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Verkehrs-Chaos statt -Fluss?

Die Kreuzung Hochwaldstraße/Propsteistraße in Merzig ist weiter ein Kritikpunkt. Foto: Björn Becker
Die Kreuzung Hochwaldstraße/Propsteistraße in Merzig ist weiter ein Kritikpunkt. Foto: Björn Becker
Merzig. Seit Fertigstellung der Südkerntangente fließt der Verkehr nur noch in Richtung Autobahn durch die Hochwaldstraße in Merzig. Doch es gibt an der neuen Verkehrsführung Kritik von einigen Anliegern, vor allem bezüglich der Kreuzung Hochwaldstraße-Propsteistraße. ARRAY(0x11e71fa8)

Bei der offiziellen Einweihung der neuen Trasse im August 2005 sagte Oberbürgermeister Alfons Lauer: "Der Verkehr soll ab sofort deutlich flüssiger zwischen der A 8 und der Hochwaldstraße fließen." Einige Anlieger sind jedoch der Ansicht, dass die versprochene Entlastung der Innenstadt nicht wirklich funktioniere. Stattdessen entstehe am Knotenpunkt Hochwaldstraße-Propsteistraße regelmäßig ein Verkehrs-Chaos, das sowohl Autofahrer als auch Anwohner belaste. Auch Jürgen Fox, der seit 1995 ein Reisebüro nahe dieser Kreuzung betreibt, vertritt diese Meinung: "Prinzipiell befürworte ich die neue Verkehrsführung. Es gibt aber einiges, das ich für stark verbesserungswürdig halte." Seinem Unmut über die Verkehrssituation und das Vorgehen der Verantwortlichen hat Fox bereits Luft gemacht: "Im September 2005 habe ich mich in einem Schreiben an unseren Oberbürgermeister gewandt und ihn auf die chaotische Verkehrssituation hingewiesen." Im Dezember habe er dann ein Treffen mit dem Oberbürgermeister gehabt, bei dem er Lauer die Situation sowohl geschildert als auch vor Ort gezeigt habe. "Ich habe ihm das Angebot gemacht, sich mal einen Tag lang in mein Schaufenster zu setzen und sich das Verkehrschaos selbst anzusehen", erzählt Fox. Oberbürgermeister Lauer habe sich seine Einwände und Beschwerden angehört, diese jedoch nicht nachvollziehen können. Einzig die Haltelinie, an der die von der Südkerntangente links in die Hochwaldstraße einbiegenden Autofahrer vorher zu weit in die Hauptstraße hineinfahren mussten, sei kurz darauf weiter nach hinten gesetzt worden. Außerdem habe die Stadt ein Schild aufgestellt, das auf die Beachtung der Vorfahrt hinweise. "Auch die übrigen Anwohner und Geschäftsinhaber ärgern sich über die Probleme, die durch den Kreuzungsbereich entstehen", erzählt Fox. Der Verkehr staue sich mehrmals täglich, was zu Drängeleien und Hupkonzerten führe. "Dazu tragen die Autofahrer, die vom Parkplatz Schwarzenbergstraße (beim Edeka-Markt) kommen und die Stadt in Richtung Hilbringen verlassen möchten, unbeabsichtigt bei", meint Fox. Die Autofahrer dürften nicht mehr in Höhe der AOK nach rechts in die Straße "Am Gaswerk" abbiegen und am Finanzamt vorbeifahren. Stattdessen müssten sie über die Südkerntangente in die Hochwaldstraße einbiegen und durch die Innenstadt fahren, um Merzig zu verlassen. Fox: "Außerdem wird der Verkehrsfluss auch immer wieder durch die drei Fußgängerüberwege zwischen dem Friseursalon Zehren und dem Hotel ,Merll Rieff' behindert." Markierungen sorgen für Irritationen

Auch sein Geschäftsnachbar Konrad Bauer (Dekoba) ärgert sich darüber, dass die Stadt die Parkplätze auf der gegenüberliegenden Straßenseite entfernt habe, die für den Geschäftsbetrieb wichtig gewesen seien. "Diese Parkplätze haben den Straßenverkehr in keinster Weise beeinträchtigt, deshalb verstehe ich diese Maßnahme nicht", sagt Fox. Irritierend sei auch, dass man die Markierungen dieser Parkplätze trotz anderer Ankündigung nicht gänzlich entfernt habe. "Viele Kunden glauben, sie dürften dort noch parken und müssen dann unnötigerweise Strafe zahlen", hat Fox beobachtet. Aus Sicht der Polizei ist der Kreuzungsbereich kein Unfallschwerpunkt. Armin Stengel von der Polizei-Inspektion Merzig: "Wenn überhaupt, ist es an dieser Stelle bisher nur zu kleineren Blechschäden gekommen, die auf Fehlverhalten beim Fahrstreifenwechsel beruhen. Diese fallen gar nicht in unseren Zuständigkeitsbereich." Die Polizei sei nur für die Unfälle zuständig, die durch Missachtung der Vorfahrtsregelung verursacht würden.