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Zu Paukenklängen um die Wette paddeln

Saarburg. Beim Saarcup 2013 sind Teams aus zahlreichen Vereinen und Freundeskreisen aus Saarburg und der näheren Umgebung um die Wette gepaddelt. Auch die Lebenshilfe hat sich mit einem Team, in dem sechs behinderte Menschen mitgerudert sind, an dem Wettbewerb beteiligt. Christoph Strouvelle

Saarburg. "Mensch, Du musst doch ein Paddel mitnehmen", ertönt es vor dem Start aus den nervösen und gespannten Reihen des Teams KV Hauruck Saarburg.
Die Karnevalisten besteigen gerade ein Boot, das neben dem Anleger schaukelt. Die Fastnachter nehmen heute teil am 3. Drachenbootrennen, das von der Wiese gegenüber der Saarburger Altstadt gestartet wird. Sie treten in zwei Rennen an gegen 15 weitere Teams, die sich beim Saarcup 2013 beteiligen. Die Teams mit den besten Zeiten qualifizieren sich für die Finalläufe.
"Bei dem Wetter heute werden wir von oben und von unten nass", lacht Hardy Meyer von Hauruck Saarburg im wasserdurchtränkten T-Shirt. Die Fastnachter machen wegen des Spaßes mit. Dabei hören sie auf Hannah Lellig, die auf dem Boot an der Pauke den Takt vorgibt und so versucht, ihr Team zum Sieg zu treiben. "Es macht uns Spaß, auch außerhalb der Fastnachtssaison etwas zusammen zu machen", sagt sie. Veranstalter ist Christoph Kramp von der Agentur StationK.Kultur.Events. Er schätzt, dass trotz des trüben Wetters 2000 bis 3000 Menschen zum Drachenbootrennen an die Saar gekommen sind.
Für die 250 Meter lange Strecke stromaufwärts brauchen die 16 Paddler in den beiden Booten namens Grüner Drache und Stahldrache etwa eine Minute. Viele Teams treten mit Männern und Frauen gemischt an, aber auch zwei reine Frauenmannschaften sind am Start, als die Hauruck-Damen gegen die Voltigier-Tussies antreten. Für die Voltigiergruppe der Fortuna Saarburg ist das ein gutes Training, bei dem Kraft und Muskulatur genauso gefragt sind wie beim Voltigieren, sagt Anne Wagner. "Den Teamgeist steigert das auf jeden Fall", sagt sie unisono mit ihrer Betreuerin Alexandra Göhler. Die Gruppe bereitet sich derzeit auf die Deutschen Meisterschaften vor, die Mitte September stattfinden.
Bemerkenswert: Der Kreisverband Trier-Saarburg der Lebenshilfe nimmt zum ersten Mal am Drachenbootrennen auf der Saar teil. In dem gemischten Team rudern sechs behinderte Menschen mit. "Wir machen mit, weil dies eine Gelegenheit ist, Integration umzusetzen und zu zeigen, dass auch beeinträchtige Menschen zu großen Leistungen fähig sind", sagt Carsten Haas von der Lebenshilfe.
Steht bei den Teilnehmern die Freude beim Mitmachen oder der Wille zum Gewinnen im Vordergrund?
"Was wollt ihr? Sieg oder Spaß?" fragt Stephanie Höfner ihre Mitpaddler vom Team MS (MS steht für Menschenschiff) Lyoda. "Sieg!" tönt es selbstbewusst aus den Gesichtern, die unter den selbst gehäkelten grünen Mützen hervorschauen. "Auf jeden Fall sind wir das schönste Team", betont sie nachdrücklich angesichts des Maskottchens Meister Yoda aus dem Film "Krieg der Sterne". Doch wer in das verschmitzte Gesicht von Höfner schaut, dem ist schnell klar: Es macht den Paddlern aller Teams genauso viel Spaß wie den Zuschauern.Extra

Sieger des 3. Saarcups: 1. MS Lyoda aus Saarburg 2. Fortuna Saarburg, Handball, erste Mannschaft 3. KG Hauruck Saarburg 4. Flotte Wellen Gesellen aus Irsch cst