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Sport
Sie wollen einfach mal was für Saarburg machen

Sie mögen Sport, sie mögen Saarburg und haben alle schon mal an einem Laufwettbewerb teilgenommen: Die Organisatoren des Stadtlaufs (von vorne) Nico Diewald, Fabian Herber, Thomas Müller und Holger Bach.
Sie mögen Sport, sie mögen Saarburg und haben alle schon mal an einem Laufwettbewerb teilgenommen: Die Organisatoren des Stadtlaufs (von vorne) Nico Diewald, Fabian Herber, Thomas Müller und Holger Bach. FOTO: Marion Maier
Saarburg. Vier junge Männer lassen den Internationalen Stadtlauf an den Markttagen wieder aufleben. Mit ihrer Idee haben sie viele offene Türen eingerannt. Ihnen geht es dabei nicht nur um Sport. Von Marion Maier
Marion Maier

. Viele gute Ideen sind wohl schon bei einem Bier oder zwei oder auch einem Glas Wein entstanden. Bei den vier Freunden Nico Diewald, Fabian Herber, Thomas Müller und Holger Bach war das anders. Sie ereilte der Geistesblitz beim Eis essen.

Sie wollten einen sportlichen Wettkampf organisieren. Zunächst war ein Radrennen im Gespräch, 24 Stunden lang. Doch dann erinnerte sich Holger Bach – mit 38 Jahren der Älteste in der Runde – an ein Saarburger Rennen, das es einmal gab: den Stadtlauf bei den Markttagen. Das war’s! Zwei Wochen später fingen die vier Sportbegeisterten an zu planen. Müller sagt: „Dabei ging es uns nicht nur um das Sportliche. Wir wollten was für Saarburg machen. Wir kommen alle von hier. Und überall gibt es Laufveranstaltungen. Warum nicht bei uns?“

Mit ihrem Elan rannten die vier Freunde überall offene Türen ein. Beim TuS Fortuna war man froh, dass jemand den Wettkampf unter Vereinsflagge wieder auf die Beine stellen will. Der TuS hatte das Rennen vor mehr als 20 Jahren, nämlich von 1991 bis 1994, organisiert. Radfahrer Holger Bach ist aktives Vereinsmitglied, Nico Diewald inaktives.

Gewerbeverband, Technisches Hilfswerk, Deutsches Rotes Kreuz, Polizei und Feuerwehr unterstützen das Projekt auf Anhieb.

Mit Bürgermeister Jürgen Dixius unterhielten sich die vier darüber, dass Sport verbindet. Flugs wurde die Idee geboren, den Stadtlauf auszuweiten und auch Flüchtlinge zu integrieren. Schließlich heißt der Wettkampf auch Internationaler Stadtlauf. In Zusammenarbeit mit dem Mehrgenerationenhaus (MGH) entstand ein kleines Parallelprojekt, das vom Programm „Demokratie leben“ gefördert wird. Im Mittelpunkt steht der Spendenlauf, bei dem gemischte Gruppen mit Einheimischen und „Zweiheimischen“, wie MGH-Geschäftsführerin Anette Barth die Flüchtlinge nennt, zusammen durch Saarburgs Innenstadt rennen. Das Geld, das Sponsoren pro Läufer zahlen, soll der Integrationsarbeit zugute kommen. Zudem helfen Migranten bei der Organisation und beim Lauf selbst, beispielsweise an den Versorgungsständen. Bislang haben sich zwei Gruppen beim Spendenlauf angemeldet, was alle gelassen sehen. Anette Barth sagt: „Das ist ein erster Versuch.“

Für die sonstigen Wettkämpfe übertreffen die Zahlen dafür bereits die Prognosen der Organisatoren. Mehr als 500 Sportler haben sich bislang angemeldet für den Haupt-, den Jedermanns-, den Jugend- und den Bambinilauf. Letzterer steht erstmals in der Geschichte des Internationalen Stadtlaufs in Saarburg auf dem Programm.

Ansonsten war es dem Viererteam wichtig, sich an die Tradition zu halten. So wurde die alte Streckenführung so weit wie möglich wieder aufgenommen. Start und Ziel ist demnach am Heckingplatz. Der Rundkurs führt durch die Graf-Siegfried-Straße, die Altstadt im Staden und auf dem Saarradweg wieder zurück. Das alte Stadtlauf-Logo wurde teilweise reaktiviert und mit der Silhouette der Stadt ergänzt. Wichtig war den vier auch, mit einem der Vorgänger-Organisatoren zu reden. Ein Treffen gab es, doch auch da fand sich keine befriedigende Antwort auf die Frage, warum der Stadtlauf damals nach vier Jahren eingestellt wurde.

Für die aktuellen Planer steht jedenfalls jetzt schon fest, dass der Stadtlauf über das Jahr 2018 hinaus weiter existieren soll. Holger Bach sagt: „Das soll keine Eintagsfliege sein. Dafür hat das jetzt schon zu viel Spaß gemacht.“ Zudem sprudelten immer wieder neue Ideen. Selbst die Sponsorensuche habe Spaß gemacht, man sei auch da auf offene Ohren gestoßen. 15 geldgebende Firmen kamen zusammen. Dem stehen Kosten von mehr als 10 000 Euro gegenüber für Dinge wie die in die Startnummern integrierten Chips zur Zeitmessung, die amtliche Streckenvermessung oder auch das Starterpaket.

Genauso wie bei der Homepage wurde auch Letzteres mit viel Liebe zum Detail zusammengestellt. So gehört ein Multifunktionstuch mit dem Saarburger Stadtlauf-Logo darauf. Eine bleibende Erinnerung an einen der „reizvollsten Streckenverläufe der Region“, wie es auf der Webseite (siehe unten) heißt.