| 18:04 Uhr

Umwelt
Schüren Atomgegner zu Unrecht Panik?

Seit Jahrzehnten dauern die Proteste gegen das französische Kernkraftwerk Cattenom an – namentlich in der Region Trier. Hier demonstrieren vor gut vier Jahren Atomkraftgegner auf der alten Grenzbrücke in Echternacherbrück. Doch getan hat sich wenig. Immer wieder kommt es zu Störfällen in dem Atommeiler, die politischen Forderungen von deutscher Seite bleiben in Paris bislang ohne positives Echo. Auch das AKW im belgischen Tihange bereitet den Menschen Sorgen.
Seit Jahrzehnten dauern die Proteste gegen das französische Kernkraftwerk Cattenom an – namentlich in der Region Trier. Hier demonstrieren vor gut vier Jahren Atomkraftgegner auf der alten Grenzbrücke in Echternacherbrück. Doch getan hat sich wenig. Immer wieder kommt es zu Störfällen in dem Atommeiler, die politischen Forderungen von deutscher Seite bleiben in Paris bislang ohne positives Echo. Auch das AKW im belgischen Tihange bereitet den Menschen Sorgen. FOTO: Uwe Hentschel (uhe)
Trier. Ein Aachener Experte für Kernenergie warnt vor Hysterie. Er hält das belgische Atomkraftwerk Tihange nicht für so gefährlich. Von Bernd Wientjes

Bundesumweltministerium Svenja Schulze (SPD) tut sich schwer damit, die sofortige Abschaltung des in die Jahre gekommenen Atomkraftwerks Cattenom zu fordern. Zwar hat sie sich bei ihrem Antrittsbesuch bei ihrem französischen Amtskollegen Nicolas Hulot dafür ausgesprochen, die Anlage nicht länger als die geplanten 40 Jahre am Netz zu lassen. Diese Laufzeit endet 2026. Die grenznahen Kraftwerke „machen uns große Sorgen“. Deswegen, so Schulze kürzlich im Gespräch mit unserer Zeitung, sei man im „intensiven Dialog“, auch um Frankreich womöglich vom Atomausstieg zu überzeugen. „Wir können aber nur darauf hinweisen, dass wir in Deutschland aussteigen, und immer wieder nachfragen, ob die Sicherheitsstandards erfüllt sind und ob daran gearbeitet wird, die alten Kraftwerke sicherer zu machen.“

Auf einen solchen Dialog mit den Nachbarn setzt bislang auch Rheinland-Pfalz. Man werde alles daran setzen, um eine Laufzeitverlängerung von Cattenom und den grenznahen belgischen Atomkraftwerken zu verhindern, sagte kürzlich nochmals der rheinland-pfälzische Umweltstaatssekretär Thomas Griese. Dazu sollen auch die Erkenntnisse dienen, die ein von Rheinland-Pfalz und dem Saarland in Auftrag gegebenes Sicherheitsgutachten geliefert hat. Die vom unabhängigen Ökoinstitut gefertigte Studie kommt zu dem Schluss, dass der Weiterbetrieb von Cattenom ein erhebliches Sicherheitsrisiko für die gesamte Region darstellt. Aus Sicht der beiden Bundesländer reichen diese Ergebnisse jedoch nicht aus, um gegen die seit 1986 laufende Anlage in Lothringen juristisch vorzugehen. Stattdessen, so die bisherige Position des Landes, sollen die Ergebnisse dazu genutzt werden, um bei dem Verfahren zur Laufzeitverlängerung als Argumente gegen einen weiteren Betrieb von Cattenom nach 2026 zu dienen.

Doch genau darüber gibt es nun Streit. Denn der Atomexperte Dieter Majer hält die Studie für ausreichend, um gegen Cattenom zu klagen. Und das seiner Ansicht nach erfolgreich. Den ehemaligen Leiter der deutschen Atomaufsicht ärgert die Haltung des Landes. Anders als im April bei der Vorstellung des Sicherheitsgutachtens von Umweltministerin Ulrike Höfken (Grüne) müsse nicht jedes eventuelle Risiko bei einer solchen Klage juristisch einwandfrei dargelegt werden. „Es reicht aus, wenn zwei, drei Szenarien, die zu kerntechnisch großen Unfällen führen können, vorliegen. Das ist aus meiner Sicht machbar – mit Kosten im niedrigen einstelligen Millionenbereich“, sagte Majer im Gespräch mit unserer Zeitung. Und weiter: „Ich glaube, dass dieser Betrag es wert ist, um alles dafür zu tun, die Bevölkerung in der Grenzregion zu schützen.“ Bislang veranschlagt das Land Kosten von rund 80 Millionen Euro für eine Klage.

