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Vorsicht, heiße Luft

Wade Schuman hat seine eigene Art, mit dem Publikum zu kommunizieren. TV-Foto: Herbert Thormeyer
Wade Schuman hat seine eigene Art, mit dem Publikum zu kommunizieren. TV-Foto: Herbert Thormeyer FOTO: Herbert Thormeyer (doth) ("TV-Upload Thormeyer"
Saarburg. Rund 260 Zuhörer sind in die historische Glockengießerei Mabilon gekommen, um heiße Musik aus Amerikas Südstaaten zu genießen. Hazmat Modine, die Band des Mundharmonika-Virtuosen Wade Schuman, ließ ein ungewohntes Instrumentenspektrum erklingen. Der Bandname bedeutet frei übersetzt "Heißes Gebläse".

Saarburg. Die Musiker sind noch nicht auf der Bühne. Die Instrumente aber schon. Wer einen Blick auf das kleine Köfferchen mit vielen Mundharmonikas, das riesige Sousafon, die Panflöte, das Banjo und eine Geige wirft, weiß: Hazmat Modine aus New York klingt anders, ganz anders.
Den Bandnamem könnte man übersetzen mit "Vorsicht, heiße Luft". Konzertveranstalter Christof Kramp hat die acht Musiker in die Glockengießerei geholt. Einen Vorgeschmack auf die neue CD "Extra-Deluxe-Supreme", die im Herbst erscheint, bekommen die Besucher mit diesem Livekonzert im historischen Ambiente der Glockengießerei aber jetzt schon. Die Themen sind im Blues stets ähnlich: Leben, Liebe, Leidenschaft.
Die Band spielt los, und schon ist Bandleader Wade Schuman mit seiner Mundharmonika mitten im Publikum. Wieder auf der Bühne kann der Musiker mit elektronischen Tricks per Fußpedal auch aus der kleinsten Mundharmonika die tiefsten Töne herausholen. Er spielt aber auch Gitarre und Panflöte und lässt andere Musiker singen. Hinzu kommt ein ausgewogenes Klangbild, nicht zu laut, aber sehr präsent.
Stühle sind in der Glockengießerei nicht aufgestellt, denn bei diesen Rhythmen kann sowieso niemand still sitzen bleiben. Unter den 260 Zuhörern ist Peter Neisius, der in Wincheringen viele Jahre den Musikverein leitete. Der Kenner urteilt: "Das ist Improvisation auf höchstem Niveau. Jeder Musiker ist ein Virtuose auf seinem Instrument." Ariane Hassel aus dem saarländischen Marpingen freut sich: "Das ist einfach mitreißend." Livemusik sei immer noch am besten. Für Jazz-Freundin Marion Plevin aus Saarburg-Beurig ist das Konzert ebenfalls ein faszinierendes Erlebnis: "Diese Musik liegt bei uns in der Familie. Bei dieser Band steckt Reggae, Tango, Blues und noch viel mehr drin."
Jeder der acht Musiker stellt sich in vielen Titeln mit Soli vor. Erstaunlich ist: Die Band hat keinen E-Bass oder Kontrabass. Die tiefen Töne kommen ausschließlich von Joseph Daley und seinem Sousafon, einer Erfindung für Militärkapellen des Komponisten John Philip Sousa (1854-1932). Seit 15 Jahren gibt es Hazmat Modine bereits. Seit neun Jahren touren die acht New Yorker durch Europa, zum zweiten Mal sind sie in Saarburg zu Gast. doth
Extra

Wade Schuman: Mundharmonika, Gesang, Gitarre, Panflöte; Mazz Swift: Gesang, Violine; Joseph Daley: Sousafon; Erik Della Penne: Gesang, Banjo, Gitarre; Michaela Gomez: Gitarre, Steel Guitar, Banjitar; Tim Keiper: Schlagzeug; Pam Fleming: Trompete, Flügelhorn; Steve Elson: Saxofon, Klarinette, Querflöte, armenische Flöte. doth