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Stress und Freude

SERRIG. (ksm) Mehr als 100 Kinder stehen jedes Jahr beim Theaterstück von Maja Brandscheit auf der Bühne. Für das Projekt ist sie Autorin, Kostümbildnerin und Regisseurin in einer Person.

"Ich bräuchte einen Tag, der 24 Stunden länger ist, um alle meine Ideen zu verwirklichen", erzählt Maja Brandscheit. Ihre Einfälle verarbeitet sie unter anderem in Theaterprojekten. Seit zehn Jahren inszeniert sie erfolgreich Stücke von Kindern für Kinder. Zu den drei Aufführungen im vergangenen Jahr kamen rund 1500 Zuschauer in die Saarburger Stadthalle. Ende November wird es wieder so weit sein: Dann steht das Stück "Bei uns in Schilda", nach dem Kinderbuch von Otfried Preußler, auf dem Programm. "Ich schreibe die Stücke entweder neu oder um, so dass sie zu den Kindern passen", sagt Maja Brandscheit. Mit den Proben haben die Kinder, die von verschiedenen Schulen aus dem Saarburger Raum kommen, bereits begonnen. Einige Kulissen für das Bühnenbild sind schon fertig. "In den Sommerferien fange ich dann an, die Kostüme zu nähen", erzählt die dreifache Mutter, die auch drei Enkel hat. Bereits zwei Speicherräume habe sie voll mit Kleidern und Requisiten aus verschiedenen Aufführungen. Auch die zwei Tanzgruppen aus Serrig, die sie leitet, sind beim Theaterprojekt mit von der Partie. Einen weiteren Auftritt haben sie an der jährlichen Kinderkappensitzung. Dafür trainiert Maja Brandscheit das ganze Jahr über mit den Kleinen. Mit den Kindern hat sie gerade eine kleine Tanzpause eingelegt und die Zeit zum Malen genutzt. Auf dem Wein- und Heimatfest am vergangenen Wochenende in Serrig wurden die Werke der jungen Künstler präsentiert. Seit mehr als 20 Jahren organisiert Maja Brandscheit die Kinderkappensitzung, studiert mit den Kleinen die selbst geschriebenen Sketche ein. Sie steht auch selbst auf der Bühne: Bei der Kappensitzung der Serriger Karnevalsgesellschaft trägt sie jedes Jahr mit fünf anderen Frauen Sketche vor. Alles in allem eine Menge Arbeit: "Stress gehört einfach dazu", sagt sie gelassen. Denn die Beschäftigung mit Kindern ist sozusagen das Hobby der Grundschullehrerin: "Ferien finde ich manchmal langweilig", erzählt sie. "Die Gedanken schweifen immer wieder zu den Kindern." Ihre Motivation schöpft sie aus der Begeisterung der Kleinen für das gemeinsame Projekt: "Wenn die Kinder Freude an der Arbeit haben, gibt mir das unheimlich viel."