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Saharastaub auf dem Auto: Experten geben Tipps für richtige Reinigung ohne Kratzer

Damit der Lack nicht zerkratzt : Auto voller Saharastaub? Experten geben Tipps für die richtige Reinigung

Viele Autos sind aufgrund des Saharastaubs mit einer gelblich-rötlichen Schicht überzogen. Wann sich die Autowäsche lohnt und welche Tipps Sie beachten sollten, lesen Sie hier.

Warme Luft aus Nordafrika hat feinsten Saharastaub bis ins Saarland befördert. Durch das spektakuläre Naturschauspiel färbt sich nicht nur der Himmel gelb, beim sogenannten Blutregen fällt der Staub auch in Form von rotbraunen Tropfen auf die Erde. Die kleinen Staubkörner sind zwar ein hervorragender Dünger für Pflanzen, da sie ihnen wertvolle Nährstoffe wie Calcium, Eisen und Phosphor liefern. Trotz der positiven Begleiterscheinungen sorgt der Saharastaub aber auch für Ärger: Vor allem auf Autofahrer kommt jetzt zusätzliche Arbeit zu.

Technik-Experten des ADAC empfehlen, den Wagen von der Staubschicht zu befreien, damit diese nicht von der Sonne eingebrannt wird. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) soll das Wetterphänomen bis Donnerstagabend anhalten. Demnach wäre eine Autowäsche erst zum Wochenende sinnvoll. Doch wie entfernt man den Saharastaub richtig?

Sahara-Staub als Gefahr fürs Auto: Was bei Reinigung zu beachten ist

Autobesitzer sollten dem verschmutzen Fahrzeug keinesfalls mit einem trockenen Tuch oder Schwamm zu Leibe rücken - ein zerkratzter Lack könnte die Folge sein, da der Saharastaub aus winzigen Sandkörnern besteht, die verrieben wie Schmirgelpapier wirken. Durch die Beschädigung der oberen Lackschicht entstehen stumpfe Stellen, die anschließend von einem Fachmann geprüft und professionell poliert werden müssen. Rainer Starkgraff von der Verti Versicherung AG rät: „Greifen Sie besser nicht selbst zur Politur. Durch das Verreiben können Laien im schlimmsten Fall noch größere Schäden verursachen.“ 

Wer sein Auto selbst reinigen will, sollte deshalb viel Wasser verwenden. Mit jedem Auswaschen des Schwammes kommt immer mehr Sand in den Waschwassereimer. Mit der Zeit wächst so die Gefahr des Schmirgel-Effekts. Der ADAC weist darauf hin, dass Autowäsche von Hand oder auch nur das Abspritzen des Wagens mit dem Gartenschlauch vielerorts nicht erlaubt ist. Daher ist die Fahrt in die nächste Waschanlage zu empfehlen.

Lieber das Auto in die Waschanlage fahren

Zwar wird bei der professionellen Autowäsche ebenfalls viel Wasser verwendet, aber in der Anlage wird das Wasser anschließend aufgearbeitet und wiederverwendet. „Bei einer Unterbodenwäsche werden auch Boden und Achsteile von Staub und Resten von salzhaltigen Streumitteln befreit, damit keine Beschädigungen entstehen, die zu Korrosion führen“, ergänzt Starkgraff

Bereits am Mittwoch haben zahlreiche Saarländer ihr Auto gewaschen. Wie der Niederlassungsleiter von „Mr. Wash“ auf SZ-Anfrage mitteilt, seien an diesem Tag allein in der Niederlassung in der Dudweiler Landstraße in Saarbrücken 800 Autos durch die Anlage gefahren.

Nach dem Verlassen der Waschstraße sollten Autobesitzer laut ADAC bei offenen Türen und Kappen die sonst verdeckten Blechflächen reinigen, denn der feine Saharasand setzt sich auch in den Ritzen fest. Auch hier gilt: So oft wie möglich den Lappen auswaschen oder wechseln.

Saharastaub: So reinigen Sie den Innenraum Ihres Autos

Ein Wisch über das Armaturenbrett zeigt zudem, ob sich der Saharastaub auch im Innenraum verteilt hat. Ist das Tuch gelb, müssen das Innere des Fahrzeugs abgesaugt und glatte Oberflächen mit einem Lappen abgewischt werden. Bei der Reinigung der Fenster im Innenraum ist ebenfalls Vorsicht geboten: „Staub, der sich auf Scheibenwischern und Fensterdichtungen abgesetzt  hat, hat die nötige Härte um die Scheiben das Fahrzeuges nachhaltig zu zerkratzen, so der Niederlassungsleiter von „Mr. Wash“ weiter. Um Kratzer zu vermeiden, sollte ein spezielles Fensterleder verwendet werden.  

Zum Abschluss lohnt sich ein Blick in den Innenraumfilter, auch Pollenfilter genannt. Wurde er seit längerem nicht mehr gewechselt und ist nun voll, muss dieser ausgetauscht werden. Andernfalls entlädt er den Staub im Innenraum des Fahrzeugs.