Ein scharfer Kritiker von Majer ist der Aachener Atomexperte Hans-Josef Allelein. Er wirft Majer vor allem im Hinblick auf das belgische Kraftwerk Tihange, das Majer ebenso wie Cattenom für ein Sicherheitsrisiko hält, vor, Panik zu schüren und die Bevölkerung unnötig zu verunsichern. Auch hält es der Professor für Reaktorsicherheit und -technik für übertrieben, wenn Bürger in der Nähe der Atomkraftwerke sich aus Angst vor einer Kernschmelze und austretender Radioaktivität mit haltbaren Lebensmitteln eindeckten, um in einem möglichen Ernstfall mit ausreichend Vorräten längere Zeit im Haus aushalten zu können. Das könne man machen, „wenn man dann beruhigter ist“, sagt Allelein. Er ist durchaus für eine „aufmerksame Beobachtung“ des Betriebs der belgischen Kernkraftwerke. Aber anders als Majer und Kritiker der grenznahen Anlagen  in Tihange und Doel hält er den Weiterbetrieb nicht für riskant, es gebe alllenfalls ein „gewisses Risiko“. Die bewusst in Aachen und Umgebung „geschürte Hysterie ist einfach schofelig.“ Den „organisierten Tihange-Gegnern“ gehe es darum, Mittel-Europa kernenergiefrei zu machen. „Sie lassen leider keine sachliche Diskussion zu.“ Neben Majer meint er damit auch Umweltstaatsekretär Griese, der vorige Woche bei einer Diskussion des Radiosenders SWR 4 zu Tihange noch mal deutlich machte: „Das Ding darf nicht weiter betrieben werden.“

Um das zu unterstreichen, hat das Land gemeinsam mit anderen Klage gegen die Laufzeitverlängerung eingereicht. Bei der Diskussion gab Griese allerdings zu verstehen, dass das Land einen solchen Schritt auch bei Cattenom für möglich hält. Anders als von Majer gefordert, hält der Staatssekretär aber eine Klage gegen den laufenden Betrieb für nicht möglich.

-+- WG:

------------------------------------------- Von: Neubert Rainer Gesendet: Mittwoch, 5. Februar 2014 14:52:14 Diese Nachricht wurde automatisch von einer Regel weitergeleitet. Diplom-Ingenieur Dieter Majer, ehemaliger Leiter der Unterabteilung Sicherhit kerntechnischer Anlagen im Bundesumweltministerium, war offizieller Stresstest-Beobachter für Rheinland-Pfalz, das Saarland und Luxemburg für das Kernkraftwerk Cattenom. TV-Foto: Rainer Neubert Mit freundlichen Grüßen Rainer Neubert Chefreporter Redaktion Tel: 0651 7199-440 - Fax: 0651 7199-990 www.volksfreund.de www.volksfreund.de/laufen http://midLAUFcrisis.blog.volksfreund.de
-+- WG: ------------------------------------------- Von: Neubert Rainer Gesendet: Mittwoch, 5. Februar 2014 14:52:14 Diese Nachricht wurde automatisch von einer Regel weitergeleitet. Diplom-Ingenieur Dieter Majer, ehemaliger Leiter der Unterabteilung Sicherhit kerntechnischer Anlagen im Bundesumweltministerium, war offizieller Stresstest-Beobachter für Rheinland-Pfalz, das Saarland und Luxemburg für das Kernkraftwerk Cattenom. TV-Foto: Rainer Neubert Mit freundlichen Grüßen Rainer Neubert Chefreporter Redaktion Tel: 0651 7199-440 - Fax: 0651 7199-990 www.volksfreund.de www.volksfreund.de/laufen http://midLAUFcrisis.blog.volksfreund.de FOTO: g_pol3 <tdt@volksfreund.de>+SEP+g_pol3 <tdt@volksfreund.de>