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Saarland diskutiert über Direktzug nach Luxemburg

Bahnverkehr : Saarland diskutiert über Direktzug nach Luxemburg

Im Saarland wird erneut über eine neue Bahn-Direktverbindung von Saarbrücken nach Luxemburg diskutiert. Auslöser der neuerlichen Diskussion ist der Vorstoß des  Präsidenten des Départements Moselle, Patrick Weiten.

Gegenüber der Zeitung Le Républicain Lorrain sagte Weiten, dass er sich vorstellen könne, eine grenzüberschreitende Bahnverbindung von der saarländischen Landeshauptstadt über die stillgelegte Niedtalbahn und die lothringischen Städte Bouzonville und Thionville zu führen. Von da könnte die Verbindung weiter nach Luxemburg geführt werden. Weiten sieht derzeit gute Chancen für das Projekt, da bis Dezember die französischen Regionen den Finanzbedarf für die kommenden zwei Jahre bei der Regierung in Paris anmelden können. Der Rat der Region Grand Est hat laut dem Zeitungsbericht signalisiert, eine Machbarkeitsstudie in Auftrag zu geben.

Im Saarland wird bereits seit Jahren über eine direkte Zuganbindung an das Großherzogtum diskutiert. Dabei spielte bislang vor allem die Saarstrecke eine Rolle. Der ehemalige Verkehrsminister des Landes, Hanspeter Georgi (CDU), hat sich in seiner Amtszeit unter anderem für eine Bahnverbindung von Saarbrücken über Merzig nach Luxemburg stark gemacht. Doch realisiert wurden diese Pläne nie.

Nicht zuletzt deswegen, weil es auf der Saarstrecke genauso wie auf der Strecke Richtung Luxemburg Kapazitätsprobleme gibt. Für zusätzliche Züge gibt es nur wenig freie Zeiträume. Das saarländische Verkehrsministerium will laut Saarbrücker Zeitung den Vorstoß aus Lothringen nun dazu nutzen, auch mit dem für die Region Trier zuständigen Schienenzweckverband SPNV Nord und dem luxemburgischen Verkehrsministerium zu sprechen. „Ziel dieser Gespräche ist, wie auf der bestehenden Schieneninfrastruktur entlang der Saar über Konz nach Luxemburg eine direkte Verbindung ermöglicht werden könnte“, wird das saarländische Verkehrsministerium zitiert. Bislang hielt sich auf luxemburgischer Seite das Interesse an an einer Bahn-Direktverbindung nach Saarbrücken in Grenzen. Eine „Potenzialuntersuchung“ habe ergeben, dass der Schnellbus, der im Auftrag der luxemburgischen Bahn CFL zwischen Saarbrücken und Lu­xemburg verkehrt, „die nachfragegerechte Lösung für den Fern- und grenzüberschreitenden Verkehr“ sei, hieß es vor zwei Jahren aus Luxemburg. Der Saarbrücken-Express, der von dem Unternehmen Emile Weber für die CFL bedient wird, fährt 15 Mal am Tag, die Fahrzeit beträgt eine Stunde und 15 Minuten.