| 19:48 Uhr

Meinung
Schlecht auf den Klimawandel vorbereitet

FOTO: TV / Schramm, Johannes
Wer den Klimawandel wie US-Präsident Donald Trump weiter ignoriert oder gar leugnet, ist extrem kurzsichtig. Denn inzwischen ist überdeutlich geworden: Niemand kann sagen, das gehe ihn nichts an. Es geht nicht „nur“ um Polkappen, die den Eisbären unter den Pfoten wegschmelzen, oder um ferne Inselwelten, die in den Meeresfluten zu versinken drohen.

Es kann jeden treffen. Überall.

Auch wenn sich das statistisch erst in einigen Jahrzehnten beweisen lassen wird – natürlich sind es die Auswirkungen des Klimawandels, die wir derzeit zu spüren bekommen!

Ein Temperaturrekord jagt den nächsten. Jedes einzelne der vergangenen Jahre gehörte zu den wärmsten, die jemals verzeichnet wurden. Noch nie war ein April so heiß wie der im Jahr 2018. Auch der Mai war der wärmste aller Zeiten. Und warme Luft kann nun einmal einfach deutlich mehr Feuchtigkeit transportieren. Starkregen sind eine logische Folge dieser Entwicklung.

Seit Jahren schon warnen Experten, dass Wetterextreme mit dem Klimawandel zunehmen werden. Überflutungen, Unwetter, Hagel, Sturm. Und doch hat es viele eiskalt erwischt. Das zeigt, dass die Gesellschaft bisher nicht gut vorbereitet ist – weder im Privaten noch im Praktischen. Und auch auf der politischen Ebene wurde viel zu wenig getan.

Schon nach den katastrophalen Überschwemmungen des Jahres 2016 wurde darüber debattiert, Hausbesitzer zu verpflichten, Elementarschäden zu versichern. Passiert ist das nicht. Und offenbar haben immer noch viele nicht begriffen, dass es ihr Haus als nächstes treffen könnte. Egal, wo es steht. Denn Starkregen und Hagel können überall herunterkommen. Verschärft wird die Situation durch riesige Maisfelder, auf denen Wasser nicht versickert, sondern ungebremst abfließt.

Mit einfachen Maßnahmen wie Grünstreifen ließe sich das ändern. Damit aber wirklich etwas passiert, müsste bäuerlicher Hochwasserschutz genauso gefördert werden wie Naturschutz. Zudem werden in Deutschland weiterhin täglich fast 70 Hektar Fläche bebaut und teils versiegelt. Und die Klimapolitik der Bundesregierung hilft auch nicht: Statt einen zügigen Kohleausstieg zu beschließen, gründet sie einen Arbeitskreis, der Ausbau der Windenergie wurde gebremst und vom erklärten Ziel, bis 2020 eine Million Elektro-Fahrzeuge auf die Straße zu bringen, ist Deutschland meilenweit entfernt. Es gibt viel zu tun, wenn Katastrophen nicht zur Normalität werden sollen.

k.demos@volksfreund.de