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Königsbesuch
„Sie sind ein prächtiges Paar“: Königlicher Besuch an der Mosel

Das niederländische Königspaar (Bildmitte) lässt sich in Bernkastel-Kues die Feinheiten des Moselweins erklären.
Das niederländische Königspaar (Bildmitte) lässt sich in Bernkastel-Kues die Feinheiten des Moselweins erklären. FOTO: Friedemann Vetter
Bernkastel-Kues/Trier. Jubel, Jahrgangswein und ein Foto fürs Familienalbum: Was die niederländischen Majestäten Willem-Alexander und Máxima bei ihrer Rheinland-Pfalz-Reise in Bernkastel-Kues erleben. Von Katharina De Mos

Ein Foto fürs Familienalbum hat das niederländische Königspaar sich gewünscht. Nicht irgendwo, sondern hoch oben an einer Kapelle über dem Moseltal, wo sich die Weinreben gelb verfärben, während die Mosel unten in der warmen Herbstsonne glitzert. Ein Moselpanorama für königliche Wände. Als oben noch Fotos geschossen werden, warten unten auf dem großen Platz vor dem Steillagenzentrum in Bernkastel-Kues Hunderte Menschen auf die Ankunft von König Willem-Alexander und Königin Máxima.

Zwei Dutzend niederländische Fans haben sich schon Stunden vorher dort versammelt. Natürlich mögen sie ihren König. Doch der wahre Grund Ihres Kommens heißt: Máxima. „Jeder liebt Máxima“, sagt Tenni van Milligen aus Barneveld. „Sie ist schön, sie hat diese Ausstrahlung.“ In den Niederlanden haben die Urlauber das Paar noch nie gesehen, obwohl sie ganz in der Nähe eines der königlichen Schlösser leben. „Da ist immer sooo viel los“, sagt van Milligen, die nun in der ersten Reihe steht. Auch die Niederländerin Eline Berends ist extra angereist – aus der Nähe von Daun, wo sie seit acht Jahren einen Bauernhof betreibt. Die Majestäten sind für sie ein Stück Heimat. „Und sie sind ein prächtiges Paar“, sagt die Wahleifelerin, die an diesem Tag Geduld braucht.

Zum einen wegen einer halbstündigen Verspätung. Zum anderen, weil das Königspaar, das in Begleitung von Ministerpräsidentin Malu Dreyer und ihrem Mann Klaus Jensen reist, erst mit deutschen und niederländischen Weinexperten spricht. Über technische Neuerungen und den Klimawandel, der dem Wein nicht immer schadet: Norbert Schindler, Chef der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz, schwärmt den Gästen vom Weinjahrgang 2018 vor. Wer auch immer spricht, der König und die Königin lauschen interessiert, nicken, stellen Fragen oder erzählen auch mal ein Anekdötchen. So berichtet Willem-Alexander strahlend, dass der französische Botschafter in den Niederlanden niederländischen Wein ausschenkt. Ein Produkt, für das der König und seine Frau an diesem Tag werben.

Máxima sieht zur Freude ihrer weiblichen Fans ganz so aus, wie man sie aus dem Fernsehen kennt: ein strahlendes Lächeln, ein großkrempiger Hut, ein elegantes Kleid. Nicht nur als Königin, auch als Stil-Ikone wird sie in den Niederlanden verehrt. Diesmal hat sie sich für ein klassisch-elegantes und doch verspieltes zweifarbiges Kleid entschieden. Oben schlicht und grau, unten senfgelbe Spitze aus feinen Wollfasern.

Die „Mosel-Weinbotschafterin“ Laura Gerhardt (die an diesem Tag nicht Königin genannt wird) überreicht den beiden ein Präsent Malu Dreyers: Weine ihrer Geburtsjahrgänge 1971 (für Máxima, „ein warmer, sonniger Wein, er passt zu Ihnen“, sagt Dreyer) und 1967 (für Willem). Kurz darauf öffnen sich die Türen und draußen bricht der Jubel los. Ein royales Winken, dann geht’s weiter nach Trier.

Ab 9.15 Uhr besichtigen die hohen Gäste am Donnerstag die Porta Nigra. Dort bietet sich die beste Gelegenheit, das Paar zu sehen, ehe es um 9.35 Uhr zu Bischof Ackermann in den Dom weitereilt. Nach einem Besuch der Marx-Ausstellung im Landesmuseum reisen die Majestäten weiter ins Saarland.