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Windräder bei Weiten stören Schwarzstörche nicht

Mettlach-Weiten. Nach Ansicht des BUND können im Mettlacher Ortsteil Weiten Windräder gebaut werden. Alle wichtigen vom Storch genutzten Räume, lägen außerhalb des geplanten Windparks, heißt es.

Mettlach-Weiten (red) Der Naturschutzverband BUND Saar hat keine naturschutzfachlichen Einwände gegen den geplanten Windpark Wintersteinchen bei Weiten. Dort sollen fünf Windkraftanlagen mit rund 200 Metern Geamthöhe errichtet werden. Wie der BUND in einer Erklärung bekanntgab, werde nach seinem Dafürhalten der in der Nähe des geplanten Standorts vorkommende Schwarzstorch durch das Vorhaben "nicht signifikant beeinträchtigt".
Der Verband teilte mit, er habe bereits im Frühjahr dieses Jahres im Rahmen des Genehmigungsverfahrens eine Stellungnahme zu dem geplanten Windpark Wintersteinchen abgegeben. Jetzt habe er sich erneut mit dem Vorhaben beschäftigt. "Über die Genehmigungsbehörde wurde dem BUND eine Funktionsraumanalyse für den windkraftsensiblen Schwarzstorch aus dem Jahr 2017 zur Stellungnahme vorgelegt", heißt es in der Erklärung. Genehmigungsbehörde ist in diesem Fall das Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz (LUA).
Die nunmehr vorgelegte Untersuchung bestätige die Einschätzung des BUND Saar, "dass durch den geplanten Windpark keine erheblichen Beeinträchtigungen der dort in der Nähe vorkommenden Schwarzstörche zu erwarten sind und auch das Tötungsrisiko sich nicht signifikant erhöhen wird". Die Analyse zeige laut BUND anhand zahlreich erhobenen Beobachtungsdaten nachvollziehbar, dass die Vögel das Gebiet mit den geplanten Windrädern nicht häufig nutzen. "Alle wichtigen vom Schwarzstorch genutzten Räume, beispielsweise zur Nahrungssuche, liegen außerhalb des geplanten Windparkgebietes."
Christoph Hassel, Landesvorsitzender des BUND, erklärt: "Wir plädieren für einen weiteren Ausbau der Windkraftnutzung im Saarland, wenn dabei ökologische Leitplanken bei der Auswahl der Standorte und beim Betrieb der Windräder beachtet werden, was bei dem geplanten Windpark unserer Ansicht nach auch der Fall ist." So sollen beispielsweise in dem geplanten Windpark zum Schutz der Fledermäuse in den Nachtstunden Abschaltzeiten für die Windräder festgesetzt werden, was "anerkanntermaßen die Beeinträchtigungen für windkraftsensible Arten stark reduzieren wird". Bei schlechter Wetterlage würden laut BUND an Massenzugtagen zum Schutz durchziehender Kraniche die Anlagen abgeschaltet. Eingriffe in Natur und Landschaft würden ausgeglichen, ebenso dauerhaft in Anspruch genommene Waldflächen.
Gängige Praxis ist nach Darstellung des Umweltverbandes auch die Festlegung einer auskömmlichen Rückbaubürgschaft durch die Genehmigungsbehörde, um sicherzustellen, dass nach Nutzungsende die Windräder auch tatsächlich zurückgebaut werden. "Wenn man die allseits bekannten Auswirkungen einer fossil-atomaren Energieversorgung weiter zurückfahren will, kommen wir neben einer effizienten Energienutzung und Energieeinsparung an einem weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien und auch der Windkraftnutzung als eine der Säulen der Energiewende nicht vorbei", sagt Hassel. "Dass diese ökologischen Leitplanken nicht nur bei der Windkraftnutzung beachtet und auch eingehalten werden, dafür setzen wir uns auf allen Ebenen ein."