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Umwelt
Unwetterdiskussion: Dixius weist Vorwürfe zurück

Saarburg. Die viermaligen Schlammfluten in Trassem nach Starkregen, die Gärten und Keller überflutet haben (der TV berichtete), waren Thema in der Sitzung des Saarburger Verbandsgemeinderatssitzung. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Ulf Milanese wollte von Bürgermeister Jürgen Dixius wissen, ob denn die Vorwürfe gegenüber der Verbandsgemeinde, die ein Trassemer in einem Artikel geäußert hatte, stimmten.

Der Trassemer hatte behauptet, dass ein vor Jahren angelegter Weg zum Walderlebniszentrum Regen- und Oberflächenwasser auf ein Maisfeld leite. Vor dort lande das Wasser in den Wohnzimmern der unterhalb wohnenden Bewohner. Milanese wollte weiter wissen, was die Verwaltung tun wolle, falls die Behauptung stimme. Verwaltungschef Dixius wies die Vorwürfe des Trassemers entschieden zurück. Er stellte klar, dass nicht die Verbandsgemeinde für den Weg verantwortlich sei, sondern die Ortsgemeinde. Weiter sagte er: „Den Weg gibt es schon seit Jahrzenten. 2015 wurde er in Abstimmung mit dem Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum ausgebaut, wobei auch wasserführende Maßnahmen umgesetzt wurden. Diese Maßnahmen sind nicht so ausgelegt, dass sie Starkregenereignisse in diesem Umfang bewältigen können. Auch der Wirtschaftsweg wurde überflutet.“ Grundsätzlich seien Wirtschaftswege öffentliche Einrichtungen von Ortsgemeinden, sagte Dixius. Er verwies darauf, dass die Verbandsgemeinde bereits im vergangenen Jahr tätig geworden sei und ein Hochwasserschutzkonzept für alle Ortsgemeinden ihres Gebiets aufgelegt habe. In diesem Zusammenhang werde jede Ortslage für sich einzeln betrachtet und analysiert. Dixius: „Das Hochwasserschutzkonzept wird für jede Ortsgemeinde eine Handlungsempfehlung für solche Starkregen-Ereignisse vorsehen und Maßnahmen nach Priorität listen.“

Hans Steuer von der SPD hakte nach. Die Verbandsgemeinde betreibe viel Aufwand bei der Bauleitplanung, um die Frage zu klären, wohin das Oberflächenwasser abgleitet werde. Dabei würden die Randbedingungen erfasst. Doch wer habe ein Auge darauf, wenn diese sich änderten?, wollte Steuer wissen. Dixius erläuterte, dass der Wald nach dem Landeswaldgesetz bewirtschaftet werde. Für Eingriffe in die Natur sei die Untere Umweltbehörde zuständig. Maisanbau, wie es ihn auch in Trassem oberhalb der betroffenen Straße gebe, gehöre jedoch zur ordnungsgemäßen Landwirtschaft. Der Bürgermeister meinte, es sei Aufgabe der Verbandsgemeinde,  künftig intensivere Voruntersuchungen für Bebauungspläne vorzunehmen. Dixius: „Ich gehe davon aus, dass auch andere Behörden durch die jüngsten Ereignisse sensibler geworden sind.“ Bei den Bürgern habe die Sensibilität auf jeden Fall zugenommen. Das Interesse an den Workshops, die im Rahmen des Hochwasserschutzkonzepts angeboten würden, sei jedenfalls gestiegen. Ein CDU-Mitglied empfahl, die sogenannte Ladwein-Karte verbandsgemeindeweit einzusetzen. Der Trierer Geograph Richard Ladwein hat vor einigen Jahren ein Verfahren zur Erdoberflächen-Untersuchung entwickelt. Das Ergebnis der Analyse wird in einer Karte dargestellt, in der die Gefährdungsgrade in unterschiedlichen Farben illustriert werden. Mit dieser Karte können laut Ladwein Gefährdungen durch Erdrutsch und Schlammlawinen erkannt werden.