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Freizeit
Großer Andrang und gute Laune beim Fest der Nationen

Am polnischen Stand herrschte beim Fest der Nationen pure Lebensfreude.
Am polnischen Stand herrschte beim Fest der Nationen pure Lebensfreude. FOTO: Jürgen Boie
Wincheringen. Wincheringen feiert „Fest der Nationen“

An gut 30 Tischen mit Bierbänken drängen sich zahlreiche Besucher – es bilden sich Schlangen an den Essensständen. In der Wincheringer Straße Am Markt feierten am vergangenen Wochenende über tausend Besucher das „Fest der Nationen“ bei herrlichem Wetter.

Menschen aus elf Ländern präsentierten Esskultur und Lebensart auf dem Wincheringer „Fest der Nationen“. Organisator Charly Donker und die rund 30 Mitstreiter der Initiative für Heimat und Kultur richteten zum dritten Mal das Fest aus, das sich steigender Beliebtheit erfreut.

In der Straße Am Markt im Wincheringer Ortskern reihen sich Zelt an Zelt. Eine vierköpfige Gruppe vergnügter Briten bietet Zutaten für ein englisches Picknick an. Wie Jenny Skipp erläutert, gehört auch ein Gin oder ein Pimm’s dazu. Im Kühlschrank sind aber nicht nur die dazugehörigen Tonics oder Ginger Ales. Auch die berühmte Clotted Cream und Scones werden so kühl gelagert. „Wir sind zum dritten Mal dabei und haben unsere Erfahrungen mit den hohen Temperaturen gemacht“, lacht Jenny.

Nebenan bereitet Sven Mertes, ursprünglich aus dem belgischen St. Vith und seit 14 Jahren in Wincheringen, belgische Fritten im Akkord zu. Zwei Meter weiter können durstige Besucher aus rund zehn belgischen Biersorten wählen. Petra Temmes aus Rehlingen hat vor den belgischen Fritten schon Samosas aus Kenia und schwedischen Krabbensalat probiert. Am Tisch schwärmt man auch vom schwedischen Bier, das man für zwei Euro pro Dose probieren kann. „In Schweden selbst kostet das bestimmt das Vierfache“, meint Temmes‘ Begleiter schelmisch.

Die Paella am Stand von Ingrid Ballesca, aufgewachsen in Barcelona und in Wincheringen seit sechs Jahren zu Hause, geht weg wie nichts. In riesigen Pfannen rühren die spanischen Wincheringer Massen an safrangelbem Reis mit Muscheln an. Ingrids Mann Andreas kommt kaum nach mit dem Kassieren und Ausgeben der Portionsteller. Ingrid kann ihn kaum unterstützen, denn ihre Sangria ist ebenfalls heiß begehrt.

Pure Lebensfreude herrscht am polnischen Stand. Mariusz Szymaniak und seine vergnügte Gruppe hält alles bereit, was in Polen beim Feiern nicht fehlen sollte: Teigtaschen, polnische Würste, eingelegtes Gemüse, und auch ein Gläschen Wodka war verfügbar. Am Stand kommt es zu freudigen Wiedersehensszenen innerhalb der polnischen Community an der Obermosel.

Kanadier, Schweden, Italiener, Luxemburger und noch mehr Länder präsentierten ihre Esskultur. Tom Boesen aus Bilzingen vermisste allerdings den russischen Stand vom ersten Jahr. Organisator Charly Donker erklärt, dass die russische Familie aufgrund eines privaten Unglücks nicht zum Feiern aufgelegt sei. Die Wincheringer Deutschen haben die Getränkeversorgung am Eingang zur Festmeile übernommen. Auch Ortsbürgermeister Elmar Schoemann ist am Weinstand dabei.

Das deutsche Essen kommt vom Hamburger Achim Unger. Ganz norddeutsch hat er Fischbrötchen und „Hanseaten“, zwei aufeinandergelegte und mit Himbeermarmelade bestrichene Mürbeteigkekse, die mit Zuckerguss verziert sind, im Angebot. Dazu stilsicher Astra-Bier und Fritz-Cola. Unterstützt wird Achim von seinem Vater Andreas, der zusammen mit seiner Frau extra zum Fest der Nationen aus Hamburg angereist ist.

Achim Unger wohnt im Wincheringer Satelliten-Ortsteil Auf Mont. Er wirbt für das Zusammenwachsen der beiden gegensätzlichen Teile Wincheringens und freut sich, dass immer mehr Familien und Bewohner von Auf Mont zum Fest kommen. So dient das Fest der Nationen nicht nur dem europäischen Gedanken, den Donker in seinem Grußwort zum Fest formulierte (der TV berichtete), sondern auch dem Zusammenwachsen der Ortsteile.