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Sensations-Fund in Bitburger Wohnhaus: Kripo sichert 130 illegale Waffen

FOTO: Polizei
Bitburg. Den größten Fund illegaler Waffen, den es je in der Region gab, meldet die Kriminalpolizei Wittlich. 130 Revolver, Pistolen und Gewehre verschiedenen Typs sowie mehr als 30.000 Schuss Munition und 63 Kilogramm Treibmittel zur Herstellung von Munition wurden in Bitburg sichergestellt.

(scho) Das Lager illegaler Waffen, die ein 57-jähriger Mann in Bitburg gehortet hat, ist der Kriminalpolizei (Kripo) Wittlich bei einer Durchsuchungs-Aktion aufgefallen. Der Mann ist ins Visier der Ermittler geraten, weil es Anhaltspunkte gab, dass er gegen das Waffengesetz verstößt. „Der hatte jahrelang einen Jagdschein, den er zwischenzeitlich aber an die Waffenbehörde des Eifelkreises zurückgegeben hat. Auch die mehr als 130 Schusswaffen, die sich bis dahin legal in seinem Besitz befunden haben, hat er abgegeben“, sagt Winfried von Landenberg, Pressesprecher der Kripo. Ob diese, wenn auch legale, so doch erstaunlich große Waffen-Sammlung bereits reichte, um auf den Mann aufmerksam zu werden oder ob es andere Hinweise gab, dazu will von Landenberg nichts sagen. „Betroffen waren die Polizisten vor allem von dem sorglosen Umgang mit den Waffen und der Munition, die teilweise völlig ungesichert im Wohnhaus und der Werkstatt des Mannes herumlagen“, sagt von Landenberg. Die Ermittler fanden im Wohnhaus und der Werkstatt des Bitburgers: 60 Kurzwaffen wie Revolver und Pistolen, 70 Gewehre sowie zwischen 30.000 und 40.000 Schuss Munition verschiedener Kaliber, 63 Kilogramm Treibmittel zur Herstellung von Munition sowie verschiedene Spezialwerkzeuge der professionell eingerichteten Waffenwerkstatt. „Allein die Erfassung, Auswertung und Begutachtung aller sichergestellten Gegenstände wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen“, sagte von Landenberg und hebt hervor: „Das ist einmalig für uns in dieser Region. Das ist der größte Waffenfund, den wir je hatten.“
Wegen des Umfangs musste das sichergestellte Gut mit einem Kleinlastwagen abtransportiert werden. Unterstützt wurde die Kripo Wittlich beim Ausräumen des Waffenlagers von Spezialkräften des Landeskriminalamts Mainz und Einsatzkräften der Bereitschaftspolizei Wengerohr. Die Staatsanwaltschaft Trier ermittelt nun wegen Verstößen gegen das Waffengesetz, das Sprengstoffgesetz sowie das Kriegswaffenkontrollgesetz.
Zu welchem Zweck der Mann die Waffen gehortet hat, steht nicht fest. „Ob er die Waffen auch benutzt hat oder damit gehandelt hat oder sie gesammelt hat, ist derzeit noch nicht zu beurteilen“, sagt von Landenberg, dem zufolge den Mann ein Strafmaß erwartet, das zwischen einer „empfindlichen Geldstrafe bis hin zu einer Freiheitsstrafe“ liegen kann.