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Schülersicherheit: Hitzige Debatte bei TV-Forum

Schülersicherheit: Hitzige Debatte bei TV-Forum

Ein Thema bewegt die Region: Die Missstände bei der Schülerbeförderung. Beim TV-Forum in Schweich diskutierten gestern Abend knapp hundert Leser über skandalöse Zustände in Bussen.

Schweich. (wie/fcg) Es wird gequetscht, gedrängelt und geschubst: Überfüllte Schulbusse sind ein Sicherheitsrisiko. Seit Jahren ist das Thema bekannt. Doch erst nach der intensiven Berichterstattung des TV in den vergangenen Wochen ist Bewegung in die Sache
gekommen. Beim gestrigen TV-Forum in der ICV-Halle in Schweich-Issel waren sich die Teilnehmer der Podiumsdiskussion einig: Es muss etwas getan werden. Der Kreis Trier-Saarburg will dabei Vorreiter sein: Mit einem nun vom Kreisausschuss beschlossenen Fünf-Punkte-Plan sollen die Zustände bei der Schülerbeförderung verbessert werden. Eine Schwachstellen-Analyse soll insbesondere das Problem der zu langen Fahrtdauer beleuchten. Ferner soll das Beschwerde- Management verbessert werden mit dem Ziel, dass künftig nur noch eine zentrale Stelle Beschwerden annimmt. Eine Sitzplatzgarantie für jeden Schüler im Bus wird es dagegen nicht geben, weil das nach Auskunft von Landrat Günther Schartz zu teuer wäre. „Dann müssten in der Region rund 100 Busse zusätzlich
angeschafft werden.“

Doch im Fehlen von Sitzplätzen und Sicherheitsgurten sehen Experten ein besonderes Verletzungsrisiko in überfüllten Schulbussen. Vor allem auf Landstraßen sind stehende Fahrgäste laut Herbert Fuss vom ADAC Mittelrhein „extrem gefährdet“, wenn der Busfahrer bei erlaubtem Tempo 60 plötzlich bremsen muss. Fuss forderte gestern Abend beim TV-Forum, dass alle Kinder einen Sitzplatz haben müssen. Jeder Viehtransport sei besser überwacht, als der Schülerverkehr, sagte der ADAC-Experte. Der Gesetzgeber lässt in Linienbussen sogar zu, dass alle Stehplätze genutzt werden. Als einziger Kreis in der Region hat Bernkastel-Wittlich in der Satzung zur
Schülerbeförderung festgelegt, dass nicht mehr als 70 Prozent der Stehplätze in Linienbussen genutzt werden dürfen.

Franz-Josef Schmidt vom Landesbetrieb Mobilität schlägt vor, dass Arbeitslose als Busbegleiter eingesetzt werden, um die Situation zu
entschärfen. Die Busunternehmer sehen die Politik in der Pflicht. Die Kreise, die für die Schülerbeförderung zuständig sind, hätten aus Geldmangel ihre Anforderungen an Alter und Zustand der Fahrzeuge und Qualifikation des Personals immer stärker nach unten geschraubt.

Ein Video zu diesem Thema sehen Sie hier in volksfreund.tv ab 16 Uhr.