Nach Antrag der Verteidigung Freilassung des Angeklagten im zweiten Yeboah-Prozess angeordnet

Im zweiten Prozess um den rassistischen Brandanschlag von 1991 in Saarlouis, bei dem der 27-jährige Samuel Yeboah qualvoll starb, hat das Oberlandesgericht Koblenz die sofortige Freilassung des Angeklagten angeordnet. Wie es jetzt weitergeht.

Zweiter Yeboah-Prozess:  Freilassung des Angeklagten angeordnet
Foto: Laura Weiding

Die Bundesanwaltschaft wirft dem einstigen Oberhaupt der Saarlouiser Neonazi-Szene Beihilfe zum Mord und zum versuchten Mord in 20 Fällen vor. Am vergangenen Dienstag hatte der Hauptbelastungszeuge Heiko Sch. ausgesagt und seine Erinnerungen an den Vorabend der Tat geschildert. Seit seiner Aussage ist nach Auffassung des Gerichts kein dringender Tatverdacht mehr gegeben – denn der habe sich vor allem darauf gegründet, dass Peter St. als damaliger Kopf der Skinheadszene unter Berufung auf die pogromartigen Zustände – Neonazi-Banden griffen zunächst in Ostdeutschland, später im gesamten Bundesgebiet Asylbewerberunterkünfte an – geäußert haben soll, das hier „auch mal sowas brennen oder passieren“ müsse.