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Schnelles Internet in Rheinland-Pfalz

Kommunikation : 12 000 Kilometer Kabel fürs Land

So will das Land alle Haushalte ans schnelle Internet bringen. Über 60 Millionen Euro werden in der Region für den Breitbandausbau investiert.

4,5 Milliarden Euro an Fördermitteln hat der Bund seit 2015 für den Breitbandausbau bereitgestellt. Doch längst nicht alle Kommunen und Projekte, die von den Zuschüssen profitieren könnten, haben diese auch in Anspruch genommen. Denn von dem Geld sind gerade mal einige 100 Millionen Euro abgeflossen. Das geht aus einer Antwort des Bundesverkehrsministeriums auf eine Anfrage des Vizes der Grünen-Bundestagsfraktion Oliver Krischer hervor.

Viele Kommunen fühlten sich überfordert mit den bürokratischen Ansprüchen des Förderprogramms, glaubt Krischer.

Aus einer früheren Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion geht hervor, dass im vergangen Jahr rund neun Millionen Euro an Bundesmitteln für den Breitbandausbau in die Region geflossen sind. Hinzu kommen noch Zuschüsse des Landes. Laut Innenstaatssekretär Randolf Stich (SPD) wurden im vergangenen Jahr landesweit insgesamt 553 Millionen Euro in den Breitband-Ausbau investiert. Die Kommunen beteiligten sich mit rund 42 Millionen Euro an den Investitionen.

Das Land hatte im März eine sogenannte Gigabit-Strategie verabschiedet. Diese sieht vor, dass flächendeckend die bisherigen Kupferleitungen durch leistungsfähigere Glasfaserkabel ersetzt werden. Dadurch soll gewährleistet werden, dass alle Haushalte im Land möglichst rasch Zugang zum schnellen Internet bekommen. Ziel ist es, dass in allen Teilen des Landes Bandbreiten von mehr als 30 Megabit pro Sekunde zur Verfügung stehen. Insgesamt 12 629 Kilometer Glasfaserkabel sollen im Land verlegt werden, rund 124 000 Haushalte, mehr als 12 000 Unternehmen, nahezu 1000 Schulen und mehr als 700 öffentliche Institutionen wie Krankenhäuser oder Verwaltungsgebäude sollen mit schnellen Breitbandanschlüssen versorgt werden.

Wie aus der Antwort des Bundesverkehrsministeriums hervorgeht, verfügt ein Großteil der Schulen und Kliniken in Rheinland-Pfalz bereits über schnelle Internetanschlüsse. Demnach liegt der Anteil der Schulen, die über eine Bandbreite von weniger als 50 Megabit pro Sekunde verfügen, bei rund elf Prozent, bei den Kliniken bei rund 13 Prozent.

Laut dem aktuellen Statusbericht des Innenministeriums über den Breitbandausbau in Rheinland-Pfalz kostet ein Hausanschluss ans Glasfasernetz rund 3000 Euro. Davon finanziere das Land rund 1100 Euro, die jeweiligen Landkreise oder kreisfreien Städte rund 300 Euro, den Rest übernehme der Bund.

Der Eifelkreis Bitburg-Prüm hat Fördergelder für den Glasfaseranschluss von rund 20 000 Haushalte, Unternehmen und Schulen gestellt. Damit liegt der Kreis landesweit vorne. 1,1 Millionen Meter Glasfaserkabel sollen dort verlegt werden. Rund 25 Millionen Euro an Bundes-, Landes- und Landkreismitteln werden dort auf diese Art verbaut. Auch in die anderen Landkreise der Region fließen Fördermittel für den Breitband-Ausbau. Rund 15 Millionen Euro sind sind es im Kreis Bernkastel-Wittlich, gut 14 Millionen in Trier-Saarburg und rund neun Millionen im Vulkaneifelkreis.