniert probieren, ohne zwangsläufig etwas kaufen zu müssen. Am morgigen Samstag, 22. April, werden sich die Tore des "Mannebacher Käsemarktes" auf dem Hof von Peter Büdinger erstmals öffnen. Zwischen 10 und 16 Uhr darf geguckt, geschnuppert, geschmeckt und - ganz im Sinne der Erfinder des Käsemarktes - auch gekauft werden